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Sonntag, 25. Januar 2026

Fürbitten 26.1. In uns steckt die Kraft und die Zuversicht

 

26.1.2026 Timotheus und Titus  

In der Liturgie geht es heute um zwei Männer, die nach dem Tod Jesu engste Schüler und Mitarbeiter des heiligen Paulus waren. Es ist heute um das Gedenken von Titus und Timotheus. Sie beauftragt der Apostel Paulus, die Botschaft von Jesus weiter zu tragen und zu verkünden. Timotheus wurde von Paulus zum Bischof von Ephesus gemacht. Titus war Bischof von Kreta. Paulus der ahnt, dass ihm in Kürze in Rom ein gewaltsamer Tod bevorsteht schreibt in einem Brief an Timotheus unter anderem Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit“. In diesem Geist sollen auch wir leben und die Botschaft von Jesus weitertragen. So bitten wir

dass wir gerade jetzt in dieser Zeit der Krise nicht Jammerer und Pessimisten sind, sondern Zuversicht und Mut machen können 

dass wir zu dem stehen, woran wir glauben und wovon wir überzeugt sind

dass wir immer wieder auch Vertrautes zurücklassen können, um uns auf Neues einzulassen

dass wir nicht stur sind, aber doch unbeirrt handeln

dass wir uns klare Entscheidungen zutrauen

dass wir auch den Mut haben, Fehler zu machen und vor allem auch, sie einzugestehen

dass wir so leben, dass andere uns die Freude an dem ansehen, woran wir glauben

bitten wir für die Menschen in unserer Kirche, dass sie trotz allem Gegenwind ihren Einsatz und ihr Engagement weitertragen

so bitten wir im Namen Jesu, Amen


Timotheus und Titus sind die bekanntesten Schüler des Apostels Paulus und werden deshalb gemeinsam am Tag nach Pauli Bekehrung 25.1. gefeiert.

TIMOTHEUS, Sohn eines heidnischen Vaters und einer jüdischen Mutter, stammte aus Lystra (in der heutigen Türkei). Er wurde von Paulus auf der ersten Missionsreise für den christlichen Glauben gewonnen und war sein treuester Begleiter und Mitarbeiter. Auch während der römischen Gefangenschaft war er bei Paulus. Nach alter Überlieferung war Timotheus der erste Bischof von Ephesus. Zwei von den paulinischen Briefen sind an ihn gerichtet.

TITUS ist geborener Heide. In der Apostelgeschichte wird er merkwürdigerweise nicht erwähnt, dagegen in den Paulusbriefen oft Mitarbeiter des Paulus genannt. Paulus hat ihn für das Christentum gewonnen, ihn zum sog. Apostelkonzil nach Jerusalem mitgenommen und ihm wichtige Aufgaben anvertraut. Einer der Paulusbriefe ist an Titus gerichtet. Nach der Überlieferung wurde er von Paulus zum ersten Bischof von Kreta bestellt.

 

 


 

immer wieder einen neuen Blick wagen

 

 


"it's not what happens,
it's how you handle it." John Giorno

 

“Selbst ratlos sein und doch beraten können.
Selbst gebrochen sein und doch als Halt dienen.
Selbst Angst haben und doch Vertrauen ausstrahlen.
Das alles ist Menschsein, ist Leben.“ Martin Gutl

 

"Wer, wenn nicht diejenigen, die ein schweres Los getroffen hat, könnte besser bezeugen,

dass unsere Kraft weiter reicht als unser Unglück,

dass man, um vieles beraubt, sich zu erheben weiß

dass man enttäuscht, und das heißt, ohne Täuschung

zu leben vermag." Ingeborg Bachmann

  

"Drei Wünsche:

Ich wollte manchmal ich wäre so erfahren, wie ich alt bin

oder auch nur so klug, wie ich erfahren bin

oder wenigstens so glücklich, wie ich klug bin

aber ich glaube ich bin zu dumm dazu" Erich Fried

 

"alles.

es ist alles zum letzten Mal,

wenn wir das einsehen würden,

ginge uns die Liebe auf."  Ilse Aichinger

 

"Nicht was wir gelebt haben, ist das Leben, sondern das,

was wir erinnern und wie wir es erinnern, um davon zu erzählen."   Gabriel García Márquez

 

"der Boden unter unseren Füssen darf und soll sich heben und senken, und wir brauchen, um die Richtung ins Vollkommene beizubehalten, die fortwährende Empfindung, dass wir nicht fertig mit uns sind und es wohl auch nie werden." Robert Walser

 

"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, 

aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher." Einstein

 

"Wer A sagt, muss nicht B sagen.
Er kann auch erkennen, dass A falsch war." Bertolt Brecht
 

 

„nichts bleibt wie es ist
es wandelt sich
und mich“   Rose Ausländer

 

"Hoffnung kann enttäuscht werden, sonst wäre sie ja keine Hoffnung,

sondern Zuversicht! „ Ernst Bloch

 

„Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht. 

Sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat“ Vaclav Havel

 

„Lasst uns immer in den großen Traum des Lebens kleine bunte Träume weben“ Jean Paul

  

"Drei Dinge helfen, die Mühseligkeiten des Lebens zu tragen: 

Die Hoffnung, der Schlaf und das Lachen." Kant




Samstag, 24. Januar 2026

Fürbitten Sonntag 25.1. DIE GUTE NACHRICHT - sie können wir brauchen



 Sonntag 25.1.2026 Bibelsonntag      

Heute, an diesem letzten Sonntag im Jänner, feiert die Kirche den sogenannten Bibelsonntag. Auch evangelische und orthodoxe Gemeinden begehen diesen Tag, um die Bibel als verbindendes Buch aller Christinnen und Christen in den Mittelpunkt zu stellen. Die Bibel ist ja nicht ein einzelnes, Buch, das sozusagen von einer einzelnen Person in einem durch geschrieben worden ist. Die Bibel besteht aus 70 Büchern. Die einzelnen Texte sind über Jahrhunderte hinweg entstanden. Menschen haben sie geschrieben, viele davon unbekannt. Für die Christen sind diese Texte „Wort Gottes“. Alle Geschichten in der Bibel handeln aber - für alle verständlich - von Erfahrungen, die Menschen in allen Jahrhunderten, ja Jahrtausenden gemeinsam gemacht haben. Freude und Leid, Hoffnung und Verzweiflung, Bitten und Klagen, Glauben und nicht glauben können. Die Berichte, die in der christlichen Bibel speziell von Jesus sprechen, nennen wir die „Gute Nachricht“.   Vertrauen wir ihr auch heute und bitten wir

Dass wir uns ganz bewusst und aktiv selbst mit der Bibel beschäftigen, mit der jüdischen Bibel ebenso wie mit den Schriften ab der Zeit Jesu

dass wir uns religiös weiterbilden,  dass wir uns für neue Bibelforschung interessieren und nicht steckenbleiben in einem Kinderglauben

dass wir keine Scheu davor haben, auf manche Bilder und Geschichten in der Bibel eine neue Sicht zu bekommen

dass uns das Lesen in der Bibel hilft, leere Formeln und ängstliche Rituale zu überwinden

dass die Verantwortlichen in der Kirche so von Gott sprechen können, dass es das konkrete Leben der Menschen betrifft. Dass aber auch wir selbst von dem sprechen können, was uns Gott bedeutet

dass wir im Wissen um unsere Bibel auch das Gespräch mit Menschen anderer Religionen führen können

dass wir uns immer wieder von einem Wort oder einem Satz in der Bibel ganz persönlich ansprechen lassen und diese Worte mit in unseren Alltag nehmen

dass wir aber auch offen sind, für all die Impulse in Natur und Kunst, in Literatur, Musik und Malerei, in denen Gott uns ebenfalls begegnet

Danken und bitten wir heute auch noch einmal für den neuen Erzbischof von Wien, für Bischof Josef Grünwidl. Um viel Kraft und noch mehr um Freude und Zuversicht in seinem Amt 

Du guter Gott. Lass uns erkennen, dass wir DICH in Allem finden, wenn wir nur auf Deine Stimme hören und deine Spuren in unserem Leben suchen. Darum bitten wir und dafür danken wir, im Namen Jesu   amen

 

Ja und auch so darf man die Bibel lesen




ENDLICH - nun ganz bald gibt es einen neuen Erzbischof von Wien

 


Für IHN kann man nur von Herzen dankbar sein !!!!!

In Kürze hat die Diözese Wien einen neuen Bischof.  

(nach fast '"ewigem" Warten)

von 13.45 - 13.55 wird nicht nur die Pummerin, 

sondern werden alle Kirchenglocken in Wien läuten.

Nicht nur Katholiken dürfen sich freuen - 

Josef Grünwidl "bereichert" unser öffentliches Leben

ab 14.00 beginnt die Zeremonie im Stephansdom


Freitag, 23. Januar 2026

Fürbitten 24.1. Hab Geduld in allen Dingen

 

24.1.2026 Franz von Sales (1567 – 1622) 

Heute ist der Gedenktag des heiligen Franz von Sales. Er war ein großer Prediger und Lehrer und vor allem ein leidenschaftlicher Seelsorger. Eines seiner Bücher wurde zum Bestseller. Es zählt bis heute zu den Top Ten der christlichen Weltliteratur. Diese „Anleitung zum frommen Leben“ ist keine abgehobene Theologie, sondern will zeigen, wie Menschen in Beruf und Alltag ihr Christsein verwirklichen können. Geboren wurde Franz von Sales 1567, 100 Jahre später wurde er heiliggesprochen und 1877 zum Kirchenlehrer ernannt. Franz von Sales gilt unter anderem als Patron der Schriftsteller und Journalisten. Bitten wir heute mit Worten und Gedanken, die von ihm selbst sind

 

