Der Engel in dir
freut sich über dein
Licht
weint über deine Finsternis.
Aus seinen Flügeln rauschen
Liebesworte
Gedichte Liebkosungen.
Er bewacht
deinen Weg.
Lenk deinen Schritt
engelwärts.“
Rose Ausländer
Der Engel in dir
freut sich über dein
Licht
weint über deine Finsternis.
Aus seinen Flügeln rauschen
Liebesworte
Gedichte Liebkosungen.
Er bewacht
deinen Weg.
Lenk deinen Schritt
engelwärts.“
Rose Ausländer
22.2.2026 1.Fastensonntag Mt.4.1 Versuchung Jesu Gen. 2.7. Vertrieben aus dem Paradies
Was macht unser Mensch-sein aus? Wovon lebt der Mensch? Wofür soll er sich entscheiden? Zwei dramatische Erzählungen werden heute einander gegenübergestellt.
Das Evangelium berichtet, dass sich Jesus für
ein radikales Fasten für 40 Tage in die Wüste zurückgezogen. Dort versucht ihn
der Teufel mit allerlei Angeboten von Herrschaft, Macht und Reichtum au eine
Seite zu ziehen. Jesus widersteht diesen Versuchungen ohne wenn und aber. Für
ihn ist Gott die einzige, die entscheidende Instanz. ohne lange abzuwägen Wir
wissen, hier geht es nicht um eine Reportage – genau so wenig wie in der Geschichte
vom „Sündenfall“, die wir in der ersten Lesung hören. Anders als Jesus
widersteht das erste Menschenpaar nicht den Versuchungen des "Teufels". Adam und
Eva essen von der verbotenen Frucht. Hier werden uns zwei grundsätzlich
mögliche Lebensentscheidungen vor Augen gestellt. Wie entscheiden wir, wenn es
gilt zwischen gut oder nicht gut abzuwägen? was ist die Rangordnung unserer Werte, Wovon
leben wir, woraus schöpfen wir unsere Kraft? So bitten wir
dass wir überhaupt einmal den Mut haben, klare Entscheidungen zu treffen, dass wir nicht in einem ewigen unsicheren Abwägen verharren
dass wir immer wieder neu herausfinden, was für uns gut oder nicht gut ist, das kann in einer neuen Lebensphase immer wieder anders sein
dass wir uns aber auch immer ehrlich die eigentlichen Motive unseres Handelns ansehen, dass wir uns über uns selbst nichts vormachen
dass wir bei Entscheidungen die Freiheit der anderen achten, denn wenn wir manchmal glauben, dass wir für sie „nur das Beste wollen“ – muss es nicht das Richtige sein
dass wir auch falsche Entscheidungen im Nachhinein nicht als Tragödie sehen, auch sie sind ein Weg, auf dem Gott uns führt
dass wir bereit sind, manchmal auch die „Wüste“ auszuhalten, die vielen Momente, in denen wir mit uns kämpfen müssen und es auf viele Fragen keine eindeutige Antwort gibt
SEIN
Geht hinaus
in euren Tag
ohne
vorgefasste Ideen…
ohne Plan
von Gott,
ohne über
ihn Bescheid zu wissen…
Brecht auf
ohne Landkarte –
und wisst,
dass Gott unterwegs zu finden ist,
und nicht
erst am Ziel.
Versucht
nicht, ihn nach fertigen Rezepten zu finden,
sondern
lasst euch von ihm finden
in der Armut eines banalen Lebens".
