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Samstag, 23. Mai 2020

Zwangsneurotisch 23 Na dann, HELF' GOTT

Ja, da freut sich doch
wenigstens irgendwer,
dass ich unterwegs bin.
Endlich, endlich
raffe ich mich hoch aus der
Corona Trägheit und entsinne
mich meiner
"Lebens-Schützer" -
Verpflichtung.
Lebens-Schützer sein -
seit Mitte März haben wir das
eingehämmert bekommen.
Maske tragen, Abstand halten...
Nie vergessen:
Onkel Flex
hat ein wachsames Auge -
wir Wiener bekommen das
ja jetzt fast täglich

im Vor-Vor-Vor Wahlkampf als innerministerliche Droh-Froh-Botschaft serviert.
"Du, Du Wien, schlimm,aufsässig..
undankbar....lehnt Polizei Mithilfe ab!"
Mahlzeit! Danke!! es reicht!
ICH habe doch eh alles an Warnung, Erlass,
Verordnung oder auch nur so irgendwie daher Gesagtem VERINNERLICHT.
War ja, wie wir jetzt wissen, nicht alles
"so ganz genau so genau"
gemeint, wie es gesagt wurde. Also zb das
"NICHT ins Freie gehen,
NICHT Freunde treffen...."
Aber was solls: NICHT nach -tragend sein -
mit MUND SCHUTZ lässt
es sich ja eh schlecht meckern!
Was für ein Symbol wir da
mit uns herum tragen!!!
"Goschen halten, Hände falten..."
Nein nein nein ....DAS hat sicher nix mit uns zu tun.
Unser Motto bleibt:
"Bring Corona nicht
zur Oma"


Wobei "DIE OMA", das bin ich ja selbst!
Aber weil der OMA niemand die CORONA bringt,
und weil deswegen die OMA ziemlich deppat
allein herum kurvt - dh zwar täglich schon in aller Früh
elendslange Spaziergänge unter Wolkenhimmel
hatscht - aber sonst CORONA-FREI
tadellos als NICHT LEBENSGEFÄHRDER lebt -
da hat sich die Oma nun doch endlich
dazu aufgerafft: ihre auch
LEBENS-SCHÜTZENDE FUNKTION
als Konsumentin wahr zu nehmen.
Ich brauch zwar wirklich NIX:
mit einem Blick in Kasten und Schränke
ECHT WIRKLICH NIX
aber bin ich als ALTE nicht verpflichtet,
als jemand, den die JUNGEN so brav mit lockdown
behütet haben: bin ich nicht verpflichtet, nun auch
meinen Oldie Beitrag zur Wiederbelebung
unserer Wirtschaft zu

leisten?

Raff dich auf Corona-Oma, sage ich mir,
raff dich auf - such dir die passende Maske
zum outfit - und mach dich auf den Weg!!!!
IRGENDWAS braucht man immer
Ich habe ein Lieblingsgeschäft,
schon seit vielen Jahren -
ein älteres chinesisches Ehepaar führt es.
Nie war ich unzufrieden, die Sachen sind
recht chic und auch preiswert -
vor allem, die beiden älteren Herrschaften
sind so zuvorkommend und reizend.
Umtausch nie ein Problem, immer bekommt man
für den Einkauf noch ein "Leckerli" drauf.
Also ich weiß: wenn ich einkaufe, dann vorerst einmal DORT.
Frau und Herr H freuen sich wirklich:
Ja, für sie sind das auch sehr harte Zeiten.