Selig die biegsamen Herzen, denn sie werden nie brechen. sagte Franz von Sales. So bitten wir, dass wir nicht rechthaberisch sind, dass wir in Vernunft nachgeben können, dass wir großherzig sind, dass wir verzeihen können, dass wir Kränkungen wirklich vergessen, dass wir aber auch uns selbst gegenüber nachsichtig und liebevoll sind

 „..sich ausreichend Ruhe gönnen, sagt Franz von Sales, nicht alle Arbeit und alle Erfolge für sich haben wollen, auch dem anderen Erfolge gönnen“ Bitten wir, dass uns immer wieder die Balance zwischen Arbeit und Ruhe gelingt, dass wir lernen, wirklich abzuschalten und zu entspannen, dass wir im Team arbeiten können, ohne Angst, andere könnten uns dann überholen

Zuviel und zu wenig Nachsicht, ist gefehlt sagte Franz von Sales, aber wenn ich fehle, dann lieber durch zu große Milde, als zu große Strenge - bitten wir für unsere Kinder und Jugendlichen, dass Eltern, Lehrer, und Freunde ihnen gute Wege weisen – bitten wir um Klugheit und Geduld alle, denen Kinder anvertraut sind

eine freie, liebenswürdige und fröhliche Frömmigkeit, keine verdrossene, ängstliche und absonderliche - das hat sich Franz von Sales – wörtlich - gewünscht. Bitten wir, dass unser „Glauben – können“ uns zu angstfreien Menschen macht, dass wir die richtigen Lebensentscheidungen treffen, im Kleinen und im Großen und dass Freude und Dankbarkeit überwiegen

Unsere Vollkommenheit besteht zum großen Teil darin, dass wir einander in unseren Unvollkommenheiten ertragen. So bitten wir um Geduld und Toleranz, dass wir einander annehmen, wie wir sind, dass wir niemand nach unserer Facon zurechtbiegen wollen, dass wir immer zuallererst das Beste voneinander denken wollen

Die großen Gelegenheiten, Gott zu dienen, sind selten, die Kleinen kommen immerfort. sagte Franz. So bitten wir, dass wir mit offenen Augen auch durch diesen Tag gehen und sehen, wo unsere Hilfe gebraucht wird. Hilf, dass wir unsere Arbeit gerne machen und wir dankbar sind für alles, was uns zufällt

Und ganz wichtig: Hab Geduld in allen Dingen, vor allem aber mit dir selbst. Bitten wir heute auch ganz besonders für Josef Grünwidl, der am Nachmittag in einer großen Feier im Dom von St.Stephan zum neuen Erzbischof der Diözese Wien geweiht wird. Bitten wir auch für ihn um Freude und Kraft in seinem Amt und ja, auch um Gelassenheit und Humor– in allen kritischen und angespannten Situationen, die ihn sicher auch erwarten.

So bitten wir dich guter Gott – auch mit Worten von Franz von Sales – „dass wir dich unseren Herrn loben, mit genau dem Angesicht das du uns gabst“– dass wir uns in der Freude an dir nicht verbiegen müssen und anders sein müssen, als wir sind. Denn Du liebst uns von Ewigkeit zu Ewigkeit. amen

Fürbitten 23.1. MYSTIK - das ist keine Spinnerei

 

23.1.2026  Heinrich Seuse Mystiker sein

In der Liturgie feiert man heute den Gedenktag von Heinrich Seuse, einem deutschen Mystiker im 13.Jahrhundert. Er war Dominikanermönch und Schüler des berühmten Meister Eckehart. Mystiker und Mystikerinnen sind in der katholischen Kirche immer einen gefährlichen Weg gegangen, vom Scheiterhaufen bedroht oder in späteren Zeiten vom Kirchen-Ausschluss. Der berühmte Konzilstheologe Karl Rahner aber sagte: „Der Christ von morgen wird Mystiker sein, oder er wird nicht mehr sein“. Später formulierte Rahner das in die Gegenwart: „Der Christ von HEUTE muss Mystiker sein“. Mystiker seien Menschen, sagt Rahner, die selbst etwas von Gott erfahren haben, die den Mut haben, ihren eigenen Weg zu Gott zu finden und zu gehen. Mystiker finden zu einer tiefen Freude in Gott, den sie ja in sich selbst erfahren. Heinrich Seuse sagte: "Gott will uns nicht der Lust berauben, er will uns Lust geben in Unendlichkeit". So bitten wir heute


sei uns Gott, ganz in uns selbst  - und nicht ein Gott der Bücher und Lehrmeinungen

sei uns Gott, ganz in uns selbst  - der uns das Leben weit und ohne Angst macht

sei uns Gott, ganz in uns selbst - vor dem wir sein dürfen, wie wir sind

sei uns Gott, ganz in uns selbst  - DU, der uns zum Miteinander führt

sei uns Gott, ganz in uns selbst  - DU, der Wunden heilt und Versöhnung möglich macht

sei uns Gott, ganz in uns selbst, -  DU, mit dem wir JETZT und HEUTE leben, denn hier beginnt die Ewigkeit

sei uns ein Gott der Liebe, weil wir dich niemals fürchten dürfen, sondern nur von Herzen lieben

 

Denn Du bist „Gott mit uns“, Gott mit ALLEN Menschen, die dich suchen. Wir gehen den Weg mit Jesus – aber alle Wege führen zu Dir, dem Gott für uns alle. Gott, der mit uns lebt und liebt - heute und alle Tage amen.

