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Sonntag, 29. März 2026

FASTEN PALMSONNTAG

 


SPIEL  MIR  

DAS  LIED  VOM  LEBEN


Meine Seele ruht in Dir.

Du, Gott, nimmst mich wahr

in meiner innersten Bedürftigkeit.

Meine Seele ruht in Dir

Du heilst das Versehrte,

du schützt das Gefährdete,

du wärmst das Erstarrte;

was gebeugt ist in mir, richtest Du auf.

Du befriedest das Erschreckte,

du birgst das Verängstigte,

du durchlichtest das Verfinsterte;

was darbt in mir, nährst du.

Du tröstest das Bestürzte,

du belebst das Verkümmerte,

du löst das Verkrampfte;

was zur Reife kommen will, behütest Du.

Mein Seele ruht in Dir

 

Naegli, Antje S., Die Nacht ist voller Sterne.


Samstag, 28. März 2026

Fürbitten Palmsonntag - Nur ein kurzes "Hosianna". Das heißt hebräisch "Hilf doch"

 

29.3.2026  Palmsonntag und die Leidensgeschichte nach Matthäus 

Die Liturgie des heutigen Tages beginnt mit dem Einzug Jesu in Jerusalem. Hosanna Rufe und Jubel der Menge stehen am Anfang der Geschichte – am Ende aber - in der Passionsgeschichte -  Folter und Schmerz und das qualvolle Sterben Jesu.  Nehmen wir in unseren Gedanken nicht schon die Auferstehung vorweg – bleiben wir bei Leid und Tod, bleiben wir beim Scheitern, bleiben wir beim unsäglichen Leid der Menschen, die einen geliebten Menschen verloren haben. Bleiben wir in Gedanken dort, wo alle großen Hoffnungen ins Nichts zerfallen. Halten wir auch unsere eigenen Enttäuschungen, unser eigenes Scheitern aus. Noch eine Woche lang werden wir Jesus auf seinen Weg in dieses furchtbare Ende begleiten. Fühlen wir mit den Menschen mit, die so viel erwartet haben und die alles verlieren werden. Nicht zuletzt die Mutter von Jesu. So wie die unzähligen Mütter in unserer Welt, die ihre Kinder sinnlos sterben sehen müssen.

Bleiben wir in den Fürbitten still – halten wir Gott nur unsere Sehnsucht nach heil sein, nach Frieden, nach einem Ende von Leid und Schmerz hin.


Palmsonntag

ein Ölzweig
schnell vom Baum gerissen
macht noch keinen Frieden

die begeisterte Menge
ist wankelmütig
und hängt ihre Palmen nach dem Wind

so schnell
lässt man dich fallen
du kommst auf
keinen grünen Zweig mehr

jetzt wartet
Totholz auf dich

aus: Andreas Knapp " Höher als der Himmel, Göttliche Gedichte" 2010


FASTEN Samstag 5.Fastenwoche

 


"zuversichtlich" - 

das kann, 

das muss man auch üben


Es gibt 
Oasen in der Wüste,
leuchtendes Morgenrot am Ende der Nacht,
Quellen unter Geröll
und eine Hand, die dich auch in den
dunkelsten Stunden fest hält.

Es gibt
Türen, die sich wieder öffnen,
Worte, die das Schweigen durchbrechen,
Gesten der Versöhnung
und erste Schritte auf dem Weg
zu einem Neuanfang.

Es gibt
Farben des Regenbogens,
Knospen aus trockenen Zweigen,
Trauer, die uns reifen lässt,
und ermutigenden Segen
für dich und mich. 

Christa Spilling - Nöker




Freitag, 27. März 2026

Fürbitten 28.3. Die Schlinge um Jesus zieht sich zu

 

28.3.2026  Joh.11.45 „Wenn jemand weiß, wo er sich aufhält, soll er es melden“

In der Erzählung des Johannes Evangeliums zieht sich die Schlinge um Jesus zu. Er ist de facto zur Verhaftung ausgeschrieben. Sein Tod ist beschlossene Sache. Offiziell wirft man Jesus von Nazareth Blasphemie vor, Gotteslästerung - aber dahinter steht nicht nur die Rache eines religiösen Establishments, das sich von dem Glauben und dem Gottesbild Jesu provoziert und verunsichert fühlt. Es gibt für den Hohen Rat der Juden aber auch ein politisches Argument. Wenn Jesus den Anspruch erhebt, der Messias zu sein, kann das für das ganze jüdische Volk zu einer Gefahr werden. Die römische Besatzung könnte mit drakonischen Maßnahmen reagieren. So sagt Kajafas, der Hohepriester den berühmt gewordenen Satz „Es ist besser für euch, wenn ein Mensch für das Volk stirbt und nicht das ganze Volk zugrunde geht.“  Das Schicksal Jesu ist damit besiegelt. Denken wir heute an alle Menschen in großer Gefahr und  bitten wir mit den Worten  des indischen Dichters und Nobelpreisträgers Rabindranath Tagore e

