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Mittwoch, 14. Januar 2026

Fürbitten 15.1. gib uns den Mut zur Nähe

 

15.1.2026 Mk 1.40  BERÜHREN wenn du willst kannst du mich heil machen  

 An Jesus fällt auf, dass er keine Angst vor Nähe und Berührung hat. Wenn er Menschen begegnet, berührt er sie immer wieder, oder er lässt sich von ihnen berühren - auch von solchen, die als gefährlich ansteckend galten und von der Gesellschaft ausgesondert bleiben sollten. In der heutigen Evangeliums Erzählung von Markus bittet ein Aussätziger Jesus um Hilfe, einer, sich nach damaligen Normen eigentlich gar nicht gesunden Menschen nähern durfte. Aber Jesus weicht nicht zurück, Jesus verscheucht ihn nicht – „Wenn du willst kannst du mich rein machen“, fleht dieser Mann und Jesus, so heißt es im Markus Evangelium, Jesus streckt seine Hand aus und berührt diesen  Unberührbaren. Jesus heilt ihn, wenn auch mit dem Auftrag, niemandem davon zu berichten. (woran sich der Mann nicht halten wird) Wir aber können uns fragen:  Wie halten wir eigentlich es mit Nähe und Berührung?   so bitten wir:

 

gib uns den Mut zur Nähe,

dass wir uns Menschen und ihre Schicksale nicht vom Hals halten

dass wir uns nicht Angst vor Fremden einreden lassen

dass wir bereit sind, Meschen an uns heranzulassen, dass wir uns auf sie einlassen

 

 

gib uns den Mut zur Nähe,

dass wir unkompliziert Hilfe anbieten,

dass wir keine Angst davor haben, belästigt und ausgenützt zu werden,

dass wir uns auch dann aufs Helfen einlassen, wenn es zunächst sinnlos scheint

 

 

gib uns den Mut zur Nähe,

dass wir uns auf unsere eigenen Gefühle einlassen,

dass wir uns das eigene Bedürfnis nach Nähe und Berührung eingestehen,

dass wir anderen überhaupt die Möglichkeit geben, liebevoll zu uns zu sein

 

 

Jesus, gib uns den Mut zur Nähe,

dass wir uns auch von DIR berühren lassen.

Dass DU nicht eine theologische Floskel für uns bist, ein frommes Programm

Lass uns alles was wir an Liebe und Nähe ersehnen

Auch in dir und durch Dich erfahren

 

Guter Gott, segne unsere Hände, dass sie behutsam sind, dass sie halten können,
ohne festzuhalten, dass sie geben können ohne Berechnung, dass sie die Kraft haben zu trösten und zu segnen. Segne uns, dass wir einander berühren können, auch in der Tiefe unserer Seele – amen
 

immer wieder einen neuen Blick wagen

 


"Mitten im Winter habe ich endlich gelernt, 

dass es in mir einen unbesiegbaren Sommer gibt". Albert Camus

 

„Melancholie ist Freude in der Traurigkeit“     Andreas Spechtl Ja Panik

 

"Zerstöre die Trübnisstaude und säe
Drei Körner vom weißen Mohn in mein Herz
Ich brauche leichtere Träume
Um über die Brücke zu kommen..."Christine Lavant

 

"Je länger man vor der Tür zögert, desto fremder wird man" Franz Kafka

 

"Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." Sören Kierkegaard

 

„Es gibt keine echte Begegnung ohne Zwischenraum.“ Martin Buber

 

"..es bleibt nichts wie es ist

es wandelt sich

und mich"  Rose Ausländer

 

"Drei Dinge sollte der Mensch wissen, um in dieser Welt zu überleben: Was für ihn viel, was für ihn zu wenig, und was genau richtig ist." Suaheli Sprichwort

 

„Und dies ist die ganze Kunst unseres Lebens: 

das eigene Maß zu finden und schätzen zu lernen- Eugen Drewermann


"Die Zeit verwandelt uns nicht, sie entfaltet uns nur" Max Frisch

 

„Wer A sagt, der muss nicht B sagen. Er
kann auch erkennen, dass A falsch war.“ Brecht


„Es gibt viel Trauriges in der Welt und viel Schönes -
manchmal scheint das Traurige mehr Gewalt zu haben, als man ertragen kann, dann stärkt sich indessen leise das Schöne und berührt wieder unsere Seele.“  Hugo von Hofmannsthal

 

 "Dankbarkeit ist die Wachsamkeit der Seele gegen die Kraft der Zerstörung." (Gabriel Marcel)

 