Mittwoch, 21. Januar 2026

Fürbitten 22.1. ein Arzt der Armen - tätig im Burgenland



22.1.2026    Sel. Ladislaus Batthyany-Strattmann  Augenarzt

In der Liturgie ist heute der Gedenktag eines Mannes, der vielen unbekannt sein wird.   Es ist der Augenarzt Ladislaus Batthyany-Strattmann, er entstammt einer alten ungarischen Adelsfamilie. 1870 wurde er in Ungarn geboren, er selbst war Vater von 13 Kindern und lebte in sehr glücklicher Ehe. 1902 errichtete Batthyany-Strattmann ein Spital in Kittsee, wo er vor allem mittellose Menschen unentgeltlich behandelte und operierte, aber wo er auch viele Arme finanziell unterstützt hat. Nach dem 1.Weltkrieg führte Batthyany seine Arbeit in Ungarn fort, dort gründete er in Körmend ein Spital, wo er ebenfalls unentgeltlich Arme behandelte. Nach schwerem Leiden starb er am 22. Jänner 1931 in Wien. Begraben ist er in Güssing . Viele seiner Patienten haben ihn schon zu Lebzeiten wie einen Heiligen verehrt. Am 23. März 2003 wurde Ladislaus Batthyány-Strattmann durch Papst Johannes Paul II. in Rom seliggesprochen. Bitten wir heute darum,


dass sich immer wieder viele Menschen finden, die selbstlos und uneigennützig für andere da sind – dass diese Menschen auch Dank und Anerkennung erfahren

bitten wir für all die, die gerade in pflegenden Berufen oft an die Grenzen ihrer Kraft gehen – bitten wir, dass es der Politik gelingt, Maßnahmen gegen den Pflegenotstand zu finden und dass vor allem die Menschen in diesen körperlich und seelisch aufreibenden Berufen angemessen bezahlt werden

Bitten wir für die politisch Verantwortlichen in unserem Land, dass sie dazu beitragen, das soziale Netz und das solidarische Miteinander eher fester zu knüpfen als zu lockern

bitten wir für die Hilfsorganisationen in unserem Land, dass sie sich nicht entmutigen lassen, auf die Not von Menschen in unserem Land hinzuweisen – aber auch auf die Not all der Menschen, die in Europa neue Lebenschancen suchen

bitten wir für uns selbst – Dass wir nicht übersehen, wo Andere vielleicht gerade heute unsere Hilfe brauchen und dass wir großzügig sind, nicht nur mit Spenden, sondern auch mit Zeit und Zuwendung, die wir geben wollen 

und bitten wir ganz besonders für alle kranken Menschen, dass sie die Kraft haben, ihre Krankheit zu ertragen – und dass sie dabei alle Hilfe finden, die sie brauchen 

  

So bitten wir im Namen Jesu Amen 


Dienstag, 20. Januar 2026

Fürbitten 21.1. die ENTSCHEIDUNG liegt bei mir

 


21.1.2026 Mk.3.1 was darf man, was darf man nicht  

Auch heute geht es im Evangelium um starre Vorschriften. Das religiöse Establishment wartet nur darauf, dass Jesus wieder heilige Gesetze bricht. Und er tut es. Jesus heilt am Sabbat. Ein Mann mit einem verkrüppelten Arm wird wieder gesund. Seinen Kritikern  antwortet Jesus mit einer Frage: „Ist es am Sabbat erlaubt, Gutes zu tun statt Böses, ein Leben zu retten statt es zu vernichten?“ Ja, es gibt Regeln – auch in unserer Gesellschaft, auch in der Kirche -  und doch gibt es Situationen, in denen man Regeln und Vorschriften brechen darf oder sogar brechen muss.  Bitten wir: 

Lass uns herausfinden, was nach unserem eigenen Gewissen falsch oder richtig ist.

Lass uns Menschen sein, die Verantwortung für das eigene Handeln übernehmen.

Lass uns erkennen, wo auch in unserem Leben Entscheidungen anstehen, die wir treffen müssen, auch wenn sie vielleicht nahen Menschen weh tun

Gib uns die Kraft, wenn notwendig, auch gegen den Strom zu schwimmen, auch gegen herrschende Meinungen aufzutreten

Zeige uns, wo wir auch in unseren Gemeinschaften, in unseren Freundschaften, in unserer Partnerschaft kritisch unseren eigenen Weg gehen müssen

Hilf uns aber, dass wir nicht stur und uneinsichtig sind, gib uns die Fähigkeit, auch umzudenken und neue Erkenntnisse zuzulassen

Lass uns heikle Themen offen ansprechen und hinterfragen, auch und gerade in unserer Kirche. Wir sind noch in der Gebetswoche für die Einheit der Christen: bitten wir dass die Kirchenführungen, dass „die OBEN“, mutiger nachvollziehen, was schon längst an der Basis und in der Praxis der Kirchen gelebt wird