 

 

Du guter Gott, Lass uns nicht bitten,

vor Gefahr bewahrt zu werden,

aber lass uns dich bitten, dass wir den schwierigen Situationen unseres Lebens

furchtlos begegnen

 

 

Du guter Gott, lass uns nicht das Ende der Schmerzen erflehen,

aber wir bitten dich um ein starkes Herz,

das auch den Schmerz und die Angst besiegt.

 

 

Du guter Gott, Lass uns in den Schwierigkeiten des Lebens nicht verzweifeln

weil wir glauben, keine Hilfe zu finden

aber lass uns dich bitten,

dass wir unsere eigene Stärke und Kraft entdecken

 

 

Du guter Gott, lass uns nicht Menschen sein

denen nur der Erfolg Sicherheit im Leben gibt 

aber schenke uns die Gnade nicht zu versagen und auf dich zu hoffen,

 

 

Du guter Gott, was immer mit uns geschieht,

um das eine bitten wir Dich

lass uns immer den Halt deiner Hand fühlen,

gerade dann, wenn wir versagen und ganz klein sind.

 

 

 

So bitten wir im Namen Jesu - den du durch den Tod zum neuen Leben geführt hast. Führe auch uns zur Auferstehung aus allem, was uns am Leben hindert. Amen

FASTEN Freitag 5.Woche

 


PRIORITÄTEN  SETZEN

sich nicht mit "Osterputz" narrisch machen


"Wenn depressive Patientinnen in die psychiatrische Krisenambulanz oder in die geschlossene Abteilung kommen, klagen sie zuerst darüber, dass sie ihren Haushalt nicht mehr schaffen und die Familie nicht mehr versorgen können.  Ich habe noch nie von einem Mann gehört, der sich für krank hält, weil er den Haushalt nicht schafft."  Andrea Hüttner, deutsche Psychiaterin


“Nichts verwirre dich,
nichts erschrecke dich,
alles vergeht.

Gott ändert sich nicht.
Die Geduld erreicht alles.

Wer sich an Gott hält,
dem fehlt nichts.
Gott allein genügt.”   Theresia von Avila


Donnerstag, 26. März 2026

Fürbitten 27.3. GLAUBE kennt auch den ZWEIFEL

 

27.3.2026  Joh.10.31 viele kamen zum Glauben an ihn Fr 5.FW Zweifeln nicht verboten

Immer gibt es Menschen, die glauben können, und solche, die es nicht können. Im Evangelium heute hören wir, wie eine empörte Menschenmenge Jesus sogar steinigen will. Sein Anspruch, „Sohn Gottes“ zu sein, ist für viele, vor allem für die Religionslehrer, eine Gotteslästerung. In letzter Minute entzieht sich Jesus dem wütenden Mob und einer drohenden Festnahme.  An einem anderen Ort, so hören wir, findet Jesus dagegen Menschen, die, so heißt es wörtlich „zum Glauben an ihn“ kamen. Wir Christen heute, viele von uns, sind in unseren Glauben so gut wie hineingeboren. Aber vielleicht wäre es sogar gut, wenn wir hin und wieder hinterfragen, warum wir glauben und woran wir wirklich glauben. Zweifel sind nicht verboten, sagte auch Papst Franziskus Bitten wir heute:

für alle, die nicht von klein auf Zugang zum Glauben finden

für alle, die glauben wollen und doch immer wieder zweifeln

für alle, die nicht mehr viel darüber nachdenken, WAS sie eigentlich glauben

für alle, deren Glauben erstarrt und ängstlich ist

für alle, die in Krisen an der Liebe Gottes zweifeln

für alle, die für ihren Glauben und ihre Überzeugung verfolgt werden

für alle, die aus Überzeugung nicht glauben und die deshalb auch nicht „Verlorene“ sind

 für alle, die Anderen den Weg zum Glauben schwer machen oder versperren

und bitten wir für uns selbst, dass wir uns immer wieder auch neu Fragen stellen und nicht nur bei alten Antworten bleiben

 