"Glück heißt seine Grenzen kennen und sie lieben" Romain Roland




Dienstag, 13. Januar 2026

Fürbitten 14.1. Ganz OHR sein

 

14.1.2026 1 Sam.3. Hier bin ich, du hast mich gerufen 

Die erste Lesung heute erzählt vom jungen Tempeldiener Samuel, der in der Nacht aus dem Schlaf aufschreckt, weil er eine Stimme hört. Als dies dreimal hintereinander geschieht, sagt ihm der Priester Eli: Gott selbst hat dich gerufen. Wenn du seine Stimme noch einmal hörst, dann sage „Rede Herr, dein Diener hört“ Und so geschieht es, und Samuel wird ein Leben lang der Stimme Gottes folgen, wie alle Propheten. Fühlen auch wir uns angerufen und berufen?  Bitten wir heute:

Lass uns keine Ausreden finden, lass uns nicht sagen: „ach da gibt es Berufenere“! Lass, dass wir uns nicht aus falscher Bescheidenheit oder ängstlich vor dem drücken, wozu jede und jeder von uns auf eine ganz bestimmte weise berufen ist

Hilf uns erkennen, was die ganz besondere Aufgabe ist, die immer wieder - in jedem neuen Lebensabschnitt - gerade auf „mich“ wartet und die gerade „ich“ ausfüllen soll

Hilf, dass wir keine Angst davor haben uns auf Neues einzulassen und dass wir auch nicht zu träge sind, uns von alten Mustern zu verabschieden

Lass, dass wir auch anderen helfen, ihre Berufung, ihren Weg zu finden, dass wir niemandem Steine in den Weg legen, niemanden entmutigen

Gib uns die Freude und die Kraft, auch dann an unserem Weg festzuhalten, wenn nicht immer alles Wonne und Waschtrog ist

Bitten wir um Männer und Frauen die ganz speziell in der Kirche Wege der Berufung gehen können, in vielfältiger Weise.

Bitten wir für all die Menschen, die in Politik und Gesellschaft zu wichtigen Ämtern berufen sind, dass sie ihre Aufgaben gewachsen sind und sie als Dienst an der Gemeinschaft verstehen

und bitten wir, dass wir auch in unserem Alltag immer besser hören - hinhören - lernen

So bitten wir wie Samuel, dass wir deine Stimme, Gott, hören. Lass uns "ganz Ohr" sein, hier und jetzt und mitten in unserem Alltag. Wir bitten im Namen Jesu. Amen

 

 

Montag, 12. Januar 2026

Fürbitten 13.1. Die richtige Autorität erkennen

 


13.1.2026 Mk 1. 21 dem Richtigen vertrauen, woran sich orientieren?

Im Markus Evangelium wird heute berichtet, wie Jesus zum ersten Mal öffentlich in der Synagoge von Kafarnaum auftritt – Jesus legt die Thora aus, einen Abschnitt aus der heiligen Schrift und die Menschen, die ihm zuhören, sind verblüfft. Jesus, der ja für sie ein ganz normaler Mensch ist, spricht mit einer ungewöhnlichen Autorität. Anders als die üblichen Prediger. Gleichzeitig tut Jesus etwas, was die Menschen zutiefst erschreckt. Unter den Gläubigen ist ein Mann mit einer offenbar schweren psychischen Erkrankung, von einem „unreinen Geist“ ist die Rede. Vielleicht ist damit auch das Böse, das Dunkle im Menschen gemeint: dieses erkennt in Jesus ein gefährliches Gegenüber, sozusagen das Gute, das Göttliche. Jesus nun treibt diesen Dämon aus – das Göttliche in der Person Jesu ist stärker als alles Bös . Markus verweist damit auf die Sonderstellung Jesu. Seiner Autorität soll man absolut vertrauen. bitten wir heute

Dass wir echte Autorität erkennen und nicht falschen Meinungsmachern hinterherlaufen

Dass wir erkennen, wer es wirklich gut mit uns meint oder wer uns nur manipulieren will

Dass wir in den täglichen Entscheidungen des Alltags unserem eigenen Verstand und auch unsrem Gefühl vertrauen

Dass wir uns helfen lassen, wenn uns ein Problem bedrückt

Dass wir Kopf und Seele frei bekommen von Gedanken, die uns nicht guttun

dass wir bewahrt werden von Abhängigkeiten und Zwängen, - Zwänge, die wir oft auch anderen aufzwingen wollen

dass wir vor allem aber dem guten Geist Gottes in uns vertrauen können

dass wir auch in andere einen guten Geist legen, Freude und Zuversicht

bitten wir auch, dass diese angespannte Zeit, in der wir leben, gute Geister weckt:  Mitgefühl, Solidarität, Toleranz und Respekt

bitten wir für all die Menschen, die mit quälenden Gefühlen und Gedanken nicht fertig werden