Du guter Gott, jeden Tag müssen wir Entscheidungen treffen, brauchen wir Mut und Klugheit, um das Richtige zu tun. Wir tun es im Vertrauen auf dich, weil Du auch dort an unserer Seite bist, wo wir irren und fehlen. Hilf uns in allen Zweifeln, darum bitten wir durch Jesus, der den Weg mit uns geht, amen

 

 

Montag, 19. Januar 2026

Fürbitten 20.1 Zur Freiheit berufen !!! gar nicht so einfach

 

20.1.2026 Mk.2.23  der Sabbat ist für den Menschen da ..und nicht umgekehrt

Im Evangelium heute geht es um eine ganz zentrale Frage. In welcher Freiheit, in welcher Freiheit unseres Gewissens dürfen, ja müssen wir sogar leben. Streitthema im Text ist das den Juden heilige Sabbat Gesetz, Moses selbst hat dazu verpflichtet. Die Jünger Jesu aber verstoßen dagegen.  Weil sie am Sabbat hungrig sind, reißen sie in einem Kornfeld Ähren ab, und essen sie. Für die Pharisäer ist das ein Frevel, denn damit wird gegen die strenge Arbeitsruhe verstoßen. Jesus argumentiert anders. Die Gesetze, auch der Sabbat mit seinen Vorschriften, sie sind für die Menschen da und nicht umgekehrt. (die Jünger hatten Hunger, also durften sie nach Vernunft-Gründen so handeln) Jesus fordert uns also zum Abwägen auf – und Paulus wird später sagen : Ihr sind zur Freiheit Berufene – Wo müssen wir also selbst diesen Sprung in die Freiheit wagen? Bitten wir

Dass ich mich bei strittigen Entscheidungen nicht hinter Regeln und Vorschriften verschanze

Dass ich den Mut habe, selbst bestimmt zu entscheiden und zu handeln

Dass ich aber auch immer ehrlich hinterfrage: „Was ist wirklich das Motiv meiner Entscheidung

bitten wir, dass uns vor allem aber auch das richtige Abwägen gelingt, der Spagat zwischen der eigenen persönlichen Freiheit und dem, was in der aktuellen Situation und für die Gemeinschaft das richtige Handeln ist

bitten wir, dass wir auch nicht fanatisch festhalten an einmal getroffenen Entscheidungen, dass wir immer wieder eine Situation neu bewerten und beurteilen und unsere Meinung auch ändern können

Bitten wir für die Journalisten und Meinungsmacher: dass nicht die billigen Aufmacher zählen, sondern dass Meinungsfreiheit heißt, mit Respekt und Verantwortungsbewusstsein Fakten darzustellen

Vor allem aber bitten wir, dass wir wie Jesus immer erkennen können, was den Menschen guttut, und natürlich auch uns selbst

So bitten wir guter Gott. dass wir uns nicht mit Verboten und Ängsten herumplagen. Lass uns in der Freiheit der Kinder Gottes leben, denn zur Freiheit sind wir berufen, wir sind Hausgenossen Gottes“, sagt Paulus. Sei DU keine Verbotstafel in unserem Leben bist, sondern ein Hinweisschild für Freude und Freiheit und Zuversicht. Darum bitten wir im Namen Jesu. amen

 

 Die Geschichten im Markus Evangelium sind spannend und haben mit dem Alltagsleben der Menschen zu tun. Dabei geht es immer wieder auch um ein grundsätzliches Problem: um die FREIHEIT. Auf der einen Seite gibt es Gesetze, die klar vorschreiben, was zu tun ist – auf der anderen Seite gibt es Menschen, die bewusst anders handeln. Sie berufen sich dabei auf ihr Gewissen, wie die Widerstandskämpfer in der Nazi Zeit. Hier ist die Sache klar, haben die Gesetze doch klar gegen die Menschenrechte und jede Moral verstoßen. Aber wie war es zB zuletzt bei der Impfpflicht. Auch hier gab es Menschen, die sich nicht an das Gesetz halten wollten, das dann doch nicht kam. Andere aber meinten sehr wohl, dass Freiheit nicht „grenzenlos“ ist und ICH nicht der alleinige Maßstab für richtiges Handeln sein kann. Immer geht es bei Freiheit auch um das Wohl des Anderen, um das Wohl der Allgemeinheit. So beim Schutz in der Pandemie.  Ein sehr heikles Abwägen also.  


Sonntag, 18. Januar 2026

Fürbitten 19.1. sich auf Neues einlassen !! schaffe ich das?

