Achtung da kommt einiges ins Rollen
Leben:
scheitern, scheitern,
scheitern
immer perfekter scheitern
George Tabori
Achtung da kommt einiges ins Rollen
Leben:
scheitern, scheitern,
scheitern
immer perfekter scheitern
George Tabori
19.2.2026 Dtn. 30.15 Leben u Tod lege ich dir
vor Lk 9.22 Was nützt es, wenn der Mensch die ganze Welt gewinnt,
dabei aber sich selbst verliert
In den Lesungen heute wird „Klartext“
gesprochen. „Leben oder Tod“ – was wählt ihr?“ so fragt Moses das Volk, die
Israeliten. Es ist seine letzte große Rede, sein Vermächtnis, ehe er stirbt.
"Leben" heißt für Moses: nach den Geboten Gottes zu leben. Im
Evangelium sagt es Jesus überdeutlich: „Was nützt es dir, wenn du die ganze
Welt gewinnst, dabei aber dich selbst verlierst und Schaden nimmst.“ Was aber heißt das: „Sich selbst
verlieren", und was heißt es für mich: „Wähle das Leben“? Muss
ich Angst haben, dass das Leben zu einer einzigen großen Anstrengung und
Bußübung wird? Eigentlich ist es viel einfacher. Gehen wir „das Gute
wählen“ bescheiden an, wie es Papst
Johannes XXIII in einem Gebet getan hat – wenigstens HEUTE, immer nur Tag für
Tag, wollen wir es versuchen so bitten wir
NUR HEUTE
lass mich ganz im Vertrauen auf Dich leben, ohne die Probleme meines
Lebens alle auf einmal lösen zu wollen -
NUR HEUTE
lass mich etwas tun, wozu ich eigentlich keine Lust habe
NUR HEUTE
soll es mir gelingen, nicht die anderen zu kritisieren oder zu verbessern -
lass mich nur an mir selbst arbeiten.
NUR
HEUTE will ich ganz bewusst für jemand anderen etwas Gutes tun, ohne
selbst etwas davon zu haben und ohne es an die große Glocke zu hängen
NUR HEUTE
will ich mich bemühen, den Tag dankbar anzunehmen, ganz gleich, welche Probleme
es gibt und welche Sorgen ich habe
NUR HEUTE
will ich mich ohne Murren den Gegebenheiten des Tages anpassen, ohne zu
verlangen, dass sich die Gegebenheiten an meine Wünsche anpassen.
NUR
HEUTE wenigstens werde ich versuchen, mich vor zwei Übeln hüten: Vor der
Hetze und der Unentschlossenheit.
Ja, dieser Tag, HEUTE, ist uns wieder geschenkt. Du guter
Gott: Lass uns JA zum Leben sagen. Und behüte all die Menschen, die in großer
Gefahr sind – wir bitten inständig um Frieden und Aussöhnung in den
internationalen Konflikten. Amen
na, das wär doch mal ein Anfang ?
Aus: Lothar Zenetti, Auf Seiner Spur
18.2.2026 ASCHERMITTWOCH - ein gutes Leben leben
Joel 2.12 kehrt um zu mir Hütet euch
Mt.6.1
Braucht man in Zeiten wie diesen noch extra eine Fastenzeit? Muss man sich so wie heute am Aschermittwoch extra auch noch „Asche aufs Haupt“ streuen lassen? Ist nicht das Leben rundum ohnehin schon für so viele mühsam geworden. Ist nicht das Weltgeschehen rund um uns nicht ohnehin bedrückend.
Aber
gerade da soll uns die Fastenzeit helfen. Sie soll nicht nieder drücken und
belasten – sie soll Mut machen und aufrichten. Lassen wir uns nicht nur leben –
nehmen wir das Leben ein Stück weit wieder selbst in die Hand. Ganz bewusst. Da
geht’s nicht um weniger essen – da geht es um ein mehr an Selbstbestimmung. Immer
wieder ein paar Schritte Neues wagen, auch im Verzicht auf so manche
liebgewordene Routine, die uns vielleicht ja schon längst gar nicht mehr gut
tut.