Madleine Delbrêl
21.2.2026 Jes 58,9 der die Ruinen wieder bewohnbar macht
In der jüdischen Bibel geht es auch heute einmal mehr um die soziale, gesellschaftliche Seite des Fastens. Richtiges Fasten muss Auswirkungen auf die Gesellschaft haben. Im Buch Jesaja nennt Gott den Menschen, der sich anderen liebevoll und helfend zuwendet einen: „Maurer, der die Risse ausbessert, den, der die Ruinen wieder bewohnbar macht“. Beim Wort Ruinen haben wir wohl sofort die Bilder aus dem Gaza Streifen und aus der Ukraine vor Augen – wie sehr sehnen sich die Menschen dort und an allen Krisenherden dieser Welt nach Frieden. Um diesen Frieden wenigstens zu beten, denn viel mehr können wir selbst nicht tun, um diesen Frieden zu beten, auch das gehört zum Fasten.
So bitten wir: um Zuflucht und Hilfe für alle, die Opfer von Krieg, Gewalt und Zerstörung sind - Vor allem für die Kinder bitten wir, für die Alten und Kranken und alle, die in dieser verheerenden Situation unermüdlich helfen
Bitten wir, dass wenigstens wir im Kleinen Streit und Konflikte beilegen können, dass neues Leben auch dort entstehen kann, wo wir gescheitert sind -
bitten wir, dass wir den Menschen, die mit uns
leben, das Leben leichter machen
Im
Evangelium sagt Jesus, nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Bitten wir, dass wir selbst
mitfühlend sind und Not erkennen, dass wir Menschen nicht ausgrenzen, dass wir
denen eine Stimme geben, die hilflos sind
Bitten
wir für uns selbst um ein Gesund-werden von allem, was in unserer Seele, in unserem Herzen in
unseren Gedanken und Gefühlen noch nicht ganz heil ist.
und bitten wir, dass wir uns selbst nicht so wichtig
nehmen - dass wir nicht fasten, um uns selbst etwas zu beweisen, sondern dass
uns Fasten frei macht für einfaches "da-sein" und "gut-sein", dass wir einander gut
tun
So bitten wir im Namen Jesu. Amen
Jesája 58,9
Wenn du Unterjochung aus deiner Mitte entfernst,
auf keinen mit dem Finger zeigst und niemandem übel nachredest,
den Hungrigen stärkst und den Gebeugten satt machst,
dann geht im Dunkel dein Licht auf
und deine Finsternis
wird hell wie der Mittag.
Der Herr wird dich immer führen,
auch im dürren Land macht er dich satt
Die Deinen bauen uralte Trümmerstätten wieder auf,
die Grundmauern vergangener Generationen stellst du wieder her.
Man nennt dich Maurer, der Risse schließt,
der Pfade zum Bleiben wiederherstellt….
20.2.2026 Jes.58.1 RICHTIG FASTEN
Dritter Tag unserer Fastenzeit. 40 Tage wird sie dauern. Aber:
Worin besteht richtiges fasten? Wenn wir auf die Waage steigen und sagen: „Da
müssen zehn Kilogramm runter“! - dann ist das zwar eine löbliche
Absicht, die unserer Gesundheit gut tun wird. Aber wem sonst soll es
nützen? Dem Propheten Jesaia, der heute im Bibeltext zitiert wird, geht es um
die gesellschaftliche Dimension dessen, was wir tun sollen und was „fasten“
bedeutet. „Nur für mich allein fromm sein“ - das ist gut und doch zu wenig.
Jesaia aber gibt eine klare Gebrauchsanweisung für „richtiges „fasten“.