Ein winzig kleines Geschäft, voll bestückt ...aber noch scheint die Kundschaft aus zu bleiben.
Jedenfalls kann ich "im Vollen" wühlen, bin die einzige Kundschaft
(mehr ginge sowieso nicht in den Laden)
Ich liebe vor allem die "Leinen-Sachen" - wobei, wie ich glaube, das meiste wohl aus der chinesischen Textilproduktion in Norditalien kommt - das macht ein recht schlechtes Gewissen, (abgesehen davon, dass auch Corona in diesen Zentren eine große Rolle gespielt hat) Andererseits: "meine chinesischen Geschäftsleute" leben von dieser Ware:.....
ein Dilemma!!!
Wie immer werde ich "fündig": drei
Leinen Hosen, zwei Leinen Blusen .....
Während ich noch mit Frau H nette Worte wechsle, packt Herr H meine Sachen ein:
DA PLÖTZLICH    -  ich sehe nur aus dem Augenwinkel wie Herr H plötzlich seine
Maske hinunter zieht - und DANN ......
DANN  kräftig, kräftig niest.
Dreimal von Herzen niest Herr H
Ja, ohne MNS vorm Gesicht niest es sich einfach leichter!
DANN zieht Herr H sich artig, als wäre nichts gewesen,
seine Maske wieder hoch,
und macht mein Packerl fertig.
(Sorgfältig wird jedes Kleidungsstück gefaltet)
Danach nimmt Herr H meine Bankomat Karte ...und ......
na ja.... ich zahle, wie man das halt so tut - und
"HELF GOTT" - ich denke es mir nur
                                                      so sagen doch Omas beim Niesen?
WIE IMMER aber bekomme ich von Frau H
für meinen Einkauf noch ein Leckerli
ein Fächer ist es diesmal!!!


DANKE, DANKE - 
und noch einmal HELF GOTT
euch allen, 
die ihr jetzt mühsam eure Geschäfte wieder hochfahrt
Ein wenig habe ich "meinen Teil" geleistet
die Corona-Oma





Dienstag, 12. Mai 2020

Zwangsneurotisch 22 So, JETZT hamma die Bescherung!!!

Oje oje oje denke ich - zwangsneurotisch -
ja, Corona schürt Ängste, man vergisst
das nicht: oje, oje, oje
ob jetzt gleich der strenge Onkel
mit seiner Flex kommt -
der Herr Innenminister,
der uns doch angeboten hat, mit
Polizei Bataillonen die gefährlichen
Infektionsketten zu durchtrennen
"Wir sind die neue Flex" hat er doch bei
seiner Pressekonferenz Mitte April
gesagt - und schon damals habe ich mir gedacht:
" Logo: ab jetzt kein Nieser und kein
Huster mehr" - wer weiß, wer da schon auf

der Lauer liegt
und dich "zurückverfolgen"
will, beim Virus versprühen,
spreading the corona virus!!!!
Ein NO GO
Nur keine Virus - Bomber werden
Nur kein Lebensgefährder
Immer schön im Elefanten-Abstand
(zur Sicherheit: großer Elefanten Abstand)
brav das Tüchl vor Nase und Mund -
wenn in geschlossenen Räumen
und Hände waschen, Hände waschen
Das größte Problem, leider,  lässt sich
biologisch nicht lösen
Du gehörst zu den Alten
zur Risiko-Gruppe
mach bloß keinen Ärger - schlimm genug, dass du
dich frei bewegst ....
Ja, Freunde von mir sind wirklich angemotzt worden,
weil sie nicht zur "Risko-Gruppen-Einkaufszeit" ihr
Einkaufswagerl im social distancing Abstand vor sich
hergeschoben haben ....
Also: mir ist die Fragilität meiner Corona Existenz
absolut bewusst und ich verhalte mich fast mustergültig.
Fast? Na ja, was ist schon perfekt.
Vielleicht dauert das Hände waschen  bisweilen 10 sec kürzer - aber sonst fühle ich mich keiner Schuld bewusst.
Immer Corona mustergültig!!!

Und JETZT - DAS     JETZT  DAS

ICH  NIESE
ICH  MUSS NIESEN
ICH  MUSS  MEHRMALS
NIESEN
Gleich in aller Früh!
Kaum aufgestanden! NIESEN!!!
Panik steigt auf!
Na bitte nicht!!!!
Bloß nicht niesen!!!
Da kannst du dich nicht mehr unter
die Menschen trauen -
einmal niesen - die Flex kommt?!!!
Nicht mehr daran denken,
einen Termin beim Friseur auszumachen
"Stell dir vor, du niest dort"
Mit nassen Haaren jagen sie dich nach Haus