So bitten wir um einen lebendigen Glauben, der sich nicht davor scheut, dich Gott immer wieder auf neuen Wegen und in neuen Bildern zu suchen. Im Namen Jesu. Amen 

FASTEN Donnerstag 5.Woche

 


ja, auch beim Fasten ist das so, 

Schritt für Schritt

jeder Schritt wie ein neuer Schritt


"Die einzige Freude auf der Welt ist das Anfangen.
Es ist schön zu leben, weil Leben anfangen ist,
immer,
in jedem Augenblick" Cesare Pavese

Mittwoch, 25. März 2026

Fürbitten 26.3. Vertrauen Vertrauen Vertrauen : DENNOCH und immer wieder

 

26.3.2026 Gen 17.3. Gott schließt einen Bund mit Abraham  

Es scheint eine naive Geschichte zu sein, die wir heute in der ersten Lesung aus der jüdischen Bibel hören. Gott schließt einen Bund mit Abraham: "Dir und deinen Nachkommen werde ich Gott sein" – wieviel Vertrauen und Geduld braucht es, um abzuwarten, ob sich dieses Versprechen erfüllt. Und doch ist gerade im Leid und in der Unfassbarkeit für viele Gott Zuversicht und Hoffnung. Bitten wir

 


Lass uns vertrauen, dennoch

In einer Zeit, in der wir so viel Leid und Elend sehen

Wo so viele Menschen durch Krieg und Gewalt bedroht sind

 Lass uns vertrauen, dennoch

wenn uns das Leben beginnt Angst zu machen

wenn wir Sicherheit suchen und nur Ratlosigkeit empfinden

 

Lass uns vertrauen, dennoch

wenn uns unsere Hilflosigkeit mutlos macht

wenn wir selbst nicht mehr genug für andere tun können

 

Lass uns vertrauen, dennoch

wenn wir immer wieder auch resignieren und aufgeben wollen

wenn uns auch privat Rückschläge, Krisen, Krankheit zermürben

  

Lass uns vertrauen, dennoch

wenn wir den Weg, den wir gehen sollen

oft nicht sehen können oder manchmal auch nicht sehen wollen.

  

Lass uns vertrauen und hab Geduld mit uns

Ja, guter Gott hab Geduld mit uns

weil wir immer wieder zu wenig Geduld mit dir und deiner Verheißung haben

 

Du guter Gott, Tröste all die Menschen, die schreckliches Leid erfahren und verzweifelt nach einem WARUM fragen. Sei bei uns, auch in unserer Sprachlosigkeit:  Heute und  morgen und bis in deine Ewigkeit. Und lass uns vertrauen, wenn wir im Evangelium Jesus hören, der sagt: Wenn jemand an meinem Wort festhält, wird er auf ewig den Tod nicht schauen." Amen

FASTEN Mittwoch 5. Woche

 

Oft gar nicht so einfach 

den Grantscherm in mir 

nicht rauslassen


„Wirf das Missvergnügen über dein Wesen ab!

Verzeihe dir dein eigenes Ich“     Nietzsche


Dienstag, 24. März 2026

Fürbitten 25.3. JA sagen, auch wenn vieles unbegreiflich

 

25.3.2026  Verkündigung des Herrn   der Engel, der auch in unseren Alltag kommt

Der 25.März ist für die kirchliche Liturgie ein besonderer Tag. Genau NEUN Monate vor Weihnachten wird nämlich das Fest der „Verkündigung des Herrn“ gefeiert. In der Erzählung der Bibel ist das jener Tag, an dem der Engel Gabriel zu dem Mädchen Maria kommt, um sie zu fragen, ob sie bereit wäre, ein Kind zu bekommen. Ein Kind,  das „Sohn des Höchsten“ genannt werden wird.  Maria erschrickt zutiefst, sie fragt: „wie soll denn das geschehen?“ – aber sie willigt in das eigentlich Unbegreifliche ein. Maria sagt „JA“. Maria sagt, es soll geschehen, wie Gott es will. Bitten wir gerade jetzt in diesen letzten Tagen der Fastenzeit

Dass es uns gelingt, das Leben mit all dem anzunehmen, was es immer wieder an Unvorhergesehen bringt – dass wir richtige Entscheidungen treffen können

Dass wir Menschen finden, die uns Halt geben - dass wir selbst hilfsbereit sind, wo immer es uns möglich ist 

Dass wir erkennen, woran wir uns in schwierigen Situationen orientieren können - dass wir bereit sind, uns auf all das Neue einzulassen, was uns diese Situation abfordert