Du guter Gott, nimm von uns was uns belastet, was uns niederdrückt, was unser Denken und Fühlen beherrscht. Mach heil in uns, was in der Tiefe unseres Herzens krank und verletzt ist. Leg deinen guten Geist in uns. Lass uns erkennen, woran wir uns orientieren sollen. Darum bitten wir im Namen Jesu Amen

Sonntag, 11. Januar 2026

Fürbitten 12.1 der Alltag hat uns wieder ! Kann er uns verändern ??

 


12.1.2026  Mk 1.14  Kommt her, folgt mir nach -  sogleich, sofort

In der Liturgie der Kirche sind die feierlichen Weihnachtstage vorbei – und auch unsere besondere Stimmung nach dem Jahresanfang ist wohl wieder der Nüchternheit gewichen. Der Alltag hat uns wieder – und doch soll es kein Alltag sein, in dem es weitergeht wie bisher. In der Erzählung des Markus Evangeliums erleben wir heute den Beginn des öffentlichen Lebens von Jesus. Er ist nun ein erwachsener Mann von etwa 30 Jahren – er hat seine Berufung bei der Taufe durch Johannes im Jordan erfahren (das haben wir gestern gefeiert) und nun drängt es Jesus, in aller Öffentlichkeit über seine Sicht vom „Himmelreich“ zu sprechen und zu predigen. Es drängt ihn, auf Menschen zuzugehen. Jesus spricht die Fischer Simon und Andreas und wenig später auch Jakobus an. Die Männer sind alle bei ihrer Arbeit – aber nun sollen sie sich entscheiden, „SOGLEICH ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm“, heißt es wörtlich. SOGLEICH, so schreibt der Evangelist Markus.  Spüren wir selbst auch, dass Gott uns ruft? Spüre ICH, dass ich zu etwas gerufen, zu etwas berufen bin?

 

Wenn du mich rufst, Gott

Dann lass mich nicht lange zögern

Lass mich die Ausreden vergessen

Hol mich heraus aus der alten Routine

 

Wenn du mich rufst, Gott

lass mich das alte Gepäck zurücklassen

Mach mich frei von all dem ängstlichen Abwägen,

dem Bedürfnis nach Sicherheit

mach mich bereit auch etwas zu riskieren

 

Wenn du mich rufst Gott

Lass mich dem Neuen vertrauen

Lass meine Entscheidungen klar sein

Gib mir den Mut für neue Wege

Schenk mir Begeisterung

 

Wenn du mich rufst Gott

Dann lass mich nicht mit leeren Händen kommen

Lass mich Freunde mitnehmen auf den Weg

Lass mich die Sorgen und Nöte der anderen verstehen

Hilf mir, hilfreich zu sein

 

Wenn du mich rufst Gott

Dann lass mich die Freude in meinen Entscheidungen finden

Nicht schwer fällig lass mich gehen

Wie verliebt lass mich sein,

unbekümmert alles Alte loslassen

 

so bitten wir in diesem neuen Jahr: hilf uns, auf den Neu Anfang zu vertrauen. Gerade jetzt auch in dieser Zeit der Belastungen und Krisen, dass wir gemeinsam bereit sind, geduldig,  vernünftig und solidarisch zu handeln. Amen

Samstag, 10. Januar 2026

Fürbitten Sonntag 11.1 ..eintauchen in das Geheimnis unseres Lebens

 

10.1.2026 TAUFE JESU  Mt.3.13 

Mit dem heutigen Fest der „Taufe Jesu“ endet in der Liturgie offiziell die Weihnachtszeit. Der etwa 30 jährige Jesus erfährt bei seiner Taufe durch Johannes am Jordan seine Berufung. Er sieht den Geist Gottes auf sich herabkommen und Jesus hört eine Stimme, die ihm sagt: „Du bist mein geliebter Sohn. Dich habe ich erwählt“. Auch uns ist genau das – von Gott -  zugesagt: „Du bist geliebt, dich habe ich erwählt“. Aber wir erfahren auch immer wieder, dass wir nicht nur den Himmel über uns offen sehen – das heißt, wir erfahren nicht nur Momente der Glückseligkeit – immer wieder müssen wir im Leben sozusagen auch untergetaucht werden, wie im Fluss Jordan, müssen wir manchmal zuvor den Boden unter den Füßen verlieren. Müssen wir so manche Sicherheit und Selbstgewissheit verlieren, ehe sich der Himmel öffnet. So bitten wir heute