In der
ersten Lesung heute, hunderte Jahre vor Jesus geschrieben, ist es der Prophet
Joel der in einer großen Krisensituation seine Mitmenschen beschwört: überdenkt
euer Leben, kehrt um, fangt wieder neu und gut an. Und im Evangelium zeigt
Jesus dazu den direkten Weg: "Hütet euch vor der äußeren Frömmigkeit" sagt er. Einzig und allein wichtig ist es, Tag für Tag einfach unaufgeregt „gut“ zu
sein. Auf die Menschen um mich soll ich achten – und auf Gott, ihn wirklich hören wollen. So bitten wir heute
Dass wir uns in dieser Fastenzeit nicht
sinnlose Einschränkungen auferlegen, sondern uns eher um ein extra Lächeln
jeden Tag bemühen
Dass wir Tag für Tag das gelassener auf uns nehmen wollen, was ungeplant kommt und nicht so angenehm ist
dass wir immer besser lernen „eigene Unvollkommenheit“ anzunehmen, dass wir uns nicht innerlich als Versager fühlen
dass wir uns aber gerade auch in der Fastenzeit nicht mehr aufbürden lassen, als für uns gut ist, dass wir freundlich und bestimmt „Nein sagen“ lernen
Dass wir sachlich und nüchtern mit Schwierigkeiten umgehen, dass wir mit Optimismus und Vertrauen anderen eine Hilfe sein können
und bitten wir, dass wir in allem, was wir gerade in der Fastenzeit tun oder lassen, Freude und Dankbarkeit empfinden dürfen
Du guter Gott: lass und mit Liebe und Freude in diese Fastenzeit gehen. Wir müssen uns nicht abquälen, wir müssen uns nicht krampfhaft Schweres auferlegen: behüte uns vor dem traurigen Gesicht, vor der inneren Trostlosigkeit, vor allem frommen Leistungsdenken. Lass uns einfach hilfreich und gut sein für die Menschen in unserem Leben. Darum bitten wir im Namen Jesu. Amen
17.2.2026 Faschingsdienstag
Mit "Lustigem" ist es schwer in dieser Zeit - fast jeden Tag kann einem das Lachen von Neuem vergehen - und trotzdem sollen wir es tun. Am heutigem Faschingsdienstag mit ein paar speziellen Faschings-Heiligen. Sie könnten uns ja auch schon beim Umdenken für die Fastenzeit helfen
Ach, du liebe heilige Ruhe - Wie gerne hegen und pflegen wir sie - wie viel an zwischenmenschlicher Beziehung leidet darunter, dass wir so oft nur „unsere heilige Rua“ haben wollen. Jesus lass uns offen für die Menschen um uns sein, dass wir Freude und Lebendigkeit und Anderssein zulassen können
die selige Vergessenheit – - auch das kennen wir: Problemen aus dem Weg gehen, den Kopf in den Sand stecken, lieber von nichts wissen. Jesus mach uns wach und achtsam, dass wir uns nicht durchs Leben schwindeln, sondern dass wir auch unangenehme Dinge wahrnehmen und nicht verdrängen.
Der liebe St. Nimmerleinstag: ist er nicht einer unserer ganz wichtigen Tage? Eine gute Adresse, für alles was man gern vor sich herschiebt, was unerledigt bleibt. Jesus hilf uns, aus den verborgenen Winkeln unserer Vorsätze den einen oder anderen hervorzuholen und umzusetzen
auch diesen Faschingsheiligen kennen wir so gut, den heiligen Bürokratius: Wie oft ist er uns so nahe wie die eigene Haut. Alles muss seine fixe Ordnung haben, Vorschrift ist Vorschrift. Nur nichts ändern. Auch die Anderen müssen sich verhalten, wie wir es erwarten. Herr, lass, dass wir unseren Mitmenschen mit fixen Ideen und Sturheit nicht zur Last fallen, hilf uns wieder spontan und flexibel und unkompliziert sein
Wie oft macht sich aber auch der Wettergott wichtig: wie oft machen wir unsere Laune von ihm abhängig. „wenn er nur mitspielt wenn man ihn nur gnädig stimmen könnte…“ Du guter Gott bewahre uns vor Unwettern und Katastrophen aber lass uns nicht über das Wetter und über Banalitäten jammern
auch Zwillinge gibts unter den Faschingsheiligen. Der heiligen Strohsack und den heiligen Bimbam Wie oft läuft etwas schief, wie viele Tage gibt es, wo nichts zu gelingen scheint- Herr hilf uns, dass wir in solchen Stunden nicht in Phrasen und Unsinnigkeiten flüchten, sondern Kraft finden im Vertrauen darauf, dass DU es bist, der alles zum Guten führen wird.