Orientieren wir uns an seinen Worten und bitten wir:
...dass wir Fesseln des Unrechts lösen, - dass wir erkennen, wo wir selbst Anderen Unrecht tun, - dass wir Schluss machen mit Tratschereien, mit Vorurteilen, mit schlechten Nachreden - dass wir aber auch mit uns selbst gerecht und barmherzig umgehen
dass wir die Stricke des Jochs entfernen - dass wir niemand von uns abhängig machen, - dass wir Menschen aufrichten und ermutigen - dass wir uns aber auch selbst frei machen von dem Zwang, Anderen alles Recht machen zu müssen - dass wir auch selbst aus Abhängigkeiten herausfinden
dass wir die Versklavten freilassen - dass wir aufhören, anderen – so oft auch unseren Kindern - unsere Ansichten aufzuzwingen, - dass wir niemand unter Druck setzen, aus welchen Gründen auch immer - dass wir Niemand abwerten und klein machen, um uns selbst besser zu fühlen
dass wir an die Hungrigen unser Brot austeilen. dass wir die obdachlosen Armen ins Haus aufnehmen, dass wir Nackte bekleiden - dass wir mit Spenden großzügig sind, gerade jetzt, wo Hilfe so dringend gebraucht wird - dass wir entschieden auftreten, wenn gegen Flüchtlinge und Migranten Stimmung gemacht wird - dass wir auch unsere Zeit TEILEN, und auch Zeit für uns selbst nehmen, uns Gutes gönnen
und noch eines fordert Jesaia: „entziehe dich nicht deinen Verwandten“ - wie oft es viel leichter, sich um „Andere“ zu kümmern, dafür gibt es auch Lob und Anerkennung. Viel schwerer ist oft, in der eigenen Familie oft unbedankt DA zu sein. Herr hilf uns, dass wir uns liebevoll und geduldig Zeit und Auszeit füreinander nehmen - in unseren Familien, in unseren Freundschaften, Partnerschaften, am Arbeitsplatz
so bitten wir mit den Worten des Propheten Jesaja und wir bitten im Namen Jesu. amen
Jesaja ist
ein bedeutender Prophet sowohl für jüdische als auch christliche
Gläubige. Von ihm stammt das längste Buch der Propheten in der Bibel.
Jesaja lebte vor mehr als 700 Jahren vor Christi Geburt. Er sagte nicht
nur viele Ereignisse voraus, darunter die Zerstörung Israels durch die
Assyrer. Jesaja kritisierte vor allem auch das Verhalten seines eigenen Volkes:
vor allem Habgier, Anbetung fremder Götter, und maßloses Verhalten bei Sex,
Trinken und Alkohol. Vor allem aber geht es immer wieder um soziale Ungerechtigkeit
um verlogenes Verhalten des Einzelnen aber auch um Scheinheiligkeit bei
Gottesdienst und Kult.
Wie auch im heutigen Text (der allerdings bereits
von Jesaja Schülern verfasst worden ist) Jesaja teilt seinem Volk eine Antwort
Gottes auf die vielen Klagen mit, dass es ihnen, den Menschen, nicht gut
geht. JAHWE richtet den Israeliten aus: Rein körperliches Fasten („den Kopf
hängen lassen wie eine Binse“) interessiert Gott nicht. Das Fasten bringt vor
allem auch dann nichts Gutes ein, wenn gleichzeitig mit brutaler Gewalt
Geschäfte betrieben und andere ausgenützt werden. Richtiges Fasten wird
dann ganz klar beschrieben:
"Seht, an euren Fasttagen macht ihr Geschäfte
und alle eure Arbeiter treibt ihr an.
Seht, ihr fastet und es gibt Streit und Zank
und ihr schlagt zu mit roher Gewalt.
So wie ihr jetzt fastet, verschafft ihr eurer Stimme droben kein Gehör....
Ist nicht das ein Fasten, wie ich es wünsche:
die Fesseln des Unrechts zu lösen, die Stricke des Jochs zu entfernen,
Unterdrückte freizulassen, jedes Joch zu zerbrechen?
Bedeutet es nicht, dem Hungrigen dein Brot zu brechen,
obdachlose Arme ins Haus aufzunehmen,
wenn du einen Nackten siehst, ihn zu bekleiden
und dich deiner Verwandtschaft nicht zu entziehen?
Dann wird dein Licht hervorbrechen wie das Morgenrot
und deine Heilung wird schnell gedeihen".