 Dass wir immer besser lernen, dem Leben zu vertrauen - dass wir in diesem Vertrauen auch mancher angespannten Situation Positives abgewinnen können

Dass wir in all dem, was auch heute auf uns zukommt, erkennen können, was Gott von MIR will – und dass es uns keine Angst macht

Dass wir stark sind, Ja zu sagen, wo es gut und richtig ist. - dass wir aber auch ehrlich genug sind, Nein zu sagen, dort, wo uns ein Ansinnen überfordert

Bitten wir vor allem auch, dass wir den Engel mit der Botschaft Gottes nicht übersehen, den es auch in unserem Alltag gibt

Und bitten wir an einem Mutter Gottes Tag wie heute auch besonders um Frieden - Bitten wir mit Worten von Papst Franziskus

 

Nimm an, o Mutter, unser Gebet.
lass uns im Sturm der Kriege nicht untergehen.
zeige uns Möglichkeiten und Wege der Versöhnung.

Beende den Hass, besänftige die Rachsucht, lehre uns Vergebung.

zeige den Völkern den Weg der Geschwisterlichkeit.
Du Königin des Friedens, erbitte der Welt den Frieden.


Amen

FASTEN Dienstag 5.Woche

 

AN  DIE  VERÄNDERUNG  GLAUBEN 

AUCH AN DIE, 

DIE  MIT  MIR GESCHIEHT


"Wer eine Veränderung der Verhältnisse für Unmöglich erklärt, 

trägt selbst dazu bei, sie unmöglich zu machen".  Simone de Beauvoir



"Wir streben mehr danach,

Schmerz zu vermeiden

als Freude zu gewinnen."    Sigmund Freud


Montag, 23. März 2026

Fürbitten 24.3. Ja, manchmal "möchte man einfach nicht mehr"

 


24.3.2026 Num 21.4  unterwegs verlor das Volk den Mut Di 5.FW

„Unterwegs verlor das Volk den Mut“ hören wir heute in der 1.Lesung. Die Israeliten, von Moses aus ihrem Sklavenleben in Ägypten herausgeführt, wandern jahrelang auf ihrer Suche nach dem versprochenen „Gelobten Land“.  Sie sehen das ersehnte Ziel nicht mehr, immer wieder tauchen neue Mühseligkeiten, neue Probleme auf. Die Menschen sind erschöpft, lieber möchten sie zurück in ihr altes Leben. Kennen wir das nicht auch aus eigener Erfahrung! Man hat einen neuen Plan für die Zukunft, ein Projekt, eine konkrete Vorstellung – man geht alles optimistisch und zügig an – und dann: Stillstand. Nichts geht weiter. Vielleicht glaubt man auch, sich verrannt zu haben. Ja und manchmal ist es auch wirklich so: viel Energie ist in etwas investiert worden, was dann letztlich wirklich nicht zu realisieren ist. Wie aber geht es erst Menschen, die von Krieg und Gewalt betroffen sind!   Bitten wir heute

 

Für alle, die in einer verzweifelten Situation feststecken und die nicht wissen, wie es mit ihnen weitergehen soll

Für alle, die glauben, keine Perspektive mehr in ihrem Leben zu sehen

Für alle, die sich allein gelassen fühlen und denen Schwierigkeiten über den Kopf wachsen

Für alle, denen die Kraft für den nächsten Tag fehlt

Für die vielen Menschen, die an Depressionen leiden

Bitten wir für uns selbst um einen langen Atem und Geduld – wenn wir oft den Erfolg unserer Anstrengungen nicht sehen

Bitten wir um Gelassenheit, dass wir auch Misserfolge wegstecken können

Bitten wir um Mut und Vertrauen und um Weitherzigkeit

und bitten wir um die Fähigkeit, immer wieder das Wesentliche zu sehen, das, wofür es sich lohnt, Schwierigkeiten und Durststrecken auszuhalten

 

Du guter Gott, sei an der Seite aller Menschen, die heute nicht wissen, wohin ihr Weg sie führen wird. Gib auch uns die Freude und die Kraft und den Mut, anzunehmen, was dieser Tag an Herausforderungen mit sich bringt. So bitten wir im Namen Jesu.Amen

FASTEN Montag 5.Woche

 


ja, ganz wichtig: Loslassen - 

aber wie bei allem: 

auch das Hirn einschalten


"Man hat uns glauben gemacht, dass wir mit nichts enden, wenn wir loslassen. 