Einkaufen gehen: vergiss es!!!!
Stell dir vor
"NIESEN  bei der Kassa".
Da nützt dir die ganze Luftschutzmaske nix
Dieser Tag ist im Eimer
im KWARANTÄNE Eimer
Jetzt hast du die Bescherung
Mit NIESEN geht nix mehr
Fenster geschlossen halten
Soll dich nur niemand NIESEN hören

Ja, ich mache tatsächlich noch ein paar Mal
HATSCHI  HATSCHI
ABER:
NEIN
ich rufe NICHT die berühmte Nummer 1234
so weit habe ich mich glatt noch im Griff
ich erinnere mich an lang vergangene Zeiten!!!!!

Da hat es doch Zeiten gegeben
das soll wirklich so gewesen sein
da hast du ohne schlechtes Gewissen
NIESEN dürfen
einfach so !!!!

*  ausgenommen NASEN - BUSSI, na eh klar






Samstag, 9. Mai 2020

Zwangsneurotisch 21 eigentlich bin ich ganz anders

"Eigentlich bin ich ganz anders
ich komm nur so selten dazu"
Mit Ödön von Horvath teile ich diese
fundamentale Einsicht, die bei ihm aber
immerhin literarisch sehr fruchtbar war -
ich fühl mich mehr wie die Spitzmaus,
die schon zufrieden ist, wenn es wieder einmal gelungen ist, ein Löchlein durch
den Kas des Lebens zu bohren -
und in die Welt zu schauen.
Was sie dann als Nächstes macht, die Maus?
NIX - oder höchstens irgendwann, irgendwann
das nächste kleine Löchlein.

Corona sei Dank wachsen ja in der KWARANTÄNE
die inneren Einsichten .... oder sie sollten es.
Dazu sind uns doch Krisen gegeben:
dass wir daran wachsen,
dass sie Herausforderungen sind,
Start für Neues,
ein Urknall zum sich Neu erfinden
was könnte ich alles denken
was könnte ich alles fühlen
was könnte ich ganz anders machen
was könnte ein neues Ziel sein
wo sind die neuen Erkenntnisse
wo die neuen Einsichten
wo wenigstens ein paar neue Wörter
für ein Tagebuch, dass nicht einmal jetzt, in dieser
historischen Krise geschrieben wird
Schon ist die erste Corona Panik Welle fast übertaucht
ernüchtert sitz ich im Wellen-Tal

Ja sag ,
WAS  WAS  WAS  WAS
hast du mit diesen nie mehr
wiederkommenden EINMALIGEN
Tagen gemacht?
Jede Stunde eine historische Stunde
Geschichtsbücher werden geschrieben
(werden) -
und ICH?
Ja "eigentlich, wäre ich eh ganz anders ..."
siehe oben ...
eigentlich würde ich eh so gerne
bedeutend denken,
bedeutend fühlen
bedeutend erinnern
bedeutend bangen


bedeutend hoffen
alles alles hätte ich gerne bedeutend!!!
Wirklich, so ganz anders könnte ich sein
Denke es mir am Abend,
wenn ich aus dem Burgenland
geliehenen Sonnenuntergang betrachte:
Ja morgen dann, morgen
morgen, dann denkst du was Bedeutendes!
Dann tust du was Bedeutendes,
Dann planst du wenigstens
was Bedeutendes
Etwas das bleibt,
etwas, von dem man erzählen kann
etwas, das dich erinnern wird ....

Ja, wie der Pfau -
auch glücklich lebend im Burgenland -
so wie der Pfau
werde ich dann mein Rad schlagen -
denke ich mir
Also irgendwann -
irgendwann

Ganz sicher:
da wird noch etwas Bedeutendes
aus mir hervorbrechen
Da werden sie alle staunen
Nein, ich selbst werde staunen
wenn ich dann erst so richtig
"aus mir herausgehe"
Denn: ist es nicht so?
" ich bin doch eigentlich ganz anders ....."?
Wenn nicht JETZT,
wann DANN? -
Ach CORONA
Auch DU wirst es an mir nicht schaffen
DAS  BEDEUTENDE


EIGENTLICH
Das Mäderl bleibt Mäderl
inzwischen halt ein bissl älter 
viel mehr wird da nicht mehr
Das Wichtigste bleibt
lieb haben können und lieb haben dürfen
Braucht man mehr





Dienstag, 5. Mai 2020

Zwangsneurotisch 20 CORONA- und was trage ich heute?