 

19.1.2026 Mk.2.18  Neuer Wein gehört in neue Schläuche 

"Neuer Wein gehört in neue Schläuche", sagt Jesus heute im Evangelium. Es ist seine Antwort auf die Frage der Leute: „warum machst du so vieles anders als die Anderen?“ Die Jünger des Johannes etwa fasten, die Jünger Jesu fasten nicht. Alles hat seine Zeit, meint Jesus. Nichts muss bleiben, wie es ist, immer kann manches NEU werden, können wir selbst NEU denken. Es muss kein persönlicher Umsturz sein – aber gerade jetzt, am Beginn eines Neuen Jahres ist vielleicht die Lust noch groß, sich doch auch wieder auf Neues einzulassen. bitten wir heute

 

Dass wir uns endlich von alten Gewohnheiten trennen, wenn sie uns schon lange nicht mehr guttun

Dass wir Eigenheiten ablegen, wenn wir merken, dass sie für uns und unsere Mitmenschen anstrengend sind

Dass wir bewusst anfangen, etwas Neu zu denken und Neu zu lernen auch wenn das anfangs nicht leichtfällt

Dass wir auch anderen zutrauen, sich zu verändern, dass wir anderen dabei helfen, sich Neues zuzutrauen

dass wir auch in dieser Zeit der Krisen und vielen offenen Fragen nicht in Pessimismus und Resignation verfallen

dass wir uns bemühen, auch positiv mit Schwierigkeiten umzugehen, dass wir in Krisen auch eine Chance sehen

dass wir aber auch auf uns selbst achten, dass wir uns jeden Tag zumindest einmal bewusst selbst etwas Gutes gönnen

Wir stehen auch in der Gebetswoche für die Einheit der Christen. Sie steht heuer im Zeichen der Bitte seid: „Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid zu einer Hoffnung in eurer Berufung“ (Eph 4,4)  Bitten wir um diesen Geist der Ökumene in den christlichen Kirchen,

 

So bitten wir dich guter Gott, gib uns immer wieder Kraft und Mut, Neues zu denken, Neues zu beginnen, dir immer wieder neu zu vertrauen. Krempel uns um, mach uns lebendig, auch wenn es manchmal weh tut. Im Vertrauen auf Jesus suchen wir unseren Weg und deinen Willen. Amen

Samstag, 17. Januar 2026

Fürbitten Sonntag 18.1. Berufen zu Freude und Dankbarkeit

 


18.1.2026  Joh.1.29  Seht das Lamm Gottes

Heute, am sogenannten zweiten Sonntag im Jahreskreis hören wir im Evangelium wieder von der Berufung Jesu am Jordan. Es ist die Szene, wo der junge Mann Jesus, 30 Jahre alt, bei einem religiösen Ritual seine eigene Berufung erfährt. Jesus lässt sich wie viele andere Menschen auch am Fluss Jordan durch den Prediger Johannes taufen – dabei erhält dieser selbst die Gewissheit, dass dieser Jesus der Erwählte Gottes ist. Denn, so sagt Johannes, er habe den Geist Gottes über Jesus wie eine Taube vom Himmel herabschweben sehen. „Seht das Lamm Gottes“ sagt Johannes.   Wir selbst sind durch diese Erzählung nicht nur Zuschauer dieses Geschehens, wir selbst sind Erwählte Gottes, auch wir sind „berufen als Heilige“, wie es Paulus im Brief an die Korinther schreibt: so bitten wir heute

Dass wir gerade zu Beginn dieses neuen Jahres wieder erkennen, wozu du auch jeden Einzelnen, jede Einzelne von uns berufst. Und „berufen“ heißt, dass du UNS brauchst, dass DU gerade mich brauchst

lass uns immer besser spüren, dass auch in unserem kleinen Alltag der „Geist Gottes“ auf uns ruht, dass wir in diesem Geist handeln dürfen, ja, oft auch handeln müssen 

gib uns in diesem Vertrauen einen langen Atem und Geduld für alles, was wir tun sollen, auch wenn uns manches immer wieder verworren vorkommt

mach unsere Gedanken und unser Herz weit, dass wir uns auch an Visionen, an Ungewöhnliches herantrauen

schenk uns genug Begeisterung, Ausdauer, Humor und Zähigkeit, dass wir an einer Sache dranbleiben, wenn wir von ihr überzeugt sind

hilf uns ernst zu machen, mit dem was wir „heilig“ nennen: lass uns Menschen sein, die sich darum bemühen, anderen gut zu tun – und lass uns Menschen sein, die immer dankbar dafür sind, dass sie selbst immer wieder so unendlich viel Gutes erfahren

 

Du guter Gott, nicht zuletzt bitten wir um Freude, Freude, Freude. Freude an allem was wir tun. Denn nichts ist schlimmer, als nur Durchhalten, Pflicht erfüllen und die Dinge „hinter sich bringen“. Hilf uns mit deinem Geist zu leben. amen

immer wieder einen neuen Blick wagen



"Es ist etwas sehr Großes,

ein freies Herz und

ein ruhiges Gewissen zu haben." Teresa von Avila

 

"Der Nächste ist nicht der, den ich mag.
Er ist ein jeder, der mir nahe kommt - ohne Ausnahme."
Edith Stein. Philosophin, Jüdin, Christin, 1942 in Auschwitz ermordet

 

"Ich suche..,
nach dem, was in mir werden will,
nach dem Unverwechselbaren,
was mich zu dem Menschen macht,
der wartend in mir ruht
und zum Leben erweckt werden will“.    Ulrich Schaffer

 

"Nicht das Beliebige, sondern das Rechte tun und wagen,
nicht im Möglichen schweben, das Wirkliche tapfer ergreifen,
nicht in der Flucht der Gedanken, allein in der Tat ist die Freiheit.
Tritt aus ängstlichem Zögern heraus in den Sturm des Geschehens..
und die Freiheit wird deinen Geist jauchzend empfangen." Dietrich Bonhoeffer

 

"DU

sei wie DU,

immer."     Paul Celan.