Achtung da kommt einiges ins Rollen
Leben:
scheitern, scheitern,
scheitern
immer perfekter scheitern
George Tabori
Nicht suchen, was mir fehlt –
Finden, was
ich habe
Aus dem Gästebuch eines Klosters
Fastenrezept - 3000 Jahre alt
„sinnlos, den Kopf hängen zu lassen, sinnlos in Sack und Asche zu gehen
Hört lieber auf mit euren Streitereien. Hört auf mit der Gewalt
Beseitigt Unrecht. Nehmt Menschen ihre Last ab
Gebt frei, die ihr von euch abhängig gemacht habt
Macht euch selbst und den Anderen das Leben leichter
Kümmert euch um die Hungrigen. Nehmt die Obdachlosen und die Fremden auf
Schaut zu, dass es den Armen bei euch besser geht
Bringt niemand in Verlegenheit, dass er wie nackt dasteht
Ja, und entzieht euch nicht eurer Familie:
kümmert euch um die, die ihr ganz nahe habt,
Manchmal ist das nämlich am Schwierigsten"
Der jüdische Prophet Jesaia 700 vor unserer Zeitrechnung
19.2.2026 Dtn. 30.15 Leben u Tod lege ich dir
vor Lk 9.22 Was nützt es, wenn der Mensch die ganze Welt gewinnt,
dabei aber sich selbst verliert
In den Lesungen heute wird „Klartext“
gesprochen. „Leben oder Tod“ – was wählt ihr?“ so fragt Moses das Volk, die
Israeliten. Es ist seine letzte große Rede, sein Vermächtnis, ehe er stirbt.
"Leben" heißt für Moses: nach den Geboten Gottes zu leben. Im
Evangelium sagt es Jesus überdeutlich: „Was nützt es dir, wenn du die ganze
Welt gewinnst, dabei aber dich selbst verlierst und Schaden nimmst.“ Was aber heißt das: „Sich selbst
verlieren", und was heißt es für mich: „Wähle das Leben“? Muss
ich Angst haben, dass das Leben zu einer einzigen großen Anstrengung und
Bußübung wird? Eigentlich ist es viel einfacher. Gehen wir „das Gute
wählen“ bescheiden an, wie es Papst
Johannes XXIII in einem Gebet getan hat – wenigstens HEUTE, immer nur Tag für
Tag, wollen wir es versuchen so bitten wir
NUR HEUTE
lass mich ganz im Vertrauen auf Dich leben, ohne die Probleme meines
Lebens alle auf einmal lösen zu wollen -
NUR HEUTE
lass mich etwas tun, wozu ich eigentlich keine Lust habe
NUR HEUTE
soll es mir gelingen, nicht die anderen zu kritisieren oder zu verbessern -
lass mich nur an mir selbst arbeiten.
NUR
HEUTE will ich ganz bewusst für jemand anderen etwas Gutes tun, ohne
selbst etwas davon zu haben und ohne es an die große Glocke zu hängen
NUR HEUTE
will ich mich bemühen, den Tag dankbar anzunehmen, ganz gleich, welche Probleme
es gibt und welche Sorgen ich habe
NUR HEUTE
will ich mich ohne Murren den Gegebenheiten des Tages anpassen, ohne zu
verlangen, dass sich die Gegebenheiten an meine Wünsche anpassen.
NUR
HEUTE wenigstens werde ich versuchen, mich vor zwei Übeln hüten: Vor der
Hetze und der Unentschlossenheit.
Ja, dieser Tag, HEUTE, ist uns wieder geschenkt. Du guter
Gott: Lass uns JA zum Leben sagen. Und behüte all die Menschen, die in großer
Gefahr sind – wir bitten inständig um Frieden und Aussöhnung in den
internationalen Konflikten. Amen
na, das wär doch mal ein Anfang ?
Aus: Lothar Zenetti, Auf Seiner Spur
18.2.2026 ASCHERMITTWOCH - ein gutes Leben leben
Joel 2.12 kehrt um zu mir Hütet euch
Mt.6.1
Braucht man in Zeiten wie diesen noch extra eine Fastenzeit? Muss man sich so wie heute am Aschermittwoch extra auch noch „Asche aufs Haupt“ streuen lassen? Ist nicht das Leben rundum ohnehin schon für so viele mühsam geworden. Ist nicht das Weltgeschehen rund um uns nicht ohnehin bedrückend.