War das ein Griß um die ersten Masken!!
Kostbarkeiten waren das - vor allem die
kreativ Selbstgenähten.
Welche Freude über jede Einzelne, die ich
geschenkt bekomme.
Ja, Kostbarkeiten SIND sie für MICH:
Jede Einzelne: ob mit Gummischnürl oder
mit Stoff Schnürl zum Binden.
Ob uni, gestreift, geblümt, gepunkterlt....
Kostbarkeiten!!!
Und JETZT geht es mir mit den Masken
- wie mit dem "schönen Gwand"
Immer schon habe ich ein
 "schönes Gwand" gehabt.
Aufgewachsen, halb am Land, war's ja völlig
klar. Mit dem einen Gwand ist man in die
Schule geschickt worden - in das Andere,
"das kannst du auch dreckig machen" Gwand
in das ist man dann gleich nach der Schule
gehupft - und war damit bis zum Abend irgendwo
mit vielen anderen Kindern auf "Gstätten" unterwegs (Helikopter Eltern gab es damals noch nicht)

Und dann gab's das ganz schöne Gwand.
Samstag oder Sonntag - wenn die Mama ihren
Pelz angezogen hat und das Puppi den
neuen Wintermantel, der auch ein kleines Pelzkragerl
hatte - Luxus pur. Die Mama hat damals den Pelz
noch "auf Raten" gekauft - an diese Sensation, die daheim besprochen wurde, erinnere ich mich noch genau!!!!
Natürlich gab's auch die Sonntags-Schuhe für
das Kind - und nichts hat man sich mehr ersehnt, als
dann möglichst schnell aus dem "schönen Gwand"
wieder in das zu schlupfen, mit dem man Radl
fahren konnte oder durchs Gestrüpp robben.
Das "schöne Gwand" !!!
Gibt es noch etwas anderes , was ich
so sehr beibehalten habe bis heute - bis ins hohe Alter:
"Das schöne Gwand"
Gerne, gerne, kaufe ich ein ....


Die Freude ist meist groß - das heißt
manchmal, daheim, vor dem Spiegel, kommen dann bisweilen
ja doch Zweifel - aber prinzipiell erfreue ich mich
- mir selbst dankbar - an jedem frisch gekauften Klumpert.
Ja - und dann!!!  Dann wird es
mit dem innerlichen Etikett versehen: "Achtung
Neues Gwand!"
Dann kommt es in den Kasten!!!
Auch die neuen Schuhe: sie bleiben im Karton
(müssten außerdem noch "eingegangen" werden)
Wenn ich den Schwachsinn zur Potenz treibe: dann gehe
ich sogar in die Änderungs-Schneiderei und lasse mir
"altes Gwand" ausbessern oder abändern
                                                           NUR
                                                           UM  DAS  NEUE  GWAND

-  ZU SCHONEN!

"Daheim" kann ich es nicht anziehen - da patze ich mich dauernd an.
Nur zum "in die Stadt fahren" zahlt es sich auch
nicht aus.  Außerdem  weiß ich dann in der Geschwindigkeit oft nicht, welche Handtasche passt jetzt dazu,
welche Schuhe. (wie gesagt "die Neuen" außerdem
noch gar nicht eingegangen!!)
Mit dem "alten Gwand"- da ist alles griffbereit
und es macht auch nix, wenn mir Enkel Arthur
ein paar Braterdäpfel, die ihm zu heiß sind,
in den Schoss legt ....

CHIC lass ich ohne Neid die Anderen sein!
Ich hab mein "schönes Gwand" daheim!!

Und JETZT - JETZT?

Erraten - Erraten - Erraten

Obwohl so viele schöne selbstgenähte kreative Kostbarkeiten im Kasten:
ich trage 08/15
Ich werd mir doch nicht "die schönen Masken" anpatzen, nur zum Einkaufen

Aber dann - 
wenn ich auch das "schöne Gwand" anzieh' - 
dann 
DANN 
gibt's auch die passende Maske dazu


also ich glaub schon!