 

„Man muss aufhören, bevor man alles gesagt hat.
manche haben alles gesagt, bevor sie beginnen“.  Elias Canetti.

 

„Die Welt ist aus dem Stoff,
der Betrachtung verlangt“  Ilse Aichinger

 

"Das beste Mittel, jeden Tag gut zu beginnen,
ist beim Erwachen daran zu denken,
ob man nicht wenigstens einem Menschen
an diesem Tage eine Freude machen könnte."   kein Oma Spruch: Nietzsche

 

"Das ist ja gerade der Ernst unseres Daseins, dass die Stimme,
die uns auf den rechten Weg ruft, sehr leise spricht,
während tausend laute Stimmen in und außer uns
genau das Gegenteil behaupten. - Man muss im
Leben sehr aufpassen, wenn das Stichwort kommt." Sören Kierkegaard

 

"Everyone has talent. What's rare 

is the courage to follow it to the dark place where it leads." Erica Jong




Freitag, 16. Januar 2026

Fürbitten 17.1. Ohne Judentum - kein Christentum

 

17.1.2026 Tag des Judentums   

Die christlichen Kirchen in Österreich feiern auch heuer am 17. Jänner den "Tag des Judentums".  Dieser Gedenktag am 17. Jänner wurde im Jahr 2000 vom Ökumenischen Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) eingeführt, um das Bewusstsein zu fördern, dass das Christentum wesentlich mit dem Judentum verbunden ist. Ganz bewusst wird an die Wurzeln erinnert, die alle christlichen Kirchen gemeinsam im Judentum haben. Wie Paulus sagt: "Nicht DU trägst die Wurzel, sondern DIE WURZEL trägt dich“. (Röm.11.18) Ohne Judentum gäbe es kein Christentum. Jesus war bis zu seinem Tod Jude, das dürfen wir nie vergessen. Zugleich soll aber auch das Unrecht an jüdischen Menschen und ihrem Glauben in der Geschichte thematisiert werden. In Gottesdiensten und Gedenk- und Lernveranstaltungen. Auch in Italien, Polen und den Niederlanden wird der Tag begangen. Das Datum dafür wurde bewusst gewählt. Die Kirchen sollen den Geist dieses Tages in die anschließende weltweite „Gebetswoche für die Einheit der Christen“ (18. bis 25. Jänner) weitertragen So bitten wir heute:

für unsere Kirche und für alle christlichen Kirchen, dass sie sich immer auf die jüdischen Wurzeln besinnen, aus denen sie gewachsen sind, und sie mit Dankbarkeit und großem Respekt bewahren und verkündigen

bitten wir immer wieder um Verzeihung für das, was christlicher Antisemitismus über Jahrhunderte hinweg bis in unsere Gegenwart an Verbrechen an jüdischen Menschen möglich gemacht hat.

Fassungslos erleben wir aber, wie Antisemitismus auch heute immer wieder offen in unserer Gesellschaft aufflammt, bitten wir, dass gerade wir als Christen eine deutliche Gegenstimme sind

bitten wir für die jüdischen Mitbürger in unserem Land und für jüdische Menschen überall auf der Welt, dass sie in Frieden leben können, respektiert in ihrem Glauben –

bitten wir ganz besonders für die leidenden Menschen in Israel und Palästina und in Gaza: bitten wir um das Wunder, dass die Menschen einander in ihrem Leid wenigstens einmal verstehen könnten

bitten wir nicht nur für Christen und Juden, sondern auch für die Muslime, auch sie glauben an den einen Gott Abrahams: lass dass alle Menschen guten Willens so auch in ihren Herzen zueinander finden könne

bitten wir für uns selbst, dass wir uns darum bemühen, immer besser zu verstehen, wie eng unser Glaube mit dem des Judentums verbunden ist und dass wir als Christen gegen alle Formen von Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung Anderer auftreten.

