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Sonntag, 24. Mai 2026

Fürbitten Pfingstmontag GEISTREICH sein - wer will das nicht !!!

 


25.5.2026  Pfingstmontag    die 7 Gaben des hl Geistes

Ganz bewusst dürfen wir heute noch einmal Pfingsten feiern. Schnell werden wir dann wieder in unseren Alltag entlassen, dorthin, an diesen Platz, wo uns dieser Geist Gottes Tag für Tag braucht. Nicht immer wird uns das leicht fallen – aber wir haben sie ja, die „sieben Gaben des Heiligen Geistes“ . Bitten wir heute um sie: um Weisheit, Einsicht, Rat, Erkenntnis, Stärke, Frömmigkeit und Gottesliebe (Gottesfurcht)  Bitten wir mit den Worten sende aus deinen Geist

 

Hauch uns deine Weisheit ein – das wir suchen Gott allein

dass wir Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden können

dass wir mit dem Herzen sehen können

darum bitten wir     sende aus deinen Geist

 

Um Verstand und Licht wir flehen – dass wir Gottes Wort verstehen

dass wir nicht hängen bleiben an alten Bildern und Geschichten -

dass wir uns immer wieder offen und neu auf die Sehnsucht nach Gott einlassen 

 

Steh uns bei mit deinem Rat – dass wir gehen den rechten Pfad

dass wir den Mut zu klaren Entscheidungen haben

dass wir unserem Gewissen vertrauen und keine Mitläufer sind   

 

Mach uns stark in Leid und Streit -  salb uns mit Standhaftigkeit

dass wir Krankheit, Sorgen, Angst Behinderung Unsicherheit - in Geduld aushalten

dass wir keine falschen Kompromisse suchen und doch immer offen für Verständigung sind

 

Gib uns heilge Wissenschaft, aus dem Quell der Glaubenskraft

dass wir nicht stecken bleiben in Äußerlichkeiten, in leeren Formeln und Ritualen

dass wir uns auch in unserem Glauben weiterbilden, bereit sind für neues Denken und Erkennen

 

Uns mit deiner Lieb entzünd, dass wir ganz gottselig sind

dass wir nicht „Frommes“ tun, weil es „Pflicht“ ist -

sondern dass unser Glauben uns Freiheit schenkt, Mut und Offenheit für alles, was uns immer wieder anders herausfordert - dass wir in allem in der Liebe Gottes leben dürfen

 

So bitten wir : Du guter Gott, so lass uns geist-reiche- lass uns be-geisterte Menschen sein, die auch andere  be-geistern können. Hilf uns „das Angesicht der Erde zu verändern“, unsere kleine Welt, in der wir leben und in der wir für die große Welt beten und bitten. Im Namen Jesu, der uns in seine Auferstehung hineinnimmt. Heute und Jetzt und in alle Ewigkeit. Amen

Montag, 19. Juli 2021

Fürbitten 20.7. WARUM ??? es gibt so viele Fragen ohne Antwort



20.7.2021  Durchzug durch das Rote Meer Ex.14.21

Diese Geschichte kennen fast alle. Auf der Flucht vor den Ägyptern ziehen die Israeliten mit Hilfe des Moses trockenen Fußes mitten durch das Rote Meer. Als sie am rettenden Ufer sind, schlagen die Wellen wieder zusammen und das ganze ägyptische Herr wird vernichtet und geht in den Fluten unter. Gott errettet SEIN Volk – das feiern die Juden bis heute alljährlich in ihrem Pascha-Fest. Und doch ist diese Geschichte zwiespältig: Wie kann Gott Tod und Verderben über andere Menschen bringen? Und: Wo war Gott im Holocaust, warum hat er sein  jüdisches Volk nicht vor den Nazimördern beschützen können? WO ist Gott heute, in so vielem Unrecht und Leid? Es gibt keine Antwort, es gibt immer nur unser Vertrauen – trotz allem. So bitten wir

 

Wir sind so hilflos Gott –

Wir bitten für all die Menschen, die in den letzten Tagen von den schweren Unwettern heimgesucht worden sind, für alle, die dabei ihr Leben so unvorbereitet verloren haben                                             Gott erbarme dich


Wir sind so hilflos Gott –

Die Unsicherheit der Pandemie belastet Menschen weltweit, in vielen Ländern gibt es nicht einmal noch genug Impfstoff