Montag, 4. Mai 2020

Zwangsneurotisch 19 JETZT, wo ich könnte

"Mutig in die neuen Zeiten..."
Hat uns das nicht erst gestern der Herr Bundespräsident fast liebevoll vorgesungen -
und warum löst es in mir nur
bange Verwirrung aus.
Fast alles, ja fast alles ist wieder möglich
Aber da ist er jetzt wieder, der ZWANG
der ZWANG zur  ENTSCHEIDUNG
ENTSCHEIDUNG:
Was mache ich heute
Wohin gehe ich heute
Was kaufe ich heute
Was muss erledigt werden, heute
JETZT könnte ich dich wieder
JETZT müsste ich doch wieder
"Also - komm - los -
tu was - plane was"
Du meine Güte, da sitze ich
im Quarantäne Dusel und
mag mich nicht mehr bewegen
Nein, da tue ich mir jetzt Unrecht. Nicht "bewegen":
das stimmt nicht.
Schon in aller Früh warte ich
ja nur noch auf das
"START-SIGNAL": siehe rechts
das tägliche Foto von der Früh-
Morgenstimmung aus dem
Burgenland. Freundin Christl
schickt ihn, den "Sonnenaufgang"
in L - und spätestens da fängt
auch mein Tag an zu rumoren.
Harmlos, ist der Tag, unspektakulär
ohne einen einzigen Termin
am Kalender -

ich brauch nur ins "Gwand von gestern"
hupfen - und dann beginnt
die "Quarantäne Routine"
Tag für Tag dasselbe:
Früh Spaziergang über mein Bergerl
Jeden Tag - bei jedem Wetter (eh immer das gleiche
seit Mitte März, kein Regen, kein Regen!!!)
Jeden Tag, seit genau dem 11.März,
ein Mittwoch war das.  An diesem Tag hat für mich plötzlich alles, was eben noch Routine war,
aufgehört. Ab 16.März hieß das dann ganz offiziell
und für Alle:  QUARANTÄNE
Und dann?
Clopapier war eingekauft,
Vorräte angelegt
eine Zeit lang verfolgt man noch Stunde um Stunde
was es an Pressekonferenzen und Infos gibt
das Wichtigste:  rundum, die Menschen, die man
kennt, gesund.
Nein, doch nicht ganz.
Eine ältere Klosterschwester,
die ich sehr gerne gehabt habe, stirbt an Corona.
Vier Patres, aus dem Don Bosco Orden, wo ich sehr oft zur Messe gehe, auch sie sterben an Corona. Eine ganz nahe Verwandte
kämpft mit Corona. Zunächst hat es ganz harmlos ausgesehen, dann urplötzlich eine
Verschlimmerung, Spital ...aber dann doch alles gut überstanden. Gott sei Dank!
Es ist Ostern - trotz Quarantäne
kommt ein ganz liebes Packerl aus der
Schweiz. Dort lebt Freundin Samya - jetzt
total getrennt von Freundin Doris, die in
Vorarlberg daheim ist. Ganz plötzlich waren
beide durch die Reisebeschränkung getrennt.
QUARANTÄNE....

QUARANTÄNE  QUARANTÄNE  QUARANTÄNE
Fast schon können die Enkelkinder das Wort schreiben.
Jedenfalls der Arthur weiß genau, was das ist:
CORONA.
Und der Arthur sagt:
"Hoffentlich ist der Corona noch lange da.
Es ist so gemütlich daheim"
Dem Arthur fehlt sein Kindergarten nicht!!!!!
Der kleine Damian hat endlich, was er sich immer
gewünscht hat, den großen Bruder rundum bei sich.
Und beide Buben haben, was für sie das Schönste ist:
Mama und Papa daheim. Rund um die Uhr.
Auch Mama und Papa scheinen das zu genießen ....
CORONA - Zeiten -
klar, nicht überall ist es so idyllisch
Aber als dann nach Ostern die Baumärkte öffnen:
das wird als "Auferstehung" gefeiert
und dann auch noch McDonald,
wenn auch nur drive in
und man durfte sich wieder freier bewegen
"Wie frei" - frage ich mich jetzt?
Ich habe mich doch immer gleich bewegt?
Dh, fast nur im Kreis bewegt!
Ah, da fällt mir ein:
genau, am Mittwoch nach Ostern
das ist der 15.April, schwarz auf weiß steht es
im Kalender (in dem immer weniger steht!!)
Da bin ich das erste Mal wieder mit
einem Öffi gefahren,