 

lass uns eintauchen - in das Geheimnis des Lebens

in Freude und Hoffnung, in Trauer und Schmerz,

hilf beim immer wieder neu anfangen

 

lass uns eintauchen - in das Geheimnis des Lebens

lass uns den guten Stimmen vertrauen, die wir hören

lass uns immer wieder ein Stück offenen Himmel sehen

 

lass uns eintauchen in das Geheimnis des Lebens

lass uns altes Überholtes loslassen, lass uns dem Neuen vertrauen

lass uns dankbar, gütig und geduldig sein

immer bereit zu Versöhnung und Ausgleich

 

lass uns eintauchen in das Geheimnis des Lebens

dass wir das Leid der Vielen wenigstens in unserem Herzen mittragen

wo immer in der Welt Menschen Opfer von Gewalt sind

bewahre uns dabei vor Bitterkeit und allen geschürten Ängsten

 

Beten und bitten wir mit Worten der Dichterin Hilde Domin

So Tauche uns ein
wasche uns mit dem Wasser der Sintflut 
durchnässe uns
bis auf die Herzhaut.

Denn . der Wunsch nach der Landschaft diesseits der Tränengrenze
taugt nicht,
der Wunsch, verschont zu bleiben,  er taugt nicht.

Es taugt nur die Bitte,
dass bei Sonnenaufgang die Taube den Zweig vom Ölbaum bringe,
…dass wir aus der Flut,
dass wir aus der Löwengrube und dem feurigen Ofen
immer versehrter und immer heiler
stets von neuem zu uns selbst entlassen werden.
                                                        

Darum bitten wir, guter Gott   lass uns aus den Fluten unserer Sorgen und Ängste immer wieder auftauchen, als Menschen, die zu Frieden und Versöhnung fähig sind. Öffne deinen Himmel über uns, sende uns 

Freitag, 9. Januar 2026

Fürbitten 10.1 Diese ganz besonderen Momente ....

 

10.1.2025 Du Gott der Anfänge Lk.4.14

Es gibt magische Momente im Leben. Ein kleines Erlebnis, ein Wort, ein Satz, sie „treffen“ einen, sie sind wie ein Wink aus einer anderen Welt. Vielleicht war es auch für Jesus wie ein Erweckungserlebnis: beim Besuch in der Synagoge bekommt er die Thorarolle gereicht, er schlägt sie, (wie es Brauch ist,) an irgendeiner Stelle auf und Jesus liest: „Der Geist des Herrn ruht auf mir...“ Auch wir kennen solche Momente: in einer Hundertstel Sekunde kann uns etwas vor Augen treten oder ins Herz fallen, was wie eine „Erleuchtung“ ist. Ein Moment, in dem ganz Neues beginnen kann. So bitten wir heute

dass wir erkennen: wenn die Zeit reif geworden ist für eine Entscheidung, einen Entschluss ein neues Denken

dass wir erkennen: was bleiben soll – und was sich ändern muss

dass wir erkennen: was HINTER vielem steht, was wir denken und tun

dass wir erkennen: wie uns alte Muster prägen – dass wir uns Neues zutrauen

dass wir erkennen: ob wir ehrlich zu uns sind – oder ob wir uns etwas vormachen

dass wir erkennen: dass uns nicht nur das, was gelingt, vorwärts bringt, sondern auch alle Schwierigkeiten

dass wir erkennen: was wir wirklich tun sollen – und nicht nur, was wir selbst wollen

dass wir erkennen: dass wir zur Freude berufen sind – und das Gute für uns suchen dürfen

dass wir erkennen: dass es keine schnelle Antwort gibt auf das unbegreifliche Leid in der Welt – nur unsere tägliche kleine Liebe

 

du Gott der Anfänge – jeder Tag ist NEU, jeder Tag ein Schritt in Unbekanntes.