Wir sind so hilflos Gott –

Sieh auf die Menschen, die auf der Flucht sind, sieh auf die Menschen, die sich ein besseres Leben ersehnen – sieh auf uns, dass wir vor ihrer Not nicht versagen

 

 

Wir sind so hilflos Gott –

So viel Armut, so viel Krankheit, so viele Ungerechtigkeiten                                                               Auch in unserem kleinen täglichen Leben, immer wieder Sorgen und Unsicherheit

 

 

Wir sind so hilflos Gott –

Wir bringen unsere Bitten zu dir, die Bitte um Frieden und Versöhnung weltweit  , die Bitten um ein Ende von Gewalt, Krieg und Terror

 

Wir sind so hilflos Gott - und doch brauchen wir Freude und Dankbarkeit für unser Leben. Lass uns im Vertrauen und in der Hoffnung leben, dass du uns zur Seite stehst, wo auch immer wir sind. Amen

 

PS.  zur Vernichtung der Ägypter in diesem Bericht aus dem Buch Exodus:

in einem Midrasch, einer der Auslegungen religiöser Texte im rabbinischen Judentum gibt es eine berührende Geschichte. Im Himmel, so heißt es, jubilieren die Engel über den Tod der ägyptischen Feinde. Aber Gott verbietet jeden Jubel:                                                                                               "Wie könnt ihr euch freuen", sagt Jahwe zu den Engeln,                                                                          "sie alle sind doch meine Kinder".                                                                                                          Und Gott weinte über die toten Ägypter....heißt es  

Das ist der Blick Gottes auf die, die wir Feinde nennen - das dürfen wir nie vergessen

Dienstag, 29. Juni 2021

Fürbitten 30.6. EL Roi - Gott der mich sieht. Ist es so???


                                          Sara schickt Hagar in die Wüste (Weltchronik des Rudolf von Ems; 13. Jh.).

30.06.2021 Gen.21.5 lässt Gott Leid zu, um es dann doch gut zu machen?? 

Die Geschichte der Hagar ist eine Geschichte voll Ungerechtigkeiten und, ja, man könnte auch sagen, Gemeinheiten. Weil es den Anschein hat, als könnte Abrahams Frau Sara kein Kind bekommen kann, schwängert Abraham – sogar auf Bitten seiner Frau – die ägyptische Magd Hagar. Sie wird Abrahams Zweitfrau und bringt Ismael zur Welt. Aber schon in der Schwangerschaft wird Hagar von Sara gedemütigt und gequält und als Sara letztendlich auf wunderbare Weise doch noch schwanger wird und den Sohn Isaak bekommt, zwingt sie ihren Mann Abraham, seine Zweitfrau und das Kind zu verstoßen. In der Wüste scheint es, als wären Hagar und ihr Sohn Ismael dem Tod ausgesetzt – da greift im letzten Moment der rettende Gott ein. Hagar nennt ihn: El Roi -  Gott der mich sieht – er zeigt Mutter und Kind eine Wasserquelle, sie überleben und Ismael wird zum Stammvater der Araber                                                           und gilt im Islam als Prophet und Gesandter Gottes.                                                                             Ende gut alles gut könnte man sagen, Gott schreibt gerade auch auf krummen Zeilen: aber man  kann  nicht auch fragen, warum Gott solche menschlichen Verwirrungen und Irrungen offensichtlich bewusst zulässt?  Bitten wir heute

Für alle Menschen, die in komplizierten Beziehungen aufeinander angewiesen sind

Für alle, die von Eifersucht geplagt sind und anderen Unrecht tun

Für alle, die aus Angst oder Feigheit falsche Entscheidungen treffen

Für alle, die aus eigener Unzufriedenheit anderen ihr Glück neiden

Für alle, die schlecht behandelt werden oder sich schlecht behandelt fühlen und keinen anderen Ausweg sehen, als davon zu laufen

Für alle, die in großer Not sind, damit auch sie einen Ausweg und Rettung finden

Hagar nennt den Gott, den sie erfährt „El Roi“ – das heißt „Gott du schaust nach mir“. Hilf uns allen, dass wir dich immer wieder als diesen rettenden und gütigen Gott erfahren dürfen

 

So bitten wir im Vertrauen, dass du auch unsere oft wirren Wege zu einem guten Ziel führt. 

Wir bitten im Namen Jesu Amen.