Mund-Nasen-Schutz verwenden
stand auf der Anzeigentafel - und im
Innern der Waggons:

historische
Leere
Niemals
wieder, niemals wieder
werde ich so
in die Stadt
fahren können

JETZT, JETZT könnte ich es ja unbeschränkt
wieder. In die Stadt fahren,
endlich, endlich wieder .....
Ja WAS WAS
ENDLICH WIEDER ?????
Hier gestehe ich es, der Samstag der 2.Mai
stürzt mich erstmals in eine tiefe Depression
Jetzt hat sie mich erwischt: die CORONA Depression
DENN JETZT stellt sich die Frage:
WAS  TUE  ICH  JETZT  WIEDER ?????
Was könnte ich bloß einkaufen?
Was brauche ich? -
Was habe ich schon viel zu lange entbehrt
Wo könnte ich jetzt ENDLICH hin
Vor welchem Geschäfte könnte ich mich anstellen
Nicht einmal zum Friseur muss ich noch
(mit den rechtzeitig kurz geschnittenen Haaren)
Das gibts doch nicht!!!
IRGENDETWAS muss mir doch fehlen????
IRGENDETWAS muss es doch zum Kaufen geben.
Der Samstag, der 2.Mai, lähmt mich.
Wie weiter leben - wenn man nichts braucht????
Zum Frühstück gibt es schon seit Tagen das vor
langer Zeit eingefrorene Brot - also nicht einmal
BROT muss ich kaufen.


Trösgte mich mit Meditation.
Das Insekten-Hotel bei Freundin Christl. Wenn ich es ansehe -
dann fühle ich mich genau SO
Lebe in meiner Quarantäne
rundum geborgen und
versorgt
Jetzt, wo ich wieder könnte ....
hemmungslos, na sagen wir, fast hemmungslos
HINAUS - jetzt merke ich:
nix fehlt mir
Nix - also sagen wie so
NIX, was man kaufen kann.

Auf die VIER nämlich
würde ich mich schon wieder SEHR
freuen - die vier Enkelkids,
wie hießen sie noch?
Arthur und Hannah - Damian und Clara!!!! 


Also, ich finde, 
DAMIT Kinder - 
DAMIT 
könnten wir jetzt doch langsam aufhören????









Donnerstag, 9. April 2020

Zwangsneurotisch 19 KIRCHE hin - KIRCHE her

KLARSICHT - ja, wenn das so einfach wäre.
Eigentlich wollte ich heute gar nichts schreiben
GRÜNDONNERSTAG
Wann immer es in meinem Leben möglich war,
habe ich an diesem Tag STILLE gesucht
Für mich ist es ein Tag mit einer ganz besonderen Atmosphäre: "Das letzte Abendmahl"
Natürlich haben wir es wohl fast alle als Bild von
Leonardo da Vinci gespeichert

Hier eine Darstellung der
"anderen Art"" von Hermann Nitsch.  (Bild Ressler Kunst Auktionen) Das Bild  wühlt mich eher auf. Das Gemütliche, das Harmlose
fehlt - auch wenn ich bei Leonardo natürlich auch die Unruhe spüre, die Unsicherheit, Mißtrauen, Angst im Hintergrund.
Bei Nitsch habe ich das Gefühl, da ist ein Mensch im Mittelpunkt,
der nicht erst am Kreuz ausgereckt und ausgestreckt

