Seiten

Montag, 24. Juli 2023

Fürbitten 25.7. was tun, wenn man in den Himmel will ?



25.7.2023 Mt.20.20   Fest Apostel Jakobus  der Run auf die besten Plätze...auch im Himmel?

Die Kirche feiert heute das Fest des hl.Jakob. Auch wer sich nicht so gut mit Aposteln auskennt, dem fällt vielleicht sofort der Jakobsweg ein, der berühmte Pilgerweg zu Ehren des hl Jakob nach Santiago di Compostela. Jakobus war einer der ersten der 12 Apostel – sein Bruder war Johannes. Beide müssen ein heftiges Temperament gehabt haben, denn Jesus nennt sie „Donnersöhne“, Das Evangelium erzählt von diesem Jakob und seinem Bruder eine Geschichte, die sehr realistisch wirkt. Die Mutter der beiden Brüder kommt nämlich eines Tages zu Jesus und verlangt, dass ihre „Buam“- später im Himmel - die besten Plätze neben Jesus bekommen. Sie findet, das muss schon „drinnen“ sein, wenn die Beiden schon jetzt so viel für Jesus tun. Typisch Mama.  Die anderen Jünger ärgern sich über diese „Unverschämtheit“ - aber Jesus sagt sehr nüchtern, wie das für den Himmel funktioniert: Wer dort „Erster“ sein will, der muss sich zuerst ganz hinten anstellen....so bitten wir heute

dass wir nicht glauben, der Himmel hätte etwas mit Lohn und Belohnung zu tun,

dass wir nicht glauben, der Himmel „stünde uns zu“, weil wir ohnehin so brave Christen sind

dass wir uns auch im Alltag nicht um die besten Plätze vordrängen

dass wir uns keine besonderen Belobigungen für das erwarten, was wir tun

dass wir fähig zur Teamarbeit sind, und uns selbst zurücknehmen können

dass wir immer besser verstehen, was wir in der ersten Lesung gehört haben, wenn Paulus schreibt, dass das Übermaß der Kraft von Gott und nicht von uns selbst kommt

dass wir uns auf diese Kraft verlassen und auch Enttäuschungen und Niederlagen auf unserem „Alltags Pilgerweg“ akzeptieren können

bitten wir für alle, die auf dem Jakobsweg unterwegs sind nach Santiago de Compostela wo heute ganz besonders gefeiert wird – bitten wir für alle Menschen, die im Urlaub unterwegs sind, dass sie auch wirklich Erholung finden, für Körper und Seele und gesund zurückkommen

bitten wir vor allem um Frieden, um Frieden untereinander und um Frieden in dieser wunden Welt

 

Du guter Gott, auch unser -Leben ist ein Pilgerweg, Tag für Tag. hilf uns, dass wir mit unseren Begabungen, mit unseren besonderen Fähigkeiten, mit unserem Leben den anderen Menschen  „dienen“ , so gut wir können. Lass es uns tun in Freude und Dankbarkeit. Amen



Sonntag, 23. Juli 2023

Fürbitten 24.7. Beim Tragen und er-tragen helfen

 

Hieronymus Bosch 1496


24.7.2023  Hl.Christophorus  

Heute ist der Gedenktag des heiligen Christophorus. Für viele allein deswegen ein Begriff, weil rund um seinen Tag Autos und Fahrzeuge gesegnet werden und man um eine gute und sichere Fahrt bittet. Der Legende nach soll Christophorus, ohne es zu wissen, in einem kleinen Kind Christus selbst durch einen Fluss von einem Ufer zum anderen Ufer getragen haben. Seit Jahrhunderten wird Christophorus deshalb von vielen Menschen als jemand verehrt, der zum Dienst an Anderen bereit war, der bereit war, eine Last auf sich zu nehmen. So bitten wir heute

dass wir tragen und er-tragen können: all das, was oft sein muss und mühsam ist – aber auch das, was uns von anderen „angehängt und umgehängt und manchmal auch aufgelastet“ wird,                           dass wir es in Güte er- tragen und dass wir in Geduld auch uns selbst er-tragen können


dass wir tragen und mit-tragen - dort wo Andere ihre Arbeit selbst nicht mehr gut schaffen,               dort wo anderen das Leben schwer ist, dass wir Sorgen aber auch Freude in unseren Freundschaften und Gemeinschaften mittragen