Im Vertrauen auf Jesus gehen wir auch heute und dafür danken wir dir. Amen

 

 

 

Donnerstag, 8. Januar 2026

Fürbitten 9.1. vom Sehen und doch nicht sehen

 


9.1.2026  Mk.6.45  

 Das Evangelium erzählt heute von einem weiteren Wunder Jesu. Kurz zuvor erst war von der wunderbaren Brotvermehrung die Rede – nun erscheint Jesus den Jüngern, indem er am See über das Wasser geht. Es ist spät am Abend, die Jünger mühen sich beim Rudern mit Gegenwind, da erschrecken sie zu Tode, weil sie glauben, ein Gespenst zu sehen. In den letzten Zeilen der Erzählung heißt es: Sie waren bestürzt und außer sich Denn noch hatten sie nicht wirklich etwas von Jesus und seinem Wirken verstanden. Geht es uns nicht auch oft so. Wir sehen etwas – und erkennen den tiefsten Kern doch nicht. So bitten wir

 

Dass wir uns die Ruhe nehmen, Dingen auf den Grund zu gehen

Dass wir lieber zweimal hinsehen, auf Menschen oder Situationen, ehe wir uns ein Urteil erlauben

Dass wir uns die Zeit nehmen, Menschen in ihrem inneren Wesen wahr zu nehmen und zu verstehen

Dass wir auch uns selbst immer wieder hinterfragen, unsere wirklichen Motive und Beweggründe

Dass wir es uns auch mit dem Glauben nicht zu einfach machen, sondern immer wieder dem nachspüren, was wir neu in verschiedenen Lebenssituationen erfahren

Dass wir die Person Jesu nicht so schnell auf das festlegen, was man uns einmal vorgegeben hat – dass wir immer wieder neu und anders die Spur Jesu suchen, der wir nachgehen können

 

So bitten wir, dass unser inneres Erkennen immer tiefer wird, dass wir keine Scheu davor haben, immer wieder neu zu denken und neu zu sehen. Amen

 

 

Mittwoch, 7. Januar 2026

Fürbitten 8.1. sich auf den Weg machen - immer wieder

 


8.1.2026  Hl. Severin   - unterwegs sein

ER war sein Leben lang „unterwegs“: der hl.Severin, dessen Gedenktag heute ist. In der Mitte des 5.Jahrhnderts, war dieser Mönch auf einem für unsere heutigen Verhältnisse unvorstellbar langen, mühsamen und gefährlichen Weg unterwegs. Bis heute weiß man nicht, ob er Römer oder Germane war. Auf jeden Fall kam er vom Westen des römischen Reiches bis in die Nähe Wiens. Severin ist der erste namentlich bezeugte Glaubensbote auf dem Boden des heutigen Österreich. Severin gründete Klöster ua bei Passau und Mautern, wo er auch 482 friedlich starb. Er war zu seiner Zeit - zur Zeit des Zerfalls des Römischen Weltreiches - Brückenbauer und Ratgeber, der bei Germanen und Romanen, Arianern wie Katholiken großes Ansehen genoss. Gerühmt wird seine karitative Tätigkeit: während einer Hungersnot kümmerte er sich um die Verteilung von Lebensmitteln und Kleidung. Früher war Severin sogar zweiter Patron der Erzdiözese Wien Unsere Wege sind wohl weniger aufregend, und doch kann jeder kleine Schritt im Alltag Grenzen überschreiten.  So bitten wir auch für unsere inneren Wege in diesem Jahr

Lass uns aufbrechen – in ein Jahr, das so viele Fragezeichen hat

überschattet von Sorgen und Krisen

lass uns offen sein für das, was uns begegnet

lass, dass uns die Dankbarkeit trägt und das „miteinander“

 

Lass uns aufbrechen –  lass, dass wir uns Zeit nehmen auf dem Weg

lass uns nüchtern und beharrlich sein

gib uns einen klaren Blick für das, was nottut

 

Lass uns aufbrechen - und keine Sorge haben

wir könnten uns verlaufen

Lass uns Menschen sein, die Verantwortung für sich und andere übernehmen

 

Lass uns aufbrechen und -  wenn es sein muss -                                                                                     auch gegen den Strom schwimmen                                                                                                        Lass uns Ungerechtigkeit beim Namen nennen und dass wir uns für all die einsetzen, die niemand haben, der auf ihrer Seite steht.

 

Lass uns aufbrechen – lass uns schweres Gepäck zurücklassen

lass uns zurücklassen, was uns im vergangenen Jahr

mutlos, ängstlich, unsicher gemacht hat - hilf uns klare Entscheidungen zu treffen,

 

Lass uns aufbrechen und gehen, immer wieder, Tag für Tag so wie heute

nicht immer werden wir erreichen, was wir uns vorgenommen haben

aber immer wird es der Weg sein, auf dem Du uns 

in den Menschen mit uns - begegnest

 

Du guter Gott, zeig uns den Weg, der uns hinausführt aus der Enge und Begrenztheit unserer Gefühle, zeig uns den Weg, der uns offen macht für die Begegnung mit Dir. Dass wir dich erkennen können in den Menschen, die mit uns auf dem Weg sind. Darum bitten wir im Namen Jesu.Amen