 

 

Freitag, 16. Februar 2018

Liebe Irmgard - happy happy birthday


Das Irmgard Mäderl "von damals"
hat nicht ahnen können, wie prallvoll das
Leben sein wird - in allen schönen und in allen beschwerlichen Momenten, die du liebe Irmgard
gerade auch im letzten Jahr wieder soo bravourös
gemeistert hast. Aber dem "Mäderl von damals"
sieht man an, mit wie viel Freundlichkeit und Liebenswürdigkeit es durchs Leben gehen wird.
Und das tust du bis heute!!!
Dafür danken dir all deine Freundinnen und Freunde -
und alle, die von deinem unermüdlichen
Einsatz quer durch alle Lebensbereiche profitieren.
Ob du Vernissagen möglich machst, oder
für einen guten Freund einen guten Arzt findest:
Irmgard ist immer Adresse Nummer Eins
für alle, die nach Lösungen suchen.
Darum von uns allen - dankbar -:
happy happy birthday und 
"ad multos annos" !!!!!


Und weil dein Engagement unerschöpflich scheint, hat man vermutlich extra für Dich
auch noch den
Ersten österreichischen Lesetag
ins Leben gerufen (15.3.2018)
Seit vielen Jahren schon bist du eine gefragte Vor-Leserin
ob am Podium , an Krankenbetten oder in Klassenzimmern
Und so wirst du nun am 15.März
- diesmal im "Haus Mariahilf" -
dem Pensionistenwohnheim im 6. Bezirk am Loquaiplatz 5
zu hören sein.
Mit einem bunten Nachmittagsprogramm -
humorvolle Lesungen, die du selbst zusammenstellst
ein Schwerpunkt: "Tierisches"
aber auch der "HERR MAX wird nicht fehlen,
dem du selbst das Leben eingehaucht hast
zum Vergnügen deiner Zuhörer und Zuhörerinnen,
deiner Leserinnen und Leser.
Das also wollen wir heute schon verraten
an Deinem Geburtstag!
Also vormerken
Irmgard liest
15.3. nachmittag, Loquaiplatz 5 - Einzelheiten folgen
die Vor-Freude startet schon heute
ob es sich nun REIMT oder nicht .....
(Näheres siehe unten)

und ganz klar!  auch DEIN
Herr Max gratuliert!


Das Reimen

Herr Max, der so viel schon gehört
in Reimesform, ist ganz verklärt.
Es mög’ auch einmal ihm gelingen
im Reim die Wörter zu bezwingen.
Er setzt sich hin und denkt versonnen,
die Worte, ach, die woll‘n nicht kommen.
Er nimmt zur Hand ein Lexikon,
findet bei ‚R’ die Reimform schon
für seine lyrischen Ergüsse,
doch kommen keine Buchstabenflüsse.
Herr Max, der denkt jetzt insgeheim
wenigstens ein kleiner Schüttelreim,
doch nein, aus seinem Kopf, da will
kein Reim bei noch so viel
Konzentration und scharfem Denken.
Das Reimen, das lässt sich nicht lenken.
Enttäuscht kommt er halt zu dem Schluss,
nicht jeder reimend schreiben muss
und gibt sich mit dem Los zufrieden,
zu lesen, was die andern schrieben.

Irmgard Czerny





Sonntag, 26. Juni 2016

eine Liebe zum Marillenbaum




ja fast schon zum Trotz:
Brexit hin oder her
Börsenkurse rauf oder runter
Fragezeichen Fragezeichen Fragezeichen....
was IST und BLEIBT
Wertsteigernd, Nachhaltig, Beglückend
das ist zum Beispiel ......
die Geschichte einer Liebe zum Marillenbaum
einen Dank dafür meiner Freundin Eva Filice 
(Geschichte und alle Fotos von ihr)

Der „Ananas“-Marillenbaum, 
der eigentlich ein Franzose ist

Seit ich denken kann, gibt es ihn – den Marillenbaum mit den guten Marillen, den mit den besten Marillen überhaupt, den Marillenbaum mit den „Ananas“-Marillen.
Warum „Ananas“-Marillen? So wurden die Früchte immer von meinen Eltern bezeichnet, so nannten wir die sie seit eh und je.
Vor mehr als 60 Jahren kauften meine Eltern das Anwesen mit großem Garten, wo heute noch meine Mama lebt,  und schon damals stand dieser Marillenbaum mit einigen anderen im Garten. Also ist der Baum mindestens 70 – 80 Jahre alt.