So bitten wir dich
guter Gott: Gib uns die Fähigkeit, über
uns selbst zu lachen. Gib uns ein Herz, das fröhlich ist, einen Verstand, der
klar bleibt und eine Liebe, die alles im richtigen Licht erkennen kann. Damit wir
immer wieder eingefahrene Gewohnheiten und lieblose Routine hinter uns lassen
können. Das erbitten wir durch Jesus unseren Bruder. Amen
Die Idee der „Faschingsheiligen“ ist eine Anregung aus dem „Kurier“, 2006 – eine Idee von kath. Theologen Markus Tiwald
16.2.2026 Mk. 8,11 sie forderten ein Zeichen vom Himmel
dass wir hoffen und vertrauen können - auch wenn Gott nicht gleich Antwort auf alle Fragen gibt
dass wir hoffen und vertrauen können –- auch wenn wir uns bisweilen „wie von Gott verlassen“ fühlen
dass wir hoffen und vertrauen können – auch wenn in manchen Situationen alles dagegen spricht
dass wir hoffen und vertrauen können – auch wenn die Welt nicht so aussieht, als gäbe es einen guten Gott
dass wir hoffen und vertrauen können – und wir erkennen, dass wir den Kinderglauben auf ein festeres Fundament stellen müssen
So bitten wir, wie es im
Jakobusbrief heißt, um Ausdauer und Geduld, um Zuversicht und einen langen Atem
gerade in den Durststrecken unseres Lebens. Wir bitten im Namen Jesu, Amen
15.2. 2026 Mt.5.17 zu sich selbst: ehrlich sein
dass wir den Mut haben, klare Entscheidungen zu treffen
dass man sich auf uns verlassen kann
dass wir aber auch trotzdem fähig zu Kompromissen sind
dass wir dort unsere Meinung korrigieren, wo sie nachweislich falsch war
dass wir nicht nur korrekt nach Vorschrift handeln, sondern den eigentlichen Sinn in allem erfüllen
dass wir immer wieder hinterfragen, von welchen Motiven wir uns leiten lassen, gerade auch dann, wenn wir „Gutes“ tun
dass wir uns nicht einreden etwas „gut zu meinen“, wenn es für einen anderen gar nicht gut ist
dass wir ehrlich unser Gewissen schärfen, auch wenn wir nie 100prozentig gut sein können
dass wir immer mehr den Mut haben, in der Freiheit der Kinder Gottes zu leben und selbstbestimmt zu handeln und zu entscheiden
und bitten wir nicht zuletzt: dass wir immer zuallererst UNS selbst ändern wollen, ehe wir es von den Anderen verlangen
So bitten wir, guter Gott, dass wir ehrlich auf unser Leben schauen, dass wir uns um das Gute und Richtige bemühen, auch wenn es nicht immer gelingen wird – alles liegt in deiner Hand. Mach du gut, was uns selbst nicht gelingt. Wir bitten im Namen Jesu amen
14.2.2026 Valentinstag Cyrill und Method Schutzpatrone Europas