 

dass wir tragen und auch bei-tragen - dass wir zu einer guten Atmosphäre in unserer Umgebung beitragen - dass wir mit Humor und Freundlichkeit und Optimismus Anderen und uns selbst das Leben leichter machen - dass wir etwas dazu bei-tragen, dass der Alltag auch in dieser Hitze erträglich bleibt

 

bitten wir an diesem Gedenktag des hl. Christopheros um eine gute Heimkehr für Alle, die beruflich oder privat unterwegs sind, bitten wir besonders für all die Menschen, die sich aus anderen Ländern auf den Weg gemacht haben, um eine neue Lebensperspektive zu finden

 

So bitten wir guter Gott, dass wir auch heute bereit sind, auf uns zu nehmen was immer auch dieser Tag wieder bringen wird lass uns darauf vertrauen, dass letztlich wir selbst getragen werden. Amen

Samstag, 22. Juli 2023

Fürbitten 23.7. Freude am Alter weitergeben !! Ja, trotz allem

 


23.7.2023  4. Sonntag im Juli: ein Tag der älteren und der Großeltern

Diesen Sonntag heute begeht die Kirche - heuer zum dritten Mal - auch als Welttag der Großeltern und aller älteren Menschen.  „In der Geschichte der Menschheit waren wir noch nie so zahlreich wie jetzt, aber wir wissen nicht recht, wie wir diesen neuen Lebensabschnitt leben sollen“, sagt der Papst zu diesem Tag. Für das Alter gebe es „zahlreiche Pflegepläne, aber wenig Lebensprojekte“.  Wie er selbst das Alter sieht? Ältere Menschen hätten „oft eine besondere Sensibilität für Fürsorge, Nachdenken und Zuneigung“ meint Franziskus, „Wir sind oder können Meister der Zärtlichkeit werden“  Die Welt, die an den Krieg gewöhnt ist, brauche „eine echte Revolution der Zärtlichkeit“, und in diesem Punkt hätten die älteren Menschen viel Verantwortung gegenüber den jüngeren. So bitten wir heute

 

Dass alle Großeltern ihren Enkelkindern gute Wegbegleiter sein können - Dass sie ihre Lebenserfahrung nicht aufdrängen, sondern einfach da sind, wenn man sie braucht

 

dass das Leben und die Erfahrungen der Älteren den Jungen Mut und Zuversicht gibt. Und dass die Älter werdenden selbst sich ihre Freude am Leben bewahren, auch trotz mancher Einschränkungen

 

dass ältere Menschen ihren Rückzug aus dem Beruf nicht als Verlust empfinden sondern es genießen können, wenn sie Verantwortung abgeben dürfen

 

Im Evangelium hören wir heute das Gleichnis vom Mann, der guten Samen auf seinem Acker aussät, und der doch auch erfährt, dass nicht alles gedeiht und aufgeht. Bitten wir für uns alle

 

dass wir gelassener mit Erfolg oder Misserfolg umgehen

dass wir uns selbst Zeit geben, um Dinge wachsen zu lassen

dass wir auch das annehmen können, was unsere Pläne und Vorstellungen durchkreuzt

dass wir auch in so manchem Unkraut Gutes erkennen können

und dass wir immer darauf vertrauen, dass Gott nicht das Perfekte und Makellose braucht, um durch uns zu wirken

Du guter Gott, so bitten wir um deinen Segen, für all das, was wir auch heute in Angriff nehmen wollen oder was uns als Aufgabe zufällt. Gib uns Geduld und Vertrauen beim Warten und gib vor allem den älter werdenden Menschen und den Alten die Gelassenheit, auch Unerfülltes anzunehmen.So  bitten wir im Namen Jesu . Amen