Aber
gerade da soll uns die Fastenzeit helfen. Sie soll nicht nieder drücken und
belasten – sie soll Mut machen und aufrichten. Lassen wir uns nicht nur leben –
nehmen wir das Leben ein Stück weit wieder selbst in die Hand. Ganz bewusst. Da
geht’s nicht um weniger essen – da geht es um ein mehr an Selbstbestimmung. Immer
wieder ein paar Schritte Neues wagen, auch im Verzicht auf so manche
liebgewordene Routine, die uns vielleicht ja schon längst gar nicht mehr gut
tut.
In der
ersten Lesung heute, hunderte Jahre vor Jesus geschrieben, ist es der Prophet
Joel der in einer großen Krisensituation seine Mitmenschen beschwört: überdenkt
euer Leben, kehrt um, fangt wieder neu und gut an. Und im Evangelium zeigt
Jesus dazu den direkten Weg: "Hütet euch vor der äußeren Frömmigkeit" sagt er. Einzig und allein wichtig ist es, Tag für Tag einfach unaufgeregt „gut“ zu
sein. Auf die Menschen um mich soll ich achten – und auf Gott, ihn wirklich hören wollen. So bitten wir heute
Dass wir uns in dieser Fastenzeit nicht
sinnlose Einschränkungen auferlegen, sondern uns eher um ein extra Lächeln
jeden Tag bemühen
Dass wir Tag für Tag das gelassener auf uns nehmen wollen, was ungeplant kommt und nicht so angenehm ist
dass wir immer besser lernen „eigene Unvollkommenheit“ anzunehmen, dass wir uns nicht innerlich als Versager fühlen
dass wir uns aber gerade auch in der Fastenzeit nicht mehr aufbürden lassen, als für uns gut ist, dass wir freundlich und bestimmt „Nein sagen“ lernen
Dass wir sachlich und nüchtern mit Schwierigkeiten umgehen, dass wir mit Optimismus und Vertrauen anderen eine Hilfe sein können
und bitten wir, dass wir in allem, was wir gerade in der Fastenzeit tun oder lassen, Freude und Dankbarkeit empfinden dürfen
Du guter Gott: lass und mit Liebe und Freude in diese Fastenzeit gehen. Wir müssen uns nicht abquälen, wir müssen uns nicht krampfhaft Schweres auferlegen: behüte uns vor dem traurigen Gesicht, vor der inneren Trostlosigkeit, vor allem frommen Leistungsdenken. Lass uns einfach hilfreich und gut sein für die Menschen in unserem Leben. Darum bitten wir im Namen Jesu. Amen
17.2.2026 Faschingsdienstag
Mit "Lustigem" ist es schwer in dieser Zeit - fast jeden Tag kann einem das Lachen von Neuem vergehen - und trotzdem sollen wir es tun. Am heutigem Faschingsdienstag mit ein paar speziellen Faschings-Heiligen. Sie könnten uns ja auch schon beim Umdenken für die Fastenzeit helfen
Ach, du liebe heilige Ruhe - Wie gerne hegen und pflegen wir sie - wie viel an zwischenmenschlicher Beziehung leidet darunter, dass wir so oft nur „unsere heilige Rua“ haben wollen. Jesus lass uns offen für die Menschen um uns sein, dass wir Freude und Lebendigkeit und Anderssein zulassen können
die selige Vergessenheit – - auch das kennen wir: Problemen aus dem Weg gehen, den Kopf in den Sand stecken, lieber von nichts wissen. Jesus mach uns wach und achtsam, dass wir uns nicht durchs Leben schwindeln, sondern dass wir auch unangenehme Dinge wahrnehmen und nicht verdrängen.