Dienstag, 6. Januar 2026

Fürbitten 7.1. Wie uns der Himmel näher kommt

 

7.1.2025  Mt.4.12 Kehrt um

Nahtlos gehen im Matthäus Evangelium nun die Weihnachtserzählungen vom Kind Jesus in den Beginn seines öffentlichen Lebens über. Johannes der Täufer ist im Gefängnis – nun ist es Jesus der umherzieht, und verkündet: „Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe“ Jesus beginnt aber auch, Menschen zu heilen. Von überall her bringt man ihm Kranke berichtet heute das Evangelium. Was für ein Trost muss von Jesus ausgegangen sein. Aber auch wir können einander guttun. Bitten wir heute 

 dass wir sehen und nicht wegschauen, wenn Hilfe gebraucht wird

dass wir an der Seite von Menschen ausharren, auch wenn sie mühsam sind

dass wir in Geduld zuhören, wenn Menschen sich aussprechen wollen

dass wir uns Zeit nehmen, um bei Kranken und Alten zu sitzen

dass wir nach Worte suchen, auch dann, wenn es schwer ist zu trösten

dass wir uns nicht zurückziehen, wenn wir selbst ratlos und verunsichert sind

dass wir uns aber auch selbst öffnen und um Hilfe bitten, wenn wir Trost brauchen

Du guter Gott, hilf, dass auch wir einander heilend begegnen. Dass Menschen auch in unserer Nähe etwas von Deiner Zuwendung und Liebe erfahren können. Darum bitten wir durch Jesus, der uns diese Güte zu allen Menschen vorgelebt hat. Amen

Montag, 5. Januar 2026

Fürbitten DREIKÖNIGSTAG Wenn sich die Sehnsucht auf den Weg macht

 


6.1.2026  Mt.2.1 der Sehnsucht vertrauen  

"Alles beginnt mit der SEHNSUCHT", schreibt die Dichterin Nelly Sachs - und von genau dieser Sehnsucht spricht auch das heutige Dreikönigsfest. Das Matthäus Evangelium berichtet von drei Magiern, die sich von weither auf den Weg nach Bethlehem gemacht haben – sie folgen einem Stern, der sie zu einem neugeborenen König führen soll.  „..der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor Ihnen her, bis er über dem Ort stehen blieb, wo das Kind war“ heißt es in der Geschichte. Von großer Freude ist dann de Rede, die drei Weisen huldigen dem geheimnisvollen Kind – aber sie bleiben nicht an diesem Ort, wo sich ihre Sehnsucht erfüllt hat – die Männer machen sich wieder auf den Weg heim in ihr Land. Wunderbar poetisch wird da etwas beschrieben, was auch mit unserem Leben zu tun hat. Mit unserer Sehnsucht, mit dem -Stern, dem wir immer wieder folgen dürfen – und der uns letztlich doch wieder zurück in unseren Alltag führt. bitten wir heute 

Dass wir den Stern sehen –  dass wir der Sehnsucht vertrauen

Dass wir immer wieder aufbrechen aus dem Vertrauten und Gewohnten

 

dass wir der Sehnsucht vertrauen – dass wir uns auf ganz Neues einlassen, dass wir uns keine Angst vor dem Risiko einreden lassen

 

dass wir der Sehnsucht vertrauen – dass wir einen langen Atem haben, dass wir uns Zeit geben und nichts erzwingen

 

dass wir der Sehnsucht vertrauen – dass uns Enttäuschungen und Rückschläge nicht resignieren lassen, dass wir uns immer wieder neu auf den Weg machen

 

dass wir der Sehnsucht vertrauen - dass wir das Besondere, (den Stern über die Krippe) dann auch im ganz Kleinen und Unscheinbaren in unserem Alltag erkennen

 

dass wir der Sehnsucht vertrauen - - dass sie uns stark macht, immer wieder in unseren Alltag zurückzukehren und geduldig unsere Aufgaben zu erfüllen

 

dass wir der Sehnsucht vertrauen und - dass wir die Sehnsucht wachhalten, weil wir einander in Liebe suchen und begegnen

 

So bitten wir, dass wir DICH finden Gott, auf UNSEREM Weg zur Krippe und zum neugeborenen Kind. Dass Du unsere Sorgen, unsere Ängste und alles was wir falsch machen, verwandelst, in „Gold, Weihrauch und Myrrhe“, die wir dankbar niederlegen, als die Schätze unseres Lebens. Lass uns gemeinsam unterwegs sein: auch in der immerwährenden Bitte um Frieden. Frieden und Heil für das große Leid in dieser Welt. Und für das Leid eines jeden einzelnen Menschen. Im Namen Jesu Amen

 

Sonntag, 4. Januar 2026

Fürbitten 5.1. Was kann mich noch begeistern ?