Und der Geschmack dieser Marillen ist unübertrefflich; sie schmecken fruchtig, süß, aromatisch und duften unvergleichlich. Das Aussehen der Marillen ist nicht immer schön, da sie manchmal auch kleine dunkle Punkte haben, normalerweise aber sind  sie von wunder-schöner Farbe – von goldgelb über aprikot bis himbeerrot. Ganz reif, also „potzweich“, schmecken sie schon fast wie Marmelade. Farblich und geschmacklich unvergleichlich!

Die Marmelade dieser Marillen ist eine besondere Köstlichkeit. Das Aroma dieser Marillensorte entfaltet sich auf besondere Weise. Auf die Ernte der „Ananasmarillen“ in unserem Garten haben wir uns immer besonders gefreut. In manchen Jahren gab es weniger Marillen, aber dafür waren sie umso größer. 
 
Der „Ananas“-Marillenbaum ist kleiner und schlanker als die Marillenbäume der Sorte „Ungarische Beste“, deren Früchte ebenfalls von sehr gutem Geschmack sind. Diese Bäume haben einen dicken Stamm, weitreichende Zweige und Äste, eine große Krone und tragen meist sehr viele Marillen. 



Der „Ananas“-Marillenbaum trotze Sturm und Wind, aber vor einigen Jahren brach ein dicker Ast ab, so dass er einseitig wurde bzw. Schlagseite bekam.
Schaut fast übermütig aus, so schwungvoll . . . steht er da
 Seither musste er immer auf der Schlagseite unterstützt werden, vor allem als er uns in manchen Jahren mit vielen Marillen beglückte.
Im vergangenen Jahr bemerkten wir einige dürre Äste und auch sonst machte der Baum einen besorgniserregenden Eindruck. Die Marillen im Jahr 2015 waren allerdings die besten seit vielen Jahren.

Und natürlich auch die Marmelade – ein Genuss!

 (Himbeermarmelade drängte sich in den Vordergrund)

Der Baum machte mir Sorge und so erkundigten wir uns bei der Arche Noah, wie der Baum zu retten und was zu tun wäre. Ich will den Baum unbedingt erhalten oder veredeln lassen, um einen Marillenbaum dieser Sorte im Garten zu haben. 

Man empfahl uns mit einem kleinen Zweig und einigen reifen Marillen nach Schiltern bei Langenlois zu kommen, um die Sorte bestimmen zu lassen. Anfang Juli machten wir uns mit den erforderlichen „Zutaten“ zur Arche Noah auf.

Nach einiger Zeit erhielten wir die Nachricht, dass unserer „Ananas“-Marillenbaum eigentlich ein Marillenbaum der Sorte „Nancy“ sei, eine Sorte, die im 18. Jahrhundert von Frankreich aus auch in  Österreich Einzug gehalten hat.

Arche Noah empfahl uns, die Veredelung in einer Baumschule im Marchfeld durchführen zu lassen. Der Chef der Baumschule riet mir, im August einige Zweige zu ihm zu bringen. Dabei sollte ich knapp vor der Fahrt in die Baumschule Folgendes beachten:

Zuerst einjährige Zweige ellenbogenlang abschneiden, dann die Blätter bzw. Stängel der Blätter bis auf einen Zentimeter Länge kürzen; die so zurechtgeschnittenen Zweige in kaltes Wasser legen und bald danach in ein feuchtes Tuch oder nasse Zeitungen einwickeln. Das Ganze habe ich dann in eine Kühltasche gelegt und so bin losgefahren. Das war aufregend und ließ fast den Vergleich einer Vorbereitung zu einem chirurgischen Eingriff strapazieren. Ich bin aber ohne Blaulicht zur Baumschule gefahren …

In der Baumschule wurde mir anhand einer Bestimmungstabelle, die viele Marillensorten aufwies, unsere NANCY-Marille im Vergleich zur „Ananas“-Marille gezeigt. Die hat ja tatsächlich die gelbliche Farbe einer Ananas-Tropenfrucht. Also total farblos gegenüber unserer farbintensiven Marille nun als Sorte „Nancy“ bekannt. 

Und so hat die Baumschule die Aufgabe übernommen, die mitgebrachten Zweige auf  einen anderen Marillenzweig aufzupfropfen, also zu veredeln.

Im heurigen Frühjahr zeigte sich der gute alte Baum bereits müde, die Blätter waren ein wenig eingerollt, aber er trug Blüten und . . . 