Valentinstag ist heute, ein Heiliger aus dem 3.Jahrhundert sorgt pünktlich am14.Februar für Rekordumsätze bei Blumenhändlern und anderen Geschäften. Wir sollen aber nicht nur lästern über die große Geschäftemacherei mit diesem Tag - schon seit einigen Jahren ist der Valentinstag auch in der Kirche angekommen. – und an vielen Orten, etwa auch im Stephansdom, werden heute Liebespaare gesegnet. Nicht nur verheiratete Paare, sondern auch Menschen, die in anderen Formen der Partnerschaft miteinander leben und füreinander da sein wollen. Gerade wohl auch in dieser angespannten Zeit dürfen wir diesen Tag ganz bewusst für Freude und Dankbarkeit nutzen. In jedem von uns lebt die Sehnsucht nach Liebe. Schenken wir einander an diesem Valentinstag ein extra Lächeln und bitten wir
lass uns lächeln, und uns Menschen zuneigen, die heute vielleicht besonders unter Alleinsein leiden, wie Alte und Pflegebedürftige
lass uns lächeln, wenn wir die Liebe anderer sehen, dass wir tolerant sind für viele Formen der Nähe und Zärtlichkeit
lass uns lächeln, und jeden Tag erfahren, dass die Liebe unser Leben weit und groß macht und ihm immer Sinn gibt
lass uns lächeln, und das nicht nur heute und
lass uns immer wieder alles tun, um andere zu ermutigen und ihnen Freude ins
Leben zu bringen
lass uns lächeln Gott, weil wir auch in dich
verliebt sein wollen und nicht nur hier sind, um eine Pflicht zu erfüllen
Der heilige Valentin soll nicht nur frisch getrauten Paaren Blumen aus seinem Garten geschenkt haben – er soll auch römischen Männern dazu geraten haben, lieber bei ihrer Frau zu bleiben als in den Krieg zu ziehen. Bitten wir auch heute um Frieden, Frieden, dort wo gekämpft wird und Frieden dort, wo soziale Ungerechtigkeit zum Überlebenskampf führt.
Du guter Gott, lass uns Freude in diesen Tag bringen, und lass, dass wir auch Freude an uns selbst haben, weil DU uns so unendlich liebst Amen
Dass wir uns öffnen - Für neue Gedanken, für neue Ideen, für neue Menschen
Dass wir uns öffnen - für die Gefühle in uns selbst, dass wir die Sehnsucht an uns heranlassen und auch manchmal die Leere
Dass wir uns öffnen - dass wir uns politisch interessieren, dass wir Stellung beziehen, dass wir uns engagieren
Dass wir uns öffnen - Für all die Freude und die Dankbarkeit, die immer wieder in jedem neuen Tag stecken
dass wir uns öffnen und hinhören - dass wir das Herz weit aufmachen, für die Not und die Sorgen Anderer
Du guter Gott, öffne unsere Augen, öffne unsere Ohren, öffne unseren Mund, öffne unser Herz: damit wir voll Dankbarkeit das Leben spüren, heute und jeden Tag wieder – auch in allen Schwierigkeiten. Du bist mit uns, in diesem Vertrauen leben wir und danken wir dir. Amen
12.2.2026
Mk.7.24 die „Ausländerin“ die Syrophönizierin
Das Evangelium heute stößt einen zunächst vor den Kopf – vielleicht soll es uns aber nur etwas vor Augen führen, was es in uns selbst an Vorurteilen gibt.
