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Mittwoch, 2. Dezember 2015

Advent 2015 2.Dezember "WENIGSTENS ...nur für heute"


Die Zehn Gebote der Gelassenheit

Lebensregeln von Papst Johannes XXIII, 

dem großen Papst des II.vatikanischen Konzils

1. Nur für heute - 
werde ich mich bemühen, den Tag zu erleben, ohne die Probleme
meines Lebens auf einmal lösen zu wollen.
2. Nur für heute -
werde ich niemand kritisieren, ja ich werde nicht danach streben, 
die anderen zu korrigieren oder zu verbessern - nur mich selbst.
3. Nur für heute -
werde ich in der Gewissheit glücklich sein, dass ich für das Glück geschaffen bin - 
und nicht nur für die andere, sondern auch für diese Welt.
4. Nur für heute -
werde ich mich an die Umstände anpassen, ohne zu verlangen, dass die Umstände 
sich an meine Wünsche und Bedürfnisse anpassen.
5. Nur für heute -
werde ich zehn Minuten meiner Zeit einer guten Lektüre widmen; wie die Nahrung für das Leben des Leibes notwendig ist, ist eine gute Lektüre notwendig für das Leben der Seele.
6. Nur für heute -
werde ich eine gute Tat verbringen, und ich werde es niemandem erzählen.
7. Nur für heute -
werde ich etwas tun, für das ich eigentlich keine Lust habe: sollte ich mich in meinen Gedanken beleidigt fühlen, werde ich dafür sorgen, dass es niemand merkt.
8. Nur für heute -
werde ich fest glauben - selbst wenn die Umstände das Gegenteil zeigen sollten - , dass die gütige Vorsehung Gottes sich um mich kümmert, als gäbe es sonst niemanden auf der Welt.
9. Nur für heute -
werde ich keine Angst haben. Ganz besonders werde ich keine Angst haben, 
mich an allem zu freuen, was schön ist - und ich werde an die Güte glauben.
10. Nur für heute -
werde ich ein genaues Programm aufstellen. Vielleicht halte ich mich nicht genau daran, 
aber ich werde es aufsetzen - 
und ich werde mich vor zwei Übeln hüten: der Hetze und der Unentschlossenheit.


Dienstag, 1. Dezember 2015

Fürbitten 2.Dezember "...zum Tränenabwischen? - braucht Gott UNS!"



2.12. 2015 Mi 1.AW Mt 15.29   ..und er heilte sie
Was macht unser Mensch-sein aus? Im Evangelium heute ist die Antwort ganz eindeutig: Wo Jesus hinkommt, heilt er Menschen, er tut ihnen gut, er spürt ihre Bedürfnisse. Wenn sie hungrig sind, sorgt er für Sättigung und Brot. „Ich habe Mitleid mit diesen Menschen“ sagt Jesus. In der 1.Lesung aus der jüdischen Bibel hören wir: Gott wird alle Tränen abwischen, von jedem Gesicht. Mensch-sein heißt, ein wenig von dieser Vision zu leben
so bitten wir

Dass wir mit-fühlende Menschen werden
Für alle die, die als Flüchtlinge durch Europa irren, die Hilfe suchen, die wenigstens unser Mitgefühl und unsere Sympathie brauchen

Dass wir mit-fühlende Menschen werden
Für unsere Umwelt, für unser Klima, für eine gerechte Entwicklung unserer Welt

Dass wir mit-fühlende Menschen werden
Mit den vielen bedürftigen Menschen mitten unter uns, mit all denen, die sich im Leben schwer tun und nicht mehr Schritt halten können

Dass wir mit-fühlende Menschen werden
Für unsere Familie, für unsere Freunde, für die Kollegen am Arbeitsplatz, für alle,
denen wir heute begegnen werden

dass wir mit-fühlende Menschen werden
auch mit uns selbst, dass wir mit uns selbst und unseren Schwächen Geduld haben, dass wir uns selbst Fehler nachsehen, dass wir uns geborgen wissen in der Güte Gottes

so bitten wir guter Gott, lass auch uns Menschen sein, die Tränen abwischen, wo immer es möglich ist. Wir selbst können den Tod nicht besiegen, aber wir können die Lieb-losigkeit besiegen, darum bitten wir im Namen Jesu Amen

ADVENT 2015 "...wenn ich wüsste, dass heute das letzte Mal wäre.."