 


5.1.2024 Joh.1.43 Nachfolge   komm schau selbst 

Das Evangelium heute führt uns wieder weg von der Krippe zu dem schon erwachsenen Mann Jesus. Wir sind am Anfang der Wandertätigkeit Jesu. Und es geht um das, was wir „Nachfolge Jesu“ nennen. Immer mehr Menschen sind von ihm fasziniert, und schließen sich ihm an. Konkret berichtet wird heute von zwei Männern, Philippus und Natanael, die sich für Jesus interessieren – wobei Philippus keine Minute zögert, als Jesus ihn auffordert und sagt: „Folge mir nach“. Ja, wenig später bringt Philippus auch seinen skeptischen Freund Natanael zu Jesus. Dieser hatte zuvor noch gemeint: „Was kann denn schon Gutes aus Nazareth kommen“, also aus der Stadt, in der Jesus lebte. Wie läuft das bei uns? Wie schnell machen wir uns auf den Weg, wenn wir etwas als richtig erkennen? – und motivieren wir auch Freunde? Bitten wir heute

 

Dass wir alles stehen und liegen lassen, wenn wir spüren, dass es etwas gibt, was unserem Leben eine andere, gute Richtung geben kann

dass wir uns für eine Sache engagieren und auch begeistern können

dass wir den Mut haben, klare Entscheidungen für uns selbst zu treffen, auch wenn andere sie vielleicht momentan gar nicht verstehen

dass wir aber achtsam abwägen, welche Motive uns bei aller Begeisterung wirklich bewegen

dass wir Vertrauen haben in all das Unbekannte, auf das wir uns einlassen sollen und mit dem wir vielleicht schon heute konfrontiert sind

dass wir mit anderen darüber sprechen können, was uns bewegt und warum wir glauben

dass unsere Lebensfreude und unsere Glaubensfreude ansteckend sind

dass wir so andere auf den Weg unseres Glaubens mitnehmen

Lass aber auch uns selbst Menschen finden, die uns immer wieder ein Stück weit mitnehmen zu dir

 

Um all das bitten wir in diesen letzten Tagen der Weihnachtszeit. amen

Samstag, 3. Januar 2026

Fürbitten 4.1. Am Anfang war das Wort

 

4.1.2026 2.Sonntag der Weihnachtszeit  Joh.1.1.  

Es gibt magische Momente im Leben. Der Wechsel vom alten in ein neues Jahr ist ein solcher – und das Evangelium heute am 2.Sonntag nach Weihnachten führt uns wieder zu einem solchen Anfang. „Am Anfang war das Wort“, so beginnt das Johannesevangelium und es macht uns bewusst, dass jeder Tag, ja, jede Stunde ein neuer Anfang sein kann. Vom Logos spricht Johannes, vom göttlichen Wort, aus dem alles seinen Anfang nimmt – bleiben wir beim Wort – mit dem auch wir Gutes in die Welt bringen können. So bitten wir

Du Gott des Anfangs - segne unsere Worte

Damit wir die richtigen Worte für andere finden


Du Gott des Anfangs - segne unsere Worte

Damit sie helfen, einander besser zu verstehen und anzunehmen


Du Gott des Anfangs - segne unsere Worte

Damit wir mit ihnen vergeben und verzeihen können

 

Du Gott des Anfangs - segne unsere Worte

Damit sie von Freude und Dankbarkeit sprechen

 

Du Gott des Anfangs - segne unsere Worte

Damit wir mit ihnen Offenheit und Frieden und schenken


Du Gott des Anfangs  - segne unsere Worte

Damit wir uns in deinem Wort wieder finden


Du Gott des Anfangs - segne unsere Worte

Damit wir Worte für DICH finden

 

So bitten wir im Namen Jesu, der dein Wort ist, das du in unsere Welt gesprochen hast. Amen

 

 

Achte auf deine Gedanken, denn sie werden Worte.
Achte auf deine Worte, denn sie werden Handlungen.
Achte auf deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheit.
Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Charakter.
Achte auf deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal.

Talmud

 

 

 

 

 


Freitag, 2. Januar 2026

Fürbitten 3.1. Kind Gottes! Fühle ich das?