 

Du guter Gott, so lass uns heute auch in das tägliche Gebet der frommen Juden einstimmen  Schemá Jisraél Adonaj Elohejnu Adonaj Echad.  : „Höre, Israel: Der Herr ist dein einziger Gott. Und du sollst deinen Gott lieben, von ganzem Herzen, mit ganzer Seele und allen deinen Kräften -   Und deinen Nächsten wie Dich selbst.“ Herr, Bewahre uns alle in der Liebe, in der wir dich suchen.  Lass uns zueinander – und gemeinsam zu DIR finden. Amen

 

 

Fürbitten 16.10 WAHRE FREUNDE

 


16.1.2026  Mk 2.1 Ein Gelähmter und vier beste Freunde 

Jesus wird von den Menschen seiner Umgebung im wahrsten Sinn des Wortes die Türe eingerannt. Immer mehr Kranke bringt man zu ihm – in der heutigen Evangeliums-Geschichte hören wir, dass in einem Haus sogar ein Teil des Daches abgetragen wird, um einen gelähmten Mann auf einer Bahre direkt vor den Füßen Jesu abzuladen. Dieser Gelähmte hat offensichtlich außergewöhnlich gute Freunde, die sich so für ihn einsetzen. Freunde, denen sozusagen nichts „zu blöd“ ist, um dem Freund zu helfen. Bitten wir heute

Bitten wir, dass auch wir da sind, wenn wir andere herausholen sollen, aus Unsicherheit, Niedergeschlagenheit und Ängstlichkeit

Bitten wir, dass wir da sind, wenn wir andere herausholen sollen, aus Enttäuschung, Resignation oder Zorn

Bitten wir, dass wir da sind, wenn wir anderen helfen sollen, denen Unrecht geschieht, die benachteiligt sind oder gemobbt werden

Bitten wir, dass wir da sind, wenn wir anderen helfen sollen, die in ihrer Arbeit oder in ihrer Gemeinschaft momentan nicht weiterwissen

Bitten wir, dass auch für uns andere da sind, die uns immer wieder gut zureden und Mut machen

Bitten wir, dass auch für uns andere da sind, die uns wieder zum Lachen bringen und zum Weitermachen

Bitten wir, dass wir alle immer wieder einen Weg zu Jesus finden, auch einen vielleicht ungewöhnlichen Weg – und dass wir vertrauen können und dass wir Vertrauen weitergeben

„Freundschaft“ das ist ein alter internationaler Gruß der Sozialisten und Sozialdemokraten - bitten wir, dass es für all die Menschen, die sich in unerträglichen Situationen befinden, in Terrorgefahr, im Krieg, in Armut und Abhängigkeiten, auf der Flucht und in großer Unsicherheit, dass es auch für sie Solidarität gibt und Menschen, die helfen und denen sie vertrauen können. Auch hier in Österreich!  Um all das bitten wir im Namen Jesu. Amen

 

Mittwoch, 14. Januar 2026

Fürbitten 15.1. gib uns den Mut zur Nähe

 

15.1.2026 Mk 1.40  BERÜHREN wenn du willst kannst du mich heil machen  

 An Jesus fällt auf, dass er keine Angst vor Nähe und Berührung hat. Wenn er Menschen begegnet, berührt er sie immer wieder, oder er lässt sich von ihnen berühren - auch von solchen, die als gefährlich ansteckend galten und von der Gesellschaft ausgesondert bleiben sollten. In der heutigen Evangeliums Erzählung von Markus bittet ein Aussätziger Jesus um Hilfe, einer, sich nach damaligen Normen eigentlich gar nicht gesunden Menschen nähern durfte. Aber Jesus weicht nicht zurück, Jesus verscheucht ihn nicht – „Wenn du willst kannst du mich rein machen“, fleht dieser Mann und Jesus, so heißt es im Markus Evangelium, Jesus streckt seine Hand aus und berührt diesen  Unberührbaren. Jesus heilt ihn, wenn auch mit dem Auftrag, niemandem davon zu berichten. (woran sich der Mann nicht halten wird) Wir aber können uns fragen:  Wie halten wir eigentlich es mit Nähe und Berührung?   so bitten wir:

 

gib uns den Mut zur Nähe,

dass wir uns Menschen und ihre Schicksale nicht vom Hals halten

dass wir uns nicht Angst vor Fremden einreden lassen

dass wir bereit sind, Meschen an uns heranzulassen, dass wir uns auf sie einlassen

 

 

gib uns den Mut zur Nähe,

dass wir unkompliziert Hilfe anbieten,

dass wir keine Angst davor haben, belästigt und ausgenützt zu werden,

dass wir uns auch dann aufs Helfen einlassen, wenn es zunächst sinnlos scheint

 

 

gib uns den Mut zur Nähe,

dass wir uns auf unsere eigenen Gefühle einlassen,

dass wir uns das eigene Bedürfnis nach Nähe und Berührung eingestehen,

dass wir anderen überhaupt die Möglichkeit geben, liebevoll zu uns zu sein

 

 

Jesus, gib uns den Mut zur Nähe,

dass wir uns auch von DIR berühren lassen.

Dass DU nicht eine theologische Floskel für uns bist, ein frommes Programm

Lass uns alles was wir an Liebe und Nähe ersehnen

Auch in dir und durch Dich erfahren

 

Guter Gott, segne unsere Hände, dass sie behutsam sind, dass sie halten können,
ohne festzuhalten, dass sie geben können ohne Berechnung, dass sie die Kraft haben zu trösten und zu segnen. Segne uns, dass wir einander berühren können, auch in der Tiefe unserer Seele – amen