Eine nicht jüdische Frau, Markus spricht von einer Heidin, einer geborenen der Syro-Phönizierin, bittet Jesus inständig um Hilfe. Es geht um ihre kranke Tochter. Jesus aber weist die Frau brüsk zurück. Sinngemäß sagt er den schrecklichen Satz: “ Zuerst müssen die eigenen Kinder satt werden, dann erst kommen die Hunde dran.“ Das heißt, zuerst heilt Jesus einmal nur Menschen seines Glaubens, also Juden. Dann erst kommen die niedrigeren Geschöpfe dran. Schrecklich!!! Aber diese Frau bleibt hartnäckig und ist schlagfertig: „da hast du schon Recht, meint sie, aber auch für die Hunde unter dem Tisch fällt etwas ab vom Tisch der Kinder“. Letztendlich hilft Jesus natürlich - und als die Frau nach Hause kommt, ist ihre Tochter geheilt. - Wir sollen diese Geschichte wohl nicht als „Reportage“ aus dem Leben Jesu sehen, sondern als Lehrerzählung, die uns sagt: bleib hartnäckig in deinen Bitten, auch wenn manche Antwort Gottes beim ersten Hinsehen nicht so ausfällt wie du es gerne hättest. Auch wenn es oft aussichtslos scheint – bleiben wir dran mit unseren Bitten:
Bitten wir zunächst für uns selbst, dass wir nicht hartherzig und abweisend reagieren, wenn Menschen Hilfe brauchen
Dass wir nicht insgeheim doch auf Distanz zu Ausländern gehen oder
Menschen, die uns fremd sind
Dass wir nicht unterscheiden zwischen denen, „die zu uns gehören“ – und
denen, die uns „fern“ stehen, dass das auch die Kirche nicht tut
Bitten wir, dass wir uns selbst nicht abwimmeln lassen, wenn uns etwas
wichtig erscheint, dass wir hartnäckig bleiben, nicht beleidigt sind, dass wir
auch mit Humor reagieren können
Vielleicht erleben wir im Evangelium aber auch einen Jesus, der selbst
umdenken kann, der uns ein Vorbild ist, um eigene festgefahrene Positionen zu
überdenken
bitten wir für alle, die niemand haben, der in ihrem Namen bittet und
betet. bitten
für unsere Freunde und auch für die, denen wir oft lieber aus dem Weg gehen.
und bitten wir für uns selbst, in Tagen der Mutlosigkeit, wenn wir uns enttäuscht
und nicht verstanden fühlen - wenn Pläne nicht aufgehen und manches misslingt -
in Zeiten von Krankheit und
Hilflosigkeit - bitten wir um Geduld und Vertrauen
so bitten wir im Namen
Jesu. Amen
11.2.2026
Lourdes, Welttag der Kranken Unsere liebe Frau von Lourdes,
Lourdes, der kleine Ort in Südwest-Frankreich, ist weltweit ein Synonym geworden für Wunder und Heilung. Im Jahr 1858, von Februar bis Juli, hatte das 14jährige Hirtenmädchen Bernadette Soubirous in einer Felsenhöhle bei Lourdes achtzehnmal die Erscheinung einer geheimnisvollen, unbekannten Dame. Für Bernadette war es eine Erscheinung der Gottesmutter Maria. In die Grotte von Massabielle pilgern seither unzählige Menschen aus aller Welt mit ihren Sorgen und Anliegen. Immer wieder gibt es Berichte von wunderbaren Heilungen. Heute, am Gedenktag der Mutter Gottes von Lourdes, ist auch der Welttag der Kranken,
bitten wir heute mit unserem
Blick auf Maria
für alle, die krank und
pflegebedürftig sind
für alle, die auf Hilfe und
Zuwendung anderer angewiesen sind
bitten wir für die Vielen, die in den Familien ihr eigenes Leben
zurückstellen
um für Kranke, Behinderte und alte Menschen dazu sein
So oft sind es sogar Kinder, die ihren kranken Eltern
beistehen
Bitten wir für alle Menschen,
die nach Lourdes kommen
oder an anderen Orten
vertrauensvoll Hilfe suchen
dass sie, wenn schon nicht Heilung,
dann doch Trost finden
Bitten wir aber auch, dass
Menschen, die Hilfe suchen
nicht auf Betrüger
hereinfallen
und dass Hilfsbedürftigkeit
nicht ausgenutzt wird
Bitten wir für alle, die in
Spitälern und Pflegeeinrichtungen arbeiten
Und bitten wir, dass unser
Gesundheitssystem gesund bleibt
und die Hilfe für Bedürftige
nicht eingeschränkt wird
Und ganz besonders bitten wir für all die Menschen,
die unheilbar krank sind.