Freitag, 21. Juli 2023

Fürbitten 22.7. Auch die Liebe darf nicht festhalten

 


22.7.2023 Fest Maria Magdalena Joh.20.1 „Halte mich nicht fest“   auch die Liebe darf nicht festhalten

In der katholischen Kirche feiert man heute das Fest der heiligen Maria Magdalena. In Literatur und darstellender Kunst ist Maria Magdalena das Symbol, die Metapher für die „große Liebende.“ Maria Magdalena war für Jesus ein ganz besonderer Mensch. Sie wird an erster Stelle der Frauen genannt, die Jesus begleiten und unterstützen. Möglicherweise hat er sie auch von einer Krankheit geheilt. Dass Magdalena die große Sünderin war, als die sie in der Kunst dargestellt wird, ist nicht bewiesen. Sicher ist: Maria Magdalena war bis zuletzt an der Seite Jesu, sie harrte beim Kreuz aus, sie war dabei, als man Jesus begraben hat. Maria Magdalena kommt am Ostermorgen als erste zum Grab Jesu und sie ist die Erste, die Jesus nach seiner Auferstehung sehen darf. Mit ihrem Namen: "Maria" spricht sie der Totgeglaubte an. Es ist eine Szene voll Zärtlichkeit und Liebe. Und doch sagt Jesus zu ihr: „Halte mich nicht fest“. Wie schwer ist es, nicht festhalten zu dürfen, was man so sehr liebt! Sind wir nicht auch immer wieder in einer ähnlichen Situation. Man will festhalten, man will, dass alles so bleibt, wie es einmal war. Bitten wir heute

 

Lass uns erkennen, wenn die Zeit gekommen ist, auch in der Liebe loszulassen. Lass uns nicht Besitz ergreifen von Menschen, die wir lieben

 

lass uns aufhören, so vieles und auch Menschen „festhalten“ zu wollen. Lass, dass wir uns nicht an das klammern, „was einmal so schön war“

 

lass uns Vertrautes loslassen, damit wir Neuem begegnen können - gib uns Vertrauen auch in unsere leeren Hände

 

Lass uns spüren, wonach wir Sehnsucht haben. Lass uns mit ‚Leib und Seele nach Liebe suchen, ganz gleich wie alt wir sind

 

Gib unserer Liebe die Kraft, auch in schwierigen Situationen und in schweren Zeiten stand zu halten, gib uns eine Liebe, die letztlich stärker ist „als der Tod“

 

Maria Magdalena ist zum Symbol für eine Frau geworden, die leidenschaftlich liebt. Schenke uns allen, allen Menschen, diese Fähigkeit zu Hingabe und Selbstvergessenheit

 

Du guter Gott, in Deiner Liebe finden wir das Abbild all dessen, was wir ersehnen. So oft sind wir innerlich wie ausgetrocknet, wie abgestorben – lass, dass wir einander die Liebe geben, die jeder von uns so sehr braucht. Lass uns lieben wie Maria Magdalena geliebt hat.Amen

Donnerstag, 20. Juli 2023

Fürbitten 21.7. Auch unser Weg muss in die Freiheit führen

 


 21.7.2023  Der Weg in die Freiheit Ex.11.10   Mt.12  Barmherzigkeit will ich nicht Opfer  

Die heutige Leung aus dem Buch Exodus ist für Juden und Christen eine entscheidende Erzählung. Sie ist das Zentrum des jüdischen Pessach-Festes – und sie ist ein Schwerpunkt im christlichen Osterfest. Wir hören heute, wie sich das jüdische Volk in der ägyptischen Gefangenschaft unter der Führung von Moses – und mit Hilfe Jahwes – auf den Weg in die Freiheit vorbereitet. (Die Verhandlungen von Moses mit dem Pharao sind zäh verlaufen und erst nach 10 schlimmen Plagen, die Jahwe über die Ägypter schickt, können die Israeliten abziehen, wobei es dann noch zum großen Drama am Roten Meer kommt, davon später) Jahwe gibt detaillierte Anweisungen, wie vor dem Auszug aus Ägypten noch ein Lamm für jede Hausgemeinschaft geschlachtet werden soll. Das geopferte Lamm wird später im Christentum das Symbol für Christus, das „Lamm Gottes“. Im Evangelium heute aber sagt Jesus, worauf es wirklich ankommt. „Barmherzigkeit wolle Gott, nicht Opfer“. Bitten wir um unseren Weg in die Freiheit der Kinder Gottes