Der liebe St. Nimmerleinstag: ist er nicht einer unserer ganz wichtigen Tage? Eine gute Adresse, für alles was man gern vor sich herschiebt, was unerledigt bleibt. Jesus hilf uns, aus den verborgenen Winkeln unserer Vorsätze den einen oder anderen hervorzuholen und umzusetzen
auch diesen Faschingsheiligen kennen wir so gut, den heiligen Bürokratius: Wie oft ist er uns so nahe wie die eigene Haut. Alles muss seine fixe Ordnung haben, Vorschrift ist Vorschrift. Nur nichts ändern. Auch die Anderen müssen sich verhalten, wie wir es erwarten. Herr, lass, dass wir unseren Mitmenschen mit fixen Ideen und Sturheit nicht zur Last fallen, hilf uns wieder spontan und flexibel und unkompliziert sein
Wie oft macht sich aber auch der Wettergott wichtig: wie oft machen wir unsere Laune von ihm abhängig. „wenn er nur mitspielt wenn man ihn nur gnädig stimmen könnte…“ Du guter Gott bewahre uns vor Unwettern und Katastrophen aber lass uns nicht über das Wetter und über Banalitäten jammern
auch Zwillinge gibts unter den Faschingsheiligen. Der heiligen Strohsack und den heiligen Bimbam Wie oft läuft etwas schief, wie viele Tage gibt es, wo nichts zu gelingen scheint- Herr hilf uns, dass wir in solchen Stunden nicht in Phrasen und Unsinnigkeiten flüchten, sondern Kraft finden im Vertrauen darauf, dass DU es bist, der alles zum Guten führen wird.
So bitten wir dich
guter Gott: Gib uns die Fähigkeit, über
uns selbst zu lachen. Gib uns ein Herz, das fröhlich ist, einen Verstand, der
klar bleibt und eine Liebe, die alles im richtigen Licht erkennen kann. Damit wir
immer wieder eingefahrene Gewohnheiten und lieblose Routine hinter uns lassen
können. Das erbitten wir durch Jesus unseren Bruder. Amen
Die Idee der „Faschingsheiligen“ ist eine Anregung aus dem „Kurier“, 2006 – eine Idee von kath. Theologen Markus Tiwald
16.2.2026 Mk. 8,11 sie forderten ein Zeichen vom Himmel
dass wir hoffen und vertrauen können - auch wenn Gott nicht gleich Antwort auf alle Fragen gibt
dass wir hoffen und vertrauen können –- auch wenn wir uns bisweilen „wie von Gott verlassen“ fühlen
dass wir hoffen und vertrauen können – auch wenn in manchen Situationen alles dagegen spricht
dass wir hoffen und vertrauen können – auch wenn die Welt nicht so aussieht, als gäbe es einen guten Gott
dass wir hoffen und vertrauen können – und wir erkennen, dass wir den Kinderglauben auf ein festeres Fundament stellen müssen
So bitten wir, wie es im
Jakobusbrief heißt, um Ausdauer und Geduld, um Zuversicht und einen langen Atem
gerade in den Durststrecken unseres Lebens. Wir bitten im Namen Jesu, Amen
15.2. 2026 Mt.5.17 zu sich selbst: ehrlich sein
dass wir den Mut haben, klare Entscheidungen zu treffen
dass man sich auf uns verlassen kann
dass wir aber auch trotzdem fähig zu Kompromissen sind
dass wir dort unsere Meinung korrigieren, wo sie nachweislich falsch war
dass wir nicht nur korrekt nach Vorschrift handeln, sondern den eigentlichen Sinn in allem erfüllen
dass wir immer wieder hinterfragen, von welchen Motiven wir uns leiten lassen, gerade auch dann, wenn wir „Gutes“ tun
dass wir uns nicht einreden etwas „gut zu meinen“, wenn es für einen anderen gar nicht gut ist
dass wir ehrlich unser Gewissen schärfen, auch wenn wir nie 100prozentig gut sein können