Dass sie trotz allem Freude aus ihren Tagen schöpfen
können
Und dass sie Menschen haben, die sie liebevoll
begleiten.
so bitten wir heute ganz besonders mit unserem Blick auf Maria, amen
10.2.2026 hl Scholastika Hld 8.6 Leg mich wie ein Siegel auf dein Herz
Heute ist der Gedenktag einer Heiligen, die vielleicht nicht mehr für alle eine bekannte Persönlichkeit ist. Die heilige Scholastika. Sie war die Schwester des heiligen Benedikt – wobei damals im 5.Jahrhundert natürlich weder sie noch er schon heilig waren. Er, Benedikt, lebte als Mönch in seiner Gemeinschaft in Monte Cassino, Scholastika mit anderen Frauen ganz in der Nähe. Zum heutigen Gedenktag der hl.Scholastika gibt es eine sehr nette Geschichte. Benedikt hielt sich sehr streng an die Regeln, die er selbst aufgestellt hatte: unter anderem, dass ein Mönch rechtzeitig abends wieder in seiner Zelle zu sein hatte. Eines Tages besuchte Benedikt seine Schwester; sie bat ihn, einige Tage bei ihr zu bleiben, was er ablehnte, da dies gegen seine Mönchsregel verstoßen hätte. Da bat Scholastika Gott, er möge ein Unwetter schicken, das Benedikt an der Heimkehr hindere. Tatsächlich kam das Unwetter, Benedikt musste sich gegen die Befolgung seiner Regel und für die Zuwendung zu seiner Schwester entscheiden. „In andächtigen Gesprächen über die Freuden des Himmels“ so heißt es, verbrachten sie die Nacht und die folgenden drei Tage, bis Scholastika unerwartet starb; Benedikt sah ihre Seele als weiße Taube gen Himmel fliegen. Er bestattete sie am Kloster Montecassino in dem Grab, das er für sich vorgesehen hatte, und in das er 547 auch gelegt wurde. Die Geschichte soll sagen: NICHTS, wirklich NICHTS ist wichtiger als Zuwendung und Liebe. Noch so strenge Regeln sind zweitrangig, wenn ein anderer Mensch in diesem Moment meine Hilfe und meine Nähe braucht. Auch in der wunderbaren Lesung aus dem poetischen „Hohe Lied der Liebe“ hören wir: nichts ist stärker als die Liebe. Sie überwindet alles, auch den Tod. Bitten wir ganz einfach für unseren Alltag
dass wir uns nicht selbst mit starren Regeln das Leben schwermachen
dass wir spüren, wenn Menschen in unserer Umgebung Zuwendung und Nähe brauchen
dass wir zwischen Wichtig und Unwichtig unterscheiden können
dass wir alles liegen und stehen lassen können, für eine Sache. die uns am Herzen liegt
dass wir unsere Tage nicht zumüllen mit Planung und Terminen
dass wir uns über Unvorhergesehenes freuen können
dass wir großzügig mit unserer Zeit umgehen, für andere - und für uns selbst
dass wir auch auf uns selbst achten, dass wir auf unsere eigenen Bedürfnisse hören
bitten wir heute auch besonders für alle Geschwister, dass sie sich ein Leben lang liebhaben und schätzen und einander eine Hilfe sind
Du guter Gott. Nimm von uns Hektik und unnötige Sorgen, lass uns immer wieder zur Ruhe finden. Gib uns die Zuversicht, dass Du vollenden wirst, was wir selbst immer nur bruchstückhaft zustande bringen. Darum bitten wir in dieser Stunde Ame
Lesung aus dem Hohelied -
Leg mich wie ein Siegel auf dein Herz,
wie ein Siegel auf deinen Arm,
denn stark wie der Tod ist die Liebe,
die Leidenschaft ist hart wie die Unterwelt!
Ihre Gluten sind Feuergluten,
gewaltige Flammen.
Mächtige Wasser können die Liebe nicht löschen,
auch Ströme schwemmen sie nicht hinweg.
Böte einer für die Liebe den ganzen Reichtum seines Hauses,
nur verachten würde man ihn.