Dass wir dankbar sind für alle Tradition, dass wir aber nicht in einem Kinderglauben steckenbleiben

Dass wir uns nicht hinter Regeln und Vorschriften verschanzen, sondern den Mut zur eigenen Entscheidung haben

Dass wir aus freien Stücken tun. was wir tun – und nicht weil wir Normen und Erwartungshaltungen anderer erfüllen müssen

dass wir auch nicht zu ängstlich und zu bequem sind, uns von alten Mustern und Verhaltensweisen zu verabschieden

Dass wir beim Lesen der Bibel auch offen sind für die Erkenntnisse der Bibelwissenschaft - Dass wir erkennen, dass „glauben“ heißt, sich auch um Weiterbildung zu bemühen

Bitten wir vor allem um die Erkenntnis, dass „Gott zu lieben“ keine Beckmesserei ist, wo es darum geht, Opfer zu bringen  und auf Freude zu verzichten

Und bitten wir, Dass uns gerade die Liebe zu Gott dafür freimacht, zu uns selbst zu stehen

-        Und Dass uns diese Liebe fähig macht, auch anderen ihre Freiheit zu geben

-         

Du guter Gott, lass uns Mut und Vertrauen für unser Leben finden, so dass auch wir in die Freiheit der Kinder Gottes aufbrechen können, wie die Israeliten in ihr Gelobtes Land. Amen 

 

 

Seit der Nacht des Auszugs aus Ägypten feiert Israel jedes Jahr das Paschafest zur Erinnerung an die entscheidende Rettungstat Jahwes für sein Volk. Bis dahin war das Opfer des Lammes im Frühjahr ein Brauch der Hirtenstämme gewesen, eine Art Natursakrament, ebenso das Essen der ungesäuerten Brote, das mit der Kultur und Religion von Ackerbauern zusammenhing. Beide Riten gehörten in den Ablauf des natürlichen Jahres, wurden aber nun radikal umfunktioniert: etwas Neues, nicht Voraussehbares war eingetreten, ein Ereignis, das für die weitere Geschichte des Gottesvolkes bestimmend war. Das Blut des Lammes hat die Erstgeborenen Israels vor dem Tod bewahrt; das gemeinsame Paschamahl, das in jener Nacht in allen Wohnungen der Israeliten gehalten wurde, war zugleich das Zeichen der Einheit und das Signal zum Aufbruch. Die späteren Generationen aber sollen durch die Paschafeier jedes Jahr aufs Neue sich selbst begreifen als das Volk, das Gott in die Freiheit gerufen hat  (der große Wochentags-Schott Teil 2 1976 S 485)

Mittwoch, 19. Juli 2023

Fürbitten 20.7. der Name Gottes?

 

                                                      Bild: Horst Heller WordPress.com 


20.7.2023   Ex. 3.13 Ich bin der „Ich bin DA“                                                                                                                 Mt.11.28 kommt alle zu mir die ihr geplagt und beladen seid 

Einleitung kurz:   

Ich bin der „ICH - BIN - DA“: so nennt sich  Gott selbst, als ihn Moses nach seinem Namen fragt. Muss er doch den Juden in Ägypten erklären, wer ihn beauftragt, sie aus der Sklaverei heraus zu führen.  ICH BIN DA - das sagt auch Jesus von sich heute im Evangelium mit ähnlichen Worten: ICH BIN DA. KOMMT ZU MIR. Hier findet ihr Ruhe. Bitten wir heute, dass wir in dieser Zuversicht der Gegenwart Gotts leben können

 

Einleitung lang, für die, die die Moses-Geschichte nicht mehr so im Detail präsent haben