dass wir immer mehr den Mut haben, in der Freiheit der Kinder Gottes zu leben und selbstbestimmt zu handeln und zu entscheiden
und bitten wir nicht zuletzt: dass wir immer zuallererst UNS selbst ändern wollen, ehe wir es von den Anderen verlangen
So bitten wir, guter Gott, dass wir ehrlich auf unser Leben schauen, dass wir uns um das Gute und Richtige bemühen, auch wenn es nicht immer gelingen wird – alles liegt in deiner Hand. Mach du gut, was uns selbst nicht gelingt. Wir bitten im Namen Jesu amen
14.2.2026 Valentinstag Cyrill und Method Schutzpatrone Europas
Valentinstag ist heute, ein Heiliger aus dem 3.Jahrhundert sorgt pünktlich am14.Februar für Rekordumsätze bei Blumenhändlern und anderen Geschäften. Wir sollen aber nicht nur lästern über die große Geschäftemacherei mit diesem Tag - schon seit einigen Jahren ist der Valentinstag auch in der Kirche angekommen. – und an vielen Orten, etwa auch im Stephansdom, werden heute Liebespaare gesegnet. Nicht nur verheiratete Paare, sondern auch Menschen, die in anderen Formen der Partnerschaft miteinander leben und füreinander da sein wollen. Gerade wohl auch in dieser angespannten Zeit dürfen wir diesen Tag ganz bewusst für Freude und Dankbarkeit nutzen. In jedem von uns lebt die Sehnsucht nach Liebe. Schenken wir einander an diesem Valentinstag ein extra Lächeln und bitten wir
lass uns lächeln, und uns Menschen zuneigen, die heute vielleicht besonders unter Alleinsein leiden, wie Alte und Pflegebedürftige
lass uns lächeln, wenn wir die Liebe anderer sehen, dass wir tolerant sind für viele Formen der Nähe und Zärtlichkeit
lass uns lächeln, und jeden Tag erfahren, dass die Liebe unser Leben weit und groß macht und ihm immer Sinn gibt
lass uns lächeln, und das nicht nur heute und
lass uns immer wieder alles tun, um andere zu ermutigen und ihnen Freude ins
Leben zu bringen
lass uns lächeln Gott, weil wir auch in dich
verliebt sein wollen und nicht nur hier sind, um eine Pflicht zu erfüllen
Der heilige Valentin soll nicht nur frisch getrauten Paaren Blumen aus seinem Garten geschenkt haben – er soll auch römischen Männern dazu geraten haben, lieber bei ihrer Frau zu bleiben als in den Krieg zu ziehen. Bitten wir auch heute um Frieden, Frieden, dort wo gekämpft wird und Frieden dort, wo soziale Ungerechtigkeit zum Überlebenskampf führt.
Du guter Gott, lass uns Freude in diesen Tag bringen, und lass, dass wir auch Freude an uns selbst haben, weil DU uns so unendlich liebst Amen
Dass wir uns öffnen - Für neue Gedanken, für neue Ideen, für neue Menschen
Dass wir uns öffnen - für die Gefühle in uns selbst, dass wir die Sehnsucht an uns heranlassen und auch manchmal die Leere
Dass wir uns öffnen - dass wir uns politisch interessieren, dass wir Stellung beziehen, dass wir uns engagieren
Dass wir uns öffnen - Für all die Freude und die Dankbarkeit, die immer wieder in jedem neuen Tag stecken
dass wir uns öffnen und hinhören - dass wir das Herz weit aufmachen, für die Not und die Sorgen Anderer
Du guter Gott, öffne unsere Augen, öffne unsere Ohren, öffne unseren Mund, öffne unser Herz: damit wir voll Dankbarkeit das Leben spüren, heute und jeden Tag wieder – auch in allen Schwierigkeiten. Du bist mit uns, in diesem Vertrauen leben wir und danken wir dir. Amen