EINLEITUNG
KURZFASSUNG
Nichts ist stärker als die Liebe, haben wir in der 1. Lesung
gehört, in dem wunderbaren Text aus dem Hohelied der Liebe. Die Geschichte von Scholastika und Benedikt zeigt es im Alltag. Einem
Menschen lieb und gut zu sein, ist wichtiger, als selbst aufgestellte Regeln
stur einzuhalten. Und auch im Evangelium versucht Jesus der geschäftigen Marta
liebevoll zu sagen, dass manchmal „weniger mehr ist“. Dass man auch die
Pflichten des Alltags manchmal liegen lassen muss, um für einen anderen ganz da zu sein. Maria war
„ganz Ohr“– für Jesus.
Weil auch wir in dieser Spannung leben bitten wir
9.2.2026 Mk.6.53 Berührung
„und alle die ihn berührten, wurden geheilt“ hören wir heute im Evangelium.
An Jesus fällt auf, dass er keine Angst vor Berührung hat. Wenn er Menschen begegnet, berührt er sie, auch die, die als gefährlich ansteckend galten und von der Gesellschaft ausgesondert blieben. Wie halten wir es mit „Berührung“? Sind wir nicht sogar oft stolz auf die Distanz, die wir halten? Andererseits haben wir in den zwei Jahren der Pandemie erlebt, wie quälend es sein kann, wenn man „auf Distanz“ leben muss. Berührung ist etwas ganz Wesentliches. Babys, die keinen Hautkontakt haben, die nicht berührt, gestreichelt werden, bleiben in ihrer Entwicklung zurück. Wer Angst vor Berührung hat, wer sich nicht berühren lassen will, wer andere nicht berühren will, wird in seinen Gefühlen verkümmern. So bitten wir
dass wir uns berühren lassen vom Leben und Schicksal der Menschen um uns, dass wir uns für sie interessieren, dass wir wahrnehmen, was wir für andere tun können
dass wir uns aber auch selbst berühren lassen und nicht auf Distanz gehen zu unserer Umgebung, dass wir Menschen an uns heranlassen, dass wir uns selbst öffnen
dass wir uns berühren lassen von unseren eigenen Sehnsüchten und Wünschen, dass wir den Mut haben, uns selbst Gutes zu tun
dass wir uns berühren lassen von all dem Schönen und Guten rund um uns, von Musik, der Natur, einem guten Buch, einem Film, einem Theaterstück, einem Lachen
dass wir uns berühren lassen, auch vom politischen Geschehen rund um uns, dass wir uns eine Meinung bilden, dass wir uns engagieren, dass wir uns einmischen
dass wir auch die Berührung mit denen nicht scheuen, die fremd sind in unserem Land, dass wir uns um Verständigung und Nähe bemühen
und nicht zuletzt bitten wir, gib uns den Mut andere auch wirklich zu berühren, den Arm um eine Schulter zu legen, eine Hand zu nehmen, Menschen zu umarmen – vor allem Alte und Kranke sehnen sich so oft nach Berührung
Du guter Gott, wie sehr danken wir, dass die Zeit der Pandemie hinter uns liegt – lass uns dankbar sein, für die Nähe, die wir suchen und spüren dürfen – lass uns so auch immer wieder Dich selbst finden so bitten wir im Namen Jesu, Amen
Einer Frau aus dem Sudan, 1869 geboren, die als 7jährige von Sklavenhändeln verschleppt und jahrelang auf Märkten zum Verkauf angeboten wurde. Auf Umwegen gelangte die junge Frau nach Italien und in ein Kloster, wo sie, schließlich getauft und Christin geworden, als Ordensfrau bis zu ihrem Tod 1947 lebte. Denken wir an sie, als Schutzheilige für all die Menschen, die HEUTE Opfer von Menschenhandels sind – und für die auch wir als Christen verantwortlich sind.
80% der Opfer von Menschenhandel sind Frauen, oft junge
Mädchen, die sexuell ausgebeutet werden. Unter falschen Versprechungen werden
sie ins Ausland gelockt, auch hierher nach Österreich. Bitten wir für sie
Viele betroffene Frauen können ja wegen des
Stigmas der Prostitution nicht nach Hause zurückkehren können.