Seit Anfang der Woche hören wir in den Lesungen aus der hebräischen Bibel die Erzählung von Moses. Nun ist er, der aus Ägypten geflohen ist, an einem entscheidenden Punkt. Moses macht eine tiefgreifende Gotteserfahrung, Gott selbst spricht aus einem brennenden Dornbusch zu ihm, und Moses erhält den Auftrag das versklavte jüdische Volk aus Ägypten zu befreien – Heute hören wir, wie Moses im Gespräch mit diesem Gott im brennenden Dornbusch sehr klug und vielleicht auch ein wenig skeptisch nachfragt: „und was soll ich den Israeliten sagen, wenn sie mich fragen, wie dieser Gott heißt, der mich sendet.“ Die Antwort kommt schnell und lapidar: „Ich bin der         „ICH - BIN - DA“. Gott ist der Gott des Volkes Israel – Der „ICH - BIN - DA“ wird sie führen, auch wenn noch viele Schwierigkeiten vor dem versklavten Volk liegen. Tag für Tag werden wir in den Lesungen mehr erfahren. Heute führt uns das Evangelium dann weiter zu Jesus, der uns mit ähnlichen Worten zu sich ruft. ICH BIN DA. KOMMT ZU MIR. Wörtlich hören wir „Kommt alle zu mir, die ihr geplagt und beladen seid. Ich werde euch ausruhen lassen.“  Bitten wir heute, dass wir in dieser Zuversicht, der Zuversicht der Gegenwart Gotts leben können

Bitten wir für alle, die unter der Hitze leiden

Für alle, die in diesen Tagen Opfer von Unwettern sind

für alle, die in Katastrophenfällen helfen

für alle, die krank sind, gerade in diesen Hitzetagen

für alle, die aus vielfältigen Gründen ein schweres Herz haben

für alle, die oft gerade im Urlaub in eine Sackgasse geraten

für alle, die vor – oder nach - einer schweren Entscheidung sind

bitten wir ganz besonders für alle, die an so vielen Orten der Welt hilflos Opfer von Hunger, Krieg, Katastrophen und Gewalt sind

 

So bitten wir: sei auch für uns, an jedem Tag der „ICH BIN DA“ – lass uns daraus Kraft und Hoffnung und Zuversicht schöpfen. Mit unserem Blick auf Jesus Amen

Dienstag, 18. Juli 2023

Fürbitten 19.7. Achtung! Brennender Dornbusch

 

Chagall  
Moses und der brennende Dornbusch

19.7.2023 Ex.3.1 Gott im brennenden Dornbusch

Einleitung Kurz

Wie ist das, wenn Gott einem begegnet? Bei Moses ist es ein brennender Dornbusch, der brennt und doch nicht verbrennt und aus dem Gott zu ihm spricht. Moses soll seinem Volk die Zusage Gottes bringen: „Ich habe eure Klageschreie gehört, ich werde euch aus der Sklaverei in Ägypten in das Land der Freiheit führen.“ Aber Moses ist Realist: er traut sich eine solche Aufgabe gar nicht zu. Von Gott, von Jahweh aber bekommt er die Zusage: „Geh jetzt - Ich bin mit dir“.  Wir wissen, dass wir hier keine tausende Jahre alte Reportage aus dem Nahen Osten hören, aber es sind Worte, die Gott auch in unser Leben sagt. In unseren Tag heute  „Geh jetzt - Ich bin mit dir.“  So bitten wir 