und ausgeliefert und hilflos
und doch irgendwie "gottergeben"
wirkt. Jetzt schon, beim gemeinsamen Pessach feiern,  innerlich zerrissen
von den engsten Freunden, von ihrem
nicht Verstehen können - einer ist da im Zentrum, der ins Innere der Anderen
sieht und der weiß, wie verloren und einsam
er selber ist. Bis er auch noch zuletzt schreien
wird:  "Mein Gott, mein Gott, warum hast
du mich verlassen"
Der GRÜNDONNERSTAG ist für
mich das Eingeständnis tiefster Einsamkeit -
gerade auch in der Runde der engsten
Lebensgefährten. Es nützt dir alles nichts ....
GRÜNDONNERSTAG ist seit langem  - in diesem Sinn - für mich
mehr "menschlich" als religiös.
Wie soll ich das sagen: Kirche hin - Kirche her"
Die Einsamkeit dieses Mannes übersteigt für mich "Kirche"
Das ist nackt und existentiell - das "gehört" niemand, diese Einsamkeit gehört allen
Ich sehe auch nicht den GOTT, ich sehe den MENSCHEN!
Natürlich - wenn ich nicht krank war oder wenn mich nicht jemand genau zu dieser Zeit gebraucht hat - bin ich an jedem Gründonnerstag abend meines Lebens zum Gottesdienst gegangen. Gerne!
Und doch ein Ritual.
Ich merke es heuer - Corona fordert mich heraus.
Sei ehrlich! Wirst du mit einer "Kirchengemeinde" virtuell mitfeiern?
Ich hab das Wort von Nietzsche vor mir 
"Man muss die Gerüste wegnehmen, wenn das Haus gebaut ist." 
Das Haus, mein Haus ist vorderhand gebaut - nicht fertig, ganz sicher nicht
aber ich sollte den Mut haben ohne das Gerüst "Kirche" zu leben
Nicht im Bösen abstreifen, dankbar für alles - und doch geht der Weg ,
wenn ich nicht zu feige bin, "hinaus" - wohin weiß ich nicht.  
Als würde ich wie Abraham geschickt - Geh in "DEIN LAND"

In diesen Tagen denke ich  an Willigis Jäger,
den Benediktinermönch und Zen Meister.
Vor wenigen Tagen, am 20.März ist er gestorben.
Er ist einen Weg gegangen, der auch hinausgeführt hat aus "Kirchen und Religionen" - hin zu diesem EINS-SEIN, das wir selbst sind, im göttlichen Urgrund unseres Lebens. 
Jäger musste sogar den Orden verlassen, zu radikal mystisch hat er gedacht,  (sein Zen-Namen Kyo-un Rōshi), letztlich aber - und dieses Bild habe ich ganz stark vor mir:
ist Willigis Jäger in der Kutte der Benediktiner, 
am Handgelenk aber das Zen Amulett - 
dort zu Grab getragen worden , wo er es sich so sehr gewünscht hat. In "seiner" Benediktiner-Abtei Münsterschwarzach.Wegen der Corona Beschränkungen nur ein kleines Begräbnis, aber begleitet von allen Mitbrüdern.
Die Ex-Klaustration aufgehoben, Willigis durfte wieder
"heimkommen"
Das ist für mich das starke, das tröstliche Zeichen:

Wenn unser Glaube letztlich "Liebe" meint,
jenseits vn allen, auch religiösen Ideologien,
dann stimmt es

"Gott will nicht verehrt,
Gott will gelebt werden. 
Gott ist in uns Mensch geworden und möchte in diesem unserem Körper, zu dieser Zeit und an diesem Ort durch die Welt gehen. Darin liegen unsere Einzigartigkeit und unser unverwechselbarer Wert - das Göttliche hier und jetzt in dieser Form zu leben"  (Willigis Jäger)




ein kleines PS noch. auch heute am Gründonnerstag gibt es die digital gelesenen
"Gute Nacht Geschichten - wie immer ist Donnerstag der Lesetag meiner Freundin Irmgard
Start 19.00 - aber man kann auch "nachhören"  https://www.gutenachtgeschichte.at/
                                                           

Mittwoch, 8. April 2020

Zwangsneurotisch 18 ANGST aus - HIRN ein

Super Vollmond - ich wache exakt zu der Zeit auf, wo man ihn am besten am Himmel sieht -
ABER: ich denke gar nicht
an SUPER VOLLMOND
Ich schau auch nicht in den
Mond - ah, wie habe ich als Kind das Buch "Peterchens Mondfahrt"
geliebt - nein, an den Mond da draußen denke ich gar nicht.
Ich hupfe aus dem Bett und weiß:
ich lebe nicht mehr auf dem Mond.
Fast vier Wochen lang scheine ich auf seltsame Weise irgendwohin anders gebeamt worden zu sein.