Der kolumbianische Autor und Literaturnobelpreisträger Gabriel Garcia Marquez hat schon einige Zeit vor seinem Tod im vergangenen Jahr einen „Abschiedsbief“ an Freunde formuliert.                Marquez, der 87jährig starb, wusste, dass er an fortgeschrittenem Lymphdrüsenkrebs erkrankt war
"Wenn für einen Augenblick Gott vergessen würde, 
dass ich eine Stoffmarionette bin und er mir noch einen Fetzen
Leben schenken würde:
die Zeit würde ich intensiver ausnutzen. 
Sehr wahrscheinlich würde ich nicht alles sagen was ich denke, aber ich
würde überlegen, was ich sage. Ich würde die Dinge bewerten, nicht
dafür, was sie Wert sind, sondern dafür, was sie bedeuten
. Ich würde
weniger schlafen, ich würde mehr träumen, denn für jede Minute in der
wir die Augen schließen, verlieren wir sechzig Sekunden Licht. Ich
würde gehen wenn andere stehen bleiben und aufwachen wenn andere
schlafen.

Wenn Gott mir einen Fetzen Leben schenken würde, einfach
würde ich mich kleiden und mich in die Sonne stürzen und nicht nur
meinen Körper sondern meine Seele öffnen. Den Menschen würde ich
beweisen, wie sie sich irren wenn sie denken, dass sie sich nicht mehr
verlieben könnten wenn sie alt werden, ohne zu wissen, dass sie alt
geworden sind, weil sie sich nicht mehr verliebt haben.
Einem Kind würde ich Flügel schenken, aber ich würde ihm allein das Fliegenlernen
überlassen.
Den Alten würde ich lehren, dass der Tod nicht mit dem Altwerden kommt,
sondern mit dem Vergessen werden.
So viele Dinge
habe ich von ihnen, den Menschen gelernt. Ich habe gelernt, dass die
ganze Welt auf dem Gipfel des Berges zu leben bestrebt ist, ohne zu
wissen, dass das wahre Glück daran liegt, wie man den Berg besteigt.
Ich habe gelernt, dass, wenn ein Neugeborenes mit der Faust zum ersten
Mal den Daumen des Vaters drückt, es ihn für immer gefesselt hat.
Ich
habe gelernt, dass ein Mensch nur das Recht hat auf einen anderen
Mensch hinab zu blicken, wenn er ihm beim Aufstehen hilft
. Es sind so
viele Dinge, die ich von Ihnen gelernt habe, aber das Gelernte wird mir
nicht viel nützen, wenn ich in dem Koffer aufbewahrt werde -
unglücklicherweise liege ich im Sterben.
Sag immer was du fühlst und
mach was du denkst.

Wenn ich wüsste, dass heute das letzte Mal wäre,
dass ich dich schlafen sehe, würde ich dich fest umarmen und Gott
bitten der Schutzengel deiner Seele sein zu dürfen. Wenn ich wüsste,
dass dies die letzten Minuten sind, in denen ich dich sehe, würde ich
sagen: »Ich liebe dich« und ich würde es nicht für selbstverständlich
hinnehmen, dass du es schon weißt.

Es gibt immer einen Morgen und
das Leben gibt uns immer eine andere Chance, die Dinge gut zu machen.
Aber was ist wenn ich mich irre und das Heute ist alles was uns übrig
bleibt? Dann würde ich gerne sagen, wie sehr ich dich liebe und dass
ich dich nicht vergessen werde.
Der Morgen ist niemandem versichert
worden, jung oder alt. Heute kann es das letzte Mal sein, dass Du
diejenigen siehst, die du liebst. Deshalb warte nicht, mach es jetzt,
denn wenn der Morgen nie kommt, wirst du den Tag bereuen, als du keine
Zeit hattest für ein Lächeln, eine Umarmung, einen Kuss, oder einen
Wunsch zu erfüllen, weil du so beschäftigt warst.
Suche die Nähe
deiner geliebten Menschen, flüstere ihnen zu wie sehr du sie brauchst,
liebe sie und behandele sie gut. Nimm dir Zeit um ihnen zu sagen: »Tut
mir Leid«, »Bitte«, »Danke« und alle Liebeswörter, die du kennst.

Niemand wird sich für deine geheimen Gedanken an dich erinnern; bitte
Gott, dass er dir Kraft und Weisheit gibt, sie auszudrücken. Sage
deinen Freunden und geliebten Menschen, wie wichtig sie für dich sind."

Gabriel Garcia Marquez