Einleitung Lang

Wie ist das, wenn Gott einem begegnet? In der Geschichte von Moses hören wir von seiner überwältigenden Gotteserfahrung, die ihn letztlich dazu bringt, sein Volk, das Volk der Juden, aus der Sklaverei in Ägypten zu befreien. Moses, der zuvor selbst aus Ägypten fliehen musste, hat Zuflucht in Midian gefunden, beim Stamm der Midianiter. Es sind Kamelnomaden am Golf von Akaba. Moses heiratet dort die Tochter des Priesters und als er eines Tages die Schafe seines Schwiegervaters weidet, sieht er einen brennenden Dornbusch. Es ist ein besonderes Phänomen. Dieser Dornbusch brennt und verbrennt doch nicht. Aus dem brennenden Dornbusch hört Moses nun eine Stimme, die ihn mit seinem Namen ruft, die ihn auffordert, seine Schuhe auszuziehen, denn er stehe auf heiligem Boden. Zu ihm spricht Jahwe, der Gott seiner Väter – und Gott will nicht weniger von Moses, als dass er die Israeliten aus Ägypten herausführt. Denn, er, Gott, habe die Klageschreie seines Volkes gehört. In seiner ersten Reaktion traut sich Moses diese Aufgabe nicht zu, aber  er bekommt die Zusage Gottes: „Geh jetzt - Ich bin mit dir.“  Wir wissen, dass wir hier keine tausende Jahr alte Reportage aus dem Nahen Osten hören, aber es sind Worte, die Gott auch in unser Leben sagt. In unseren Tag heute  „Geh jetzt - Ich bin mit dir.“   So bitten wir

 

dass wir dich erkennen Gott – nicht nur in den großen Momenten unseres Lebens

sondern dass du DA bist  - Hier u Jetzt in unserem ganz banalen Alltag

lass uns deine Stimme hören wie Moses sie gehört hat: „Geh, ich brauche dich….“

Sei Du mit uns

 

dass wir dich erkennen Gott - gerade in all dem, worin wir nicht perfekt sind und fehlerlos  

sondern dass du DA bist auch in unseren Krisen und Niederlagen

in den Sorgen und in der Mutlosigkeit - dass wir auch dann deine Stimme hören: „Geh,ich brauche dich….“

Sei Du mit uns

 

dass wir dich erkennen Gott  dort, in unseren Partnerschaften und Gemeinschaften,

im Leben mit unseren Kindern und Freunden - wo wir aber auch immer wieder an Grenzen stoßen

dass wir deine Stimme hören: „Geh,ich brauche dich….“

Sei Du mit uns


dass wir dich erkennen Gott - immer dann, wenn wir glauben, dass es gerade Wichtigeres gäbe

dass wir aus der Routine und Bequemlichkeit aufbrechen    - 

dass wir aber auch loslassen können, wenn es besser für uns ist     

lass uns deine Stimme hören: „Geh, ich brauche dich….“

Sei Du mit uns

 

dass wir dich erkennen Gott - immer dann, wenn wir nichts mehr erwarten wollen

in unserer Gesellschaft, wo das miteinander immer weniger wird

in unserer Kirche, wo manches stillsteht

dass wir deine Stimme hören: „Geh ,ich brauche dich….“

 Sei Du mit uns

 

dass wir dich aber auch erkennen Gott - in allem, was Freude ist, 

dass wir nicht aufhören dankbar zu sein

dass wir uns Neues zutrauen, dass uns das Leben jeden Tag wieder froh macht

WEIL wir deine Stimme hören: „Geh,ich brauche dich….“

Sei Du mit uns

 

Du, guter Gott, lass uns dich immer wieder erkennen auch im „Dornbusch“ unseres Lebens und lass uns dir vertrauen. Amen

immer wieder einen neuen Blick wagen

 


„Es ist schön, dass es einen Ort am Horizont gibt, an dem alles flirrt und Gold ist, manche Leute halten sich gern dort auf. Und andere schauen eben gern aus der Ferne drauf und sagen: Es muss nicht alles Gold sein.“ Bruno Ganz


 "Zeit vollendet sich in jedem Augenblick“.     Kurt Marti 


„Ich rate,
lieber mehr zu können als man macht,
als mehr zu machen als man kann.“ Brecht


 „Um sich selbst zu erkennen, muss man handeln.“ Albert Camus


"Ich war allzu moralisch, allzu vernünftig, allzu bürgerlich gewesen! Ich wollte mich einer Norm anpassen, ich wollte Forderungen erfüllen, die gar niemand an mich stellte, ich wollte etwas sein oder spielen, was ich gar nicht war. Und so war es mir wieder einmal geschehen, daß ich mich selbst und das ganze Leben vergewaltigt hatte." Hermann Hesse