Bitten wir für die unbekannte Zahl an Menschen, die entführt, verkauft oder "adoptiert" wurden, um ihnen Organe zu entnehmen.
Bitten wir für all die Buben, junge Burschen, die zum Kriegsdienst in Terror Organisationen gezwungen werden
Bitten wir für alle, die rechtlos wie Sklaven leben, in der Landwirtschaft, in Bergwerken, Fabriken, auf dem Bau, in Restaurants, oft auch als Dienstboten in Privathäusern
So bitten wir im Namen Jesu
Amen
Nicht zuletzt Migranten
und Flüchtlinge sind Opfer einer neuen Form der Sklaverei. Mehr als 10.000
unbegleitete Flüchtlinge unter 18 Jahren sind nach Schätzung von Europol in
Europa verschwunden, möglicherweise viele ein Opfer von Menschenhändlern. Man schätzt,
dass mehr als 20 Millionen Menschen JETZT und HEUTE wie Sklaven gehandelt
werden. 60 Prozent der Betroffenen sind Frauen und Kinder. Sie leiden unter
schwerem Missbrauch und unsäglicher Gewalt. Für Menschenhändler und Zuhälter
ist es ein Milliarden Dollar Geschäft – und spielt sich auch vor unseren Augen
ab, vor allem in den Großstädten, wie Wien. Wie viel unfassbares Leid und
Verzweiflung steht hinter jedem einzelnen Schicksal.
7.2.2026 Mk.6.30 er hatte Mitleid mit ihnen, mit-leiden, miteinander Mensch sein
Eigentlich will sich Jesus nach langen Gesprächen mit den Aposteln endlich ausruhen, sie ziehen sich an einen ruhigen Ort zurück, aber dann, so heißt es im Evangelium, sah Jesus die vielen Menschen, die Hilfe von ihm erwarteten – und der Evangelist Markus schreibt: "Er hatte Mitleid mit ihnen, denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben". Jesus hat Mitleid, Jesus schickt die Menschen nicht weg, er verzichtet auf sein Bedürfnis nach Ruhe. Das ist es, was das Leben Jesu ausmacht: das Mit-leiden, das mit-fühlen, das mit uns Mensch sein. Jesus hat genau das, wovon wir in der ersten Lesung gehört haben. Jesus hat ein hörendes Herz. Das nämlich erbittet sich der junge König Salomon von Gott. Nicht Erfolg und Reichtum wünscht er sich für seine Regentschaft, sondern – „ein hörendes Herz“ um sein Volk , um die Menschen zu verstehen. zu verstehen . Bitten auch wir um ein Herz, das auf sich selbst und auf andere hören kann
Gib uns ein hörendes Herz - Für die Menschen in unserer Familie, für unsere Freunde, für all die, mit denen wir im Alltag zu tun haben und denen wir heute begegnen werden
Gib uns ein hörendes Herz - Gerade jetzt in dieser Zeit, die viele als Krise erleben. Dass wir helfen und Unterstützung geben, wie immer wir das tun können
Gib uns ein hörendes Herz - Dass wir auf unsere Umwelt achten, dass wir sorgsam mit Nahrundmitteln umgehen, dass wir bescheiden leben, dass wir uns für eine gerechte Entwicklung unserer Welt engagieren
Gib uns ein hörendes Herz - Lass uns aber auch Menschen sein, die auf sich selbst achten. Dass wir uns auch selbst guttun. Dass wir uns ohne schlechtes Gewissen Gutes gönnen, dass wir genießen können
Gib uns ein hörendes Herz - Lass uns Menschen sein, die sich Tag für Tag dankbar in Dir geborgen fühlen, dass wir deine Stimme hören und ihr vertrauen
so bitten wir dich guter Gott: Lass uns ein bißchen wie Jesus sein. Leid und Tod können wir nicht besiegen, aber wenigstens da und dort Gutes tun, darum bitten wir . Amen