. . . einige Wochen später waren auch schon einige grüne Marillen zu erkennen. 


Vielleicht können wir heuer noch die köstlichen Früchte genießen. Das wäre wunderbar!
Leider bemerkte ich bei der gestrigen Besichtigung des alten Marillenbaumes, dass sich die Hoffnung auf eine heurige Marillenernte wohl nicht aufrechterhalten lässt, denn die kleinen Marillen sind faltige Schrumpfmarillen, die Blätter sind trocken und ringeln sich ein, außerdem sind viele kleine Äste dürr. Schade! Aber dieser „alte Franzose“ hat nun seinen Lebenszyklus abgeschlossen! Uns hat er jahrzehntelang mit den köstlichen Marillen viel Freude gemacht!
Im Vorjahr hat er mir zu verstehen gegeben, dass wir für Nachwuchs sorgen sollten und so konnten wir die  jungen Nancys in seiner Nähe einsetzen. Wie froh bin ich nun, dass ich gerade rechtzeitig die Zeichen der „Übergabe“ erkannt habe.

Von dem Versuch mehrere Zweige zu veredeln sind als Ergebnis nur zwei Bäumchen geworden, aber das ist immerhin ein guter Start, ein zufriedenstellender Neubeginn! Eine Baumschule  im Marchfeld hat wunderbare Arbeit geleistet.


Und nun ist es so weit und gestern haben wir die zwei jungen „Nancys“ in der Nähe des Mutterbaumes eingesetzt.
Wunderbar passen die beiden Jünglinge in den Garten!
In zwei bis drei Jahren können wir schon die ersten NANCY-Marillen genießen! 







Donnerstag, 25. Februar 2016

womöglich doch schon am Zentralfriedhof? Offener Brief an meine Ulli


"Wennst aufwachst in der Früh und dir tut nix weh -
dann bist vermutlich schon am Zentralfriedhof"
Mit diesem halb-launigen Satz eines guten - an sich sehr sportlichen und fitten Freundes - im Ohr,
bin ich jetzt schon SEHR LANGE wieder in der Früh aufgewacht.
Ah, Gott sei Dank, NICHT Zentralfriedhof:
WEIL .....da und da ..und dort ....tut einfach was weh
Manchmal mehr, manchmal weniger. Aber es tut weh: verläßlich!
Wenn ich Glück habe: wird es im Lauf des Tages weniger
Hab ich Pech: wird es ein bissl mehr.
Dann nimmt man ein Pulver ....
Die Zeiten, wo es dann aufhört halblustig zu sein, weil man ständig mit "irgendeinem Schmerz"
beschäftigt ist, sind immer mehr geworden.
Gstell, Kopf, ja sogar die Zähne .... ohne erkennbare Zahnschäden - TUN WEH....
plötzlich ist da die Erkenntnis/Diagnose: Folgeschäden nach einem schweren Sturz auf den
Hinterkopf (Therme Oberlaa) - 14 Monate ist das her.
Irgendwann machen sich die "Verschiebungen" von damals bemerkbar - von der Wirbelsäule bis hinein in den Kiefer ...
Besuch bei einer Osteopathin war hilfreich - denn dort erst sind wieder die Erinnerungen an den Sturz von damals aufgetaucht - aber was jetzt?
und plötzlich weiß ich: "HÖCHSTE ZEIT FÜR ULLI"
Ulli, "meine" Feldenkraistherapeutin
schon einmal hat sie mir aus einem Schlamassel nach einer schweren Sportverletzung heraus
geholfen ... ganz ganz sanft - aber NACHHALTIG.
Bis ich gar nicht mehr an sie dachte, weil eben: (fast) NIX MEHR WEH GETAN HAT
bis : BIS JA, BIS JETZT
Gestern nachmittag Feldenkraistherapie
In erster Linie freue ich mich Ulli wieder zu sehen - und: "schaden" kanns ja auch nicht.
WOs mir grad am akutesten weh tut?
Ja mei: entweder ist es das linke Ohr (oft Schmerzen wie Mittelohrentzündung + Zahnweh)
 - oder die rechte Hüfte/Leiste, wie damals nach den Radlstürzen
Dann leg ich mich auf ihr Therapiebett
überlasse den Rest Ulli Händen