"In jede Gesellschaft gehört ein Idiot,
der die naiven Fragen stellt,
vor denen man selbst zurückschreckt." Mark Twain


"Zwei Dinge braucht der Mensch: Wurzeln und Flügel" Goethe

 

"Drei Dinge helfen, die Mühseligkeiten des Lebens zu tragen:
Die Hoffnung, der Schlaf und das Lachen." Kant


"An Ärger festhalten ist,wie wenn du ein glühendes Stück Kohle festhältst mit der Absicht,
es nach jemandem zu werfen - derjenige, der sich dabei verbrennt, bist du selbst." Buddha


"Überlege, was Dich aufblühen lässt. Dem gehe nach." Ulrich Schaffer

  

"Glücklich sein heißt, ohne Schrecken

seiner selbst innewerden können." Walter Benjamin

 

"mit dummen Fragen
beginnt jede Revolution" Joseph Beuys





 





Montag, 17. Juli 2023

Fürbitten 18.7. MOSES - ein Weg in die Freiheit

 

18.7.2023 Ex.2.1   Moses, der sein Volk aus Ägypten führt  Wege in die Freiheit führen

 

In den Lesungen der nächsten Tage steht eine Zentralfigur der jüdischen Bibel im Mittelpunkt: Moses. Jener mächtige Prophet, der sein Volk, das jüdische Volk, in einer 40jährigen Wanderung aus der Sklaverei aus Ägypten führt. Moses gilt als Begründer des Monotheismus - das erste der von ihm übermittelten Gebot Jahwes lautet: "Du sollst keine anderen Götter haben neben mir" - und damit als Stifter von Judentum, Christentum und Islam. Moses gilt in der Tradition auch als Gesetzgeber, dessen Dekalog, die Zehn Gebote, bis heute Basis eigentlich aller ethische Ordnung ist. Heute wird im Buch Exodus zunächst die wunderbare Rettung des kleinen Baby Moses erzählt. Vom Pharao gab es ja den Befehl, alle männlichen Nachkommen der Juden zu töten. Moses Mutter aber gelingt eine List, sie setzt das Baby in einem Körbchen im Nil aus – eine Tochter des Pharao findet und rettet das Kind, ja dessen Mutter wird durch List sogar als Amme bestellt. Der junge Moses wächst sorglos am Hof des Pharao auf – bis ihm plötzlich die Unterdrückung und Versklavung seines Volkes bewusst wird. Als Moses sieht, wie ein jüdischer Fronarbeiter von einem ägyptischen Aufseher erschlagen wird, tötet er diesen. Nun muss Moses aus Ägypten fliehen – damit endet die heutige Lesung. Erst danach wird er seine Gotteserfahrung machen, und wird er von Jahwe den Auftrag erhalten, das jüdische Volk aus Ägypten herauszuführen, hin ins „gelobte Land“.  Zu jeder Zeit gibt es Menschen, die eine prophetische Funktion haben, und auch wir selbst dürfen sie uns zutrauen. Bitten wir heute

Für alle, die um bessere Lebensbedingungen für andere kämpfen

 Für alle, die sich für die Rettung und Aufnahme von Flüchtlingen engagieren

 Für alle, die sich für Umwelt und Tierschutz einsetzen

 Für alle, die in ihrem täglichen Umfeld vor der Not anderer nicht wegschauen

 Für alle, die auf Ungerechtigkeit und Unrecht hinweisen

 Für alle, die sich um Frieden und Versöhnung bemühen

 Für alle, die Menschen auch zur inneren Freiheit verhelfen

und bitten wir auch für uns selbst, dass wir wahrnehmen, wenn Gott auch durch uns wirken will, auch heute wieder, dass wir uns unseren Auftrag zumuten - und dass uns unsere Wege in die Freiheit führen

 

 Amen

 Zum historischen MOSES:  https://www.bibelwissenschaft.de/wibilex/das-bibellexikon/lexikon/sachwort/anzeigen/details/mose/ch/9f02bcba0c82b17ab9512a241d916033/