Das Leben beweist das Gegenteil: Loslassen ist der einzige Weg zur Freiheit".  

Sogyal Rinpoche    tibetischer Meditationsmeister


"Etwas festhalten wollen

und dabei es überfüllen:

das lohnt der Mühe nicht.

Etwas handhaben wollen

und dabei es immer scharf halten:

das lässt sich nicht lange bewahren.

Ist das Werk vollbracht,

dann sich zurückziehen:

das ist des Himmels SINN."  Laotse


Sonntag, 22. März 2026

Fürbitten 23.3. verleumden, fertigmachen, mobben

 


22.3.2026 Daniel 13.1  Susanna im Bade    Joh.8.1  Jesus und die Ehebrecherin

Geschichten sind das heute wie in der U Bahn Zeitung. Schnell gäbe es dort auch die passenden Fotos dazu. In der 1.Lesung aus der jüdischen Bibel hören wir die berühmte Geschichte der Susanna im Bade. Eine junge Frau, sie badet nackt in ihrem Garten, wird von zwei geilen Männern überfallen, die sie zum Sex zwingen wollen. Die junge Frau wehrt sich, aber die Männer wollen sie nun öffentlich fertigmachen, so dass sie zu Tod gesteinigt wird.  – Denken wir nur an unsere sozialen Netzwerke, wie schnell hier das mobbing funktioniert. „Nackte Schlampe...“ Verzweifelt ruft Susanna zu Gott – und er hilft tatsächlich Wörtlich heißt es in der Geschichte „da erweckte Gott den heiligen Geist in einem jungen Mann namens Daniel“ Und diesem Daniel gelingt es, die Schuldlosigkeit Susannes zu beweisen, nun werden die, die sie angeklagt haben, hingerichtet. 

 Im Evangelium wiederum schleppen die Frommen eine Frau zu Jesus, die man beim Ehebruch ertappt hat. Typisch auch heute noch: in erster Linie wird die Frau schuldig gesprochen, wo ist der dazu gehörende „Ehebrecher“? Die Frau soll gesteinigt werden, die Frommen reiben sich die Hände: „no, wie wird sich der gute Rabbi Jesus aus der Affaire ziehen?“ Was Jesus tut, ist großartig – kein Psychologe und Mediator könnte besser reagieren. Den Sachverhalt, den Ehebruch an sich spricht er gar nicht an: Jesus richtet sich an die Ankläger: „Wer von euch ohne Sünde ist, der soll den ersten Stein werfen“ – und mit der Steinigung beginnen. Immerhin spricht es für die Pharisäer und Schriftgelehrten, dass sie sich, einer nach dem Anderen, kleinlaut aus dem Staub machen. Schmähstad, wie wir in Wien sagen.

Was aber heißt das für uns. Vermutlich verleumden wir niemand, vermutlich wirft auch keiner von uns „den ersten Stein“. ABER:  den „Zeigefinger“, den benützen wir vielleicht manchmal doch. Hinzeigen – was in unseren Augen falsch ist. Und wieviel Leid entsteht durch Tratsch … so bitten wir heute

Für alle, denen tiefes Unrecht geschieht, für alle, oft junge Menschen, die heute Opfer von mobbing sind – dass ihnen tatkräftig und entschieden geholfen wird

Für die Frauen in unserer Gesellschaft, die so bestürzend oft Männern zum Opfer fallen, die sie als ihr Eigentum betrachten – für alle Frauen, die in der eigenen Partnerschaft in großer Gefahr sind

Bitten wir, dass Gott auch in uns seinen heiligen Geist erweckt, damit wir immer wieder für andere eintreten - dass wir immer wieder den Mut haben, gegen Unrecht und Verleumdungen aufzustehen

Bitten wir: Dass wir uns selbst an keinem Getratsche beteiligen

Dass wir niemand öffentlich bloßstellen

dass wir nicht gar so selbstsicher in unseren Urteilen sind

dass wir nicht immer besser wissen, was für andere gut oder schlecht ist

dass wir uns auch bewusst sind, wie oft auch noch in uns selbst Vorurteile und Vorverurteilungen stecken, gegen die wir ankämpfen müssen

bitten wir, dass wir gerade als Christen offen gegen jede Form von Diskriminierung in unserer Gesellschaft auftreten , dass wir protestieren und unsere Meinung sagen, wenn Angst vor Menschen und ganzen Menschengruppen geschürt wird

 

so bitten wir heute und jetzt, dass Menschenwürde und Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft bewahrt bleiben. Amen

5. FASTENSONNTAG