 

3.1.2026   1 Joh.2 wir sind Kinder Gottes   Joh.1.29 Berufung Jesu am Jordan

Noch ist in den Kirchen liturgisch Weihnachtszeit, noch sehen wir Krippen mit dem Jesus Baby, noch stehen in vielen Wohnungen die Christbäume. Im Evangelium heute sind wir aber schon viel weiter. Das Baby Jesus ist ein Mann geworden, ungefähr 30 Jahre alt so glaubt man. Als dieser erwachsene Jesus sich am Jordan von Johannes taufen lässt, da erfährt er seine BERUFUNG –der Geist Gottes lässt sich auf ihm nieder, so bezeugt es der Täufer Johannes. Wir selbst sind durch das Evangelium aber nicht nur Zuschauer dieses Geschehens, auch wir selbst sind Kinder Gottes, wie es in der Lesung heißt, auch auf uns ruht der Geist Gottes: so bitten wir heute ganz bewusst im NAMEN Jesu

Dass wir gerade am Anfang dieses neuen Jahres sehen können, wo und wozu auch wir von Gott berufen sind, wo wir gebraucht werden, wo der Platz im Leben ist, den gerade wir ausfüllen sollen

Dass wir immer besser spüren, was es bedeutet, dass der „Geist Gottes“ auch auf uns ruht, dass der Geiste Gottes auch in uns wirkt, dass wir den Mut haben dürfen, unseren Sehnsüchten und Visionen nachzuspüren

Direkt als Kinder Gottes werden wir angesprochen – so bitten wir, dass wir ganz bewusst das Kind in uns wahrnehmen, auch das Kind in uns mit seinen Verletzungen, Kränkungen und Ängsten

Bitten wir, dass wir nicht erstarren als würdevolle Erwachsene, dass wir innerlich nicht alt werden, dass wir nicht immer schon alles wissen, dass wir nicht immer auf alles eine fertige Antwort haben

bitten wir, dass wir wie Kinder ganz bewusst nach dem suchen, was uns Freude macht, was uns gut tut, dass wir uns getrauen, unbekümmert zu sein, dass wir uns nicht niederdrücken lassen von Sorgen und Ängsten

 Ganz besonders bitten wir auch heute noch für die Opfer der schrecklichen Brandkatastrophe in Crans Montana - für die Angehörigen der Toten, und für die vielen so schwer Verletzten. Steh du allen bei, die voll Angst und verzweifelt sind

So bitten wir, du guter Gott hilf unseren Wünschen und Vorsätzen in diesem neuen Jahr, zeige uns von Tag zu Tag mehr, wie du uns haben willst - als Kinder Gottes, DIR und uns zur Freude. Dass wir dazu berufen sind. Amen

 

 

Donnerstag, 1. Januar 2026

Fürbitten 2.1. NUR HEUTE - einfach Tag um Tag

 

2.1.2026 neu anfangen

 Der 2.Jänner ist ein eigenartiger Tag.  JETZT ist es wirklich DA, das Neue Jahr, aber noch ist es so ungewohnt, dass es auf Anhieb schwer fällt, das richtige Datum zu schreiben.  Noch fühlt man sich nicht heimisch im Neuen und vielleicht stockt auch schon der große Schwung der mit Elan gefassten Neujahrsvorsätze: soll man wirklich HEUTE schon anfangen, mit all dem, was man sich so großspurig vorgenommen hat? Nehmen wir uns Anleihe beim Konzilspapst Johannes XXIII: und seinen Gebetsbitten. „Nur heute“, so bittet er und so wollen auch wir bitten

NUR HEUTE - lass mich den Tag ohne Einschränkung dankbar annehmen, trotz aller Probleme und offenen Fragen

NUR HEUTE – lass, dass ich mich den Umständen dieses Tages anpassen kann, den Bedürfnissen der Menschen, ohne zu verlangen, die sie sich mir anpassen

NUR HEUTE - lass mich etwas tun, wozu ich eigentlich keine Lust habe und lass, dass ich  meine Grantigkeit dabei niemand spüren lasse 

NUR HEUTE - lass mich eine gute Tat vollbringen, und es niemanden erzähle

NUR HEUTE - lass mich ganz bewusst für jemand anderen etwas tun, ohne dass ich selbst etwas davon habe

NUR HEUTE - lass mich so leben, dass ich niemanden kritisiere, dass ich niemand verbessern will, außer mich selbst

NUR HEUTE - lass, dass ich mich vor zwei Übeln hüte: der Hetze und der Unentschlossenheit.

 

Du guter Gott, nur für HEUTE, lass uns all das versuchen. Denn nur Heute ist es uns gegeben, das Gute an diesem einen Tag zu wirken. So bitten wir im Namen Jesu. Amen