Bin ich nicht kurzfristig zum armseligen
Hamsterlein geschrumpft, das nur noch darauf aus
war, sein überleben zu planen?
Nein, das C Wort nehme ich gar nicht in den Mund
Corona???
Nein, das wirklich heiße C Wort heißt: CLO PAPIER
Geschrumpft hat man mich auf einen Hamster im Rad,
der vorrangig nur mehr eines gesehen hat:
das nackte Überleben retten.
Ja nach wie vor schrecklich rundum die Auswirkungen von Corona. Wir hier glauben aufatmen zu können - aber als ich früh morgen
aus dem Bett hupfe weiß ich auch:

ich will raus
aus meiner geistigen VERMUMMUNG
Angst ausschalten
Hirn wieder ein
Ich wache so früh auf, weil mir plötzlich ein Artikel
von gestern durch den Kopf schießt: da war doch etwas,
irgendetwas, was ich nur schlampig gelesen habe
Etwas, hat mich irritiert, und habe es doch überlesen.
Artikel im Standard, Kommentar von Manfred Matzka
hochrangiger Jurist, ehemals Präsidialchef im Bundeskanzleramt - der Artikel zitiert eingangs die
Verordnung zum Covid19 Gesetz:

"Die Regierung wird ermächtigt, während der Dauer der durch Covid-19 hervorgerufenen außerordentlichen Verhältnisse durch Verordnung die notwendigen Verfügungen zur Förderung und Wiederaufrichtung der gesundheitlichen Versorgung, zur Abwehr wirtschaftlicher Schädigungen und zur Versorgung der Bevölkerung mit Gesundheitsleistungen und Bedarfsgegenständen zu treffen. In den zu erlassenden Verordnungen können Geldstrafen … festgesetzt werden."

Was soll daran falsch sein?  Das ist doch Basis der derzeitigen Maßnahmen der Bundesregierung? (Foto: Österreichische Lichtbildstelle, Wien, 1928. ÖNB, Bildarchiv und Grafiksammlung.)

Matzka klärt auf:  "Mitnichten. 
Das ist der Text des Kriegswirtschaftlichen Ermächtigungsgesetzes von 1917, nur das Wort Krieg wurde durch Covid-19 und wirtschaftlich durch gesundheitlich ersetzt. Jener Gesetzestext also, mit dem 1933 der Rechtsstaat ausgehebelt, die Demokratie zerschlagen wurde und der Austrofaschismus die Macht ergriff." 


Ich brauch keinen SUPER MOND um jetzt hellwach zu sein.  Matzka:

"Die auffällige Parallele sollte zu denken geben. Es schien auch 1917 klar und von der Bevölkerung mitgetragen, dass eine schwierige Situation außerordentliche Maßnahmen erforderte. Es war plausibel, dass die Regierung rasch aktionsfähig sein musste und man keine überlangen Diskussionen im Parlament brauchen konnte. Man war beruhigt, weil die Verordnungen zeitlich befristet und nur auf ein konkretes Sachgebiet beschränkt waren. Ermächtigungsgesetze haben aber ein gefährliches Potenzial, das unter bestimmten Bedingungen so exponentiell ansteigen kann wie eine Infektion. Man muss also sehr genau auf erste, kleinste Anzeichen der Kurve achten – und die sind nicht beruhigend."


Nein, 
Dollfuß sehe ich noch nicht
getarnt 
hinter MundNasenSchutzmaske!! 

Aber manches kommt vielleicht
zu harmlos daher 
wie der sprichwörtliche 
Wolf im Schafspelz



Aufpassen, Schäfchen