ich muss gar nix tun - ich versuche nur zu spüren und aufzuspüren und Zusammenhänge herauszufinden. Ah, der Punkt hinterm Ohr ..... schon entspannt sich die Hüfte ..
die Hüfte leicht anheben ... der Druck hinterm Ohr wird leichter ...
NACH der Stunde bin ich, wie ich es immer nach Feldenkrais war, "groggy"
Obwohl selber nix getan .... fahre nur nach Hause, schon vor 22.00 bin ich im Bet
ja und WACHE AUF IN DER FRÜH  - UND SPÜR NIX
SPÜR NIX
Wo ist das Ohr? wo ist das Kreuz?
Ich steh auf - es ist 4.30 - ich bin putzmunter
und setz mich wenig später aufs Radl und fahr zu meiner Früh-Frühmesse.
Was ich ewig lang schon nicht mehr getan habe. Mit dem wehen Früh-Gstell wär ich erst
gar nicht aufs Radl gekommen .....
so, jetzt bin ich wieder zurück  - auch ohne weh und ach vom Radl abgestiegen -
und schreib der Ulli einen Brief
und weil ich nur so patschert erzählen kann, wie Feldenkrais tut und wirkt, hier:
Ulli Jaksch selbst, wie sie mir vor etwa 2 Jahren ihren eigenen Werdegang zur Feldenkrais-Trainerin beschrieben hat - und DAS, was ihre Arbeit ausmacht



"Es war einmal eine junge, schmerzgeplagte Physiotherapeutin von Anfang Zwanzig, die zwar anderen aber - sich selbst nicht helfen konnte und die darüber sehr frustriert und depressiv war. Ein Freund schickte sie zu einem Wochendend-Seminar über die Feldenkrais-Methode. Sie ging hin, ohne zu ahnen, was das sei und wohin das führt.
Und seit damals geht es mit der Freude bergauf!
Einige Dinge sind mir in lebhafter Erinnerung, obwohl dieses denkwürdige Wochenende etwas mehr als fünfundzwanzig Jahr zurück liegt. Es ist nichts Spektakuläres passiert beim Feldenkrais. Hauptsächlich lagen wir am Boden herum und kugelten einmal dahin und einmal dorthin oder wir machten eine gute, lange Pause oder nix. Es gab keine Anstrengung, keine Forderungen, kein So und so-Sein-Müssen. Die Stimmung war heiter, es wurde viel gelacht. Am meisten beeindruckt hat mich jedoch die Feldenkrais-Lehrerin, Gaby Yaron, eine der ersten Schülerinnen von Moshe Feldenkrais. Sie war Mitte Sechzig, und sie hatte einen Habitus wie ein junges Mädchen. In mir reifte der Wunsch "So will ich sein, wenn ich alt bin". Am Feldenkrais-Angelhaken war ich und bin ich bis heute.
Kreuzweh? Weg. Depression? Weg.

Das Besondere an Feldenkrais ist, Menschen mittels Bewegung zu begleiten, die schwere Zeiten haben. Ihnen beizustehen, sich ohne Plage verändern und entwickeln zu dürfen. Ihnen zu zeigen, wie sie sich besser spüren und eigene Wege finden können. ..Die Physiotherapie war nicht der geeignete Zugang für mich. 
Zu streng. Zu sehr an der Frage "Was ist kaputt" orientiert. 
Feldenkrais stellt die Frage: Was ist los? Du bekommst eine Lebensgeschichte, mit der zu arbeiten ist, anstatt einer Schadensmeldung. Trotzdem – ich habe meinen Frieden gemacht mit meinem ersten Beruf, denn mich suchen gerade deswegen viele Menschen auf, die komplexe Traumen erlitten haben." 

"erfunden" hat die Feldenkrais Methode in den 20er Jahren des vorigen Jahrhundert ein
israelischer Kernphysiker und Judomeister. Moishe Feldenkrais 

 "Mich interessieren nicht bewegliche Körper, 
sondern bewegliche Gehirne."   war sein Motto:

"Bewusstheit durch Bewegung" war sein Programm
und das ist wirklich eine spontane Erfahrung die sich einstellt: man geht raus aus
der Feldenkrais Stunde und "fühlt sich leichter"
vielleicht sogar 
ein bißchen in der Seele erleichtert


und heute früh fühlte ich mich sogar ein Stückchen größer: kam mir zuvor schon
so geschrumpft vor - und plötzlich ....
nein, also doch (noch) nicht Zentralfriedhof!!!!!