"Die Frage nach der historischen Gestalt des Mose ist vor allem ein Problem der Quellen und ihrer historischen Auswertung. Über Mose berichten ausschließlich biblische Texte und davon abhängige Überlieferungen. ..die jüdische wie die christliche Tradition entwerfen zahlreiche Bilder von Mose, wobei diese der historischen Rückfrage nicht standhalten. So zeigt die Pentateuchforschung dass das Deuteronomium aber auch der Dekalog und das Bundesbuch nicht auf Mose zurückgehen. …damit besitzt die historische Charakterisierung Moses als Gesetzgeber keine Grundlage mehr, sie erweist sich vielmehr als das Bild einer späteren Epoche, das nicht einmal am Anfang der alttestamentlichen Mosebilder gestanden hat.

Doch auch die charismatische Retter- und Führergestalt des Auszugs verschwindet im Dunkel der Geschichte. Das ist kaum verwunderlich: Die noch greifbaren Anfänge der uns überlieferten Erzählung vom Auszug unter Moses Führung stammen sehr wahrscheinlich aus dem ausgehenden 8. Jh. v. Chr. Das sind – setzt man den Pharao der Unterdrückung mit Ramses II. (1279-1213 v. Chr.) gleich – knapp 600 Jahre nach dem Auszug. Doch in der Regel tritt in der mündlichen Überlieferung bereits nach vier Generationen das Erzählte vollends hinter die Erzählung zurück.

Wie sehr Mose im historisch Ungewissen verschwindet und dafür das Legendarische hervortritt, zeigen exemplarisch die Notiz über seinen Grabplatz und die Geburtserzählung.

In der Regel sind Begräbnisplätze feste Orte der Traditionsbildung. Zum Mosegrab heißt es dagegen, dass sein Ort „bis auf diesen Tag unbekannt ist“ (Dtn 34,6), was spätere Überlieferungsbildung freilich nicht davon abgehalten hat, das Grab im westjordanischen, ca. 8 km südlich von Jericho am Rande der Wüste Juda gelegenen Nebī Mūsā zu lokalisieren, wo im 13. Jh. eine Kuppel bzw. ein Schrein über dem vermeintlichen Mosegrab errichtet worden ist.

Die Geburtserzählung ist hingegen eine Adaption der Geburtslegende des 2235-2180 v. Chr. herrschenden Sargon von Akkad. Die Übereinstimmungen zwischen beiden Texten sind frappant .

Die Auffindung des Moses - Raffael 16.Jh. 

Die Mütter der späteren Helden müssen ihr Kind, um es zu retten, aussetzen; beide Mütter legen ihr Kind deshalb in ein Schilfkästchen, das sie mit Erdpech abdichten und am Flussufer ablegen; beide Kinder werden zufällig gefunden und von ihren Findern adoptiert und großgezogen. Und natürlich haben beide Kinder eine große und die Geschicke ihres Volkes bestimmende Zukunft vor sich. Man wird damit rechnen dürfen, dass die alttestamentlichen Autoren die in neuassyrischer Zeit stark rezipierte Sargonlegende gekannt haben. Das spricht für eine Ausgestaltung der Mosebiographie in der Zeit des massiven neuassyrischen Einflusses auf Juda und Israel im 8. Jh. v. Chr."

 

 

 


 


immer wieder einen neuen Blick wagen

 


„Wir sind keine denkenden Frösche, keine Objektivier- und Registrier-Apparate mit kalt gestellten Eingeweiden. Wir müssen beständig unsere Gedanken aus unserem Schmerz gebären und mütterlich ihnen alles mitgeben, was wir von Herz, Feuer, Lust, Leidenschaft, Qual, Gewissen Schicksal Verhängnis in uns haben“ Nietzsche (zitiert von KP Liessmann)

  

"Wer zu sich selbst finden will,
darf andere nicht nach dem Weg fragen" Paul Watzlawick

  

"Springen sie, so oft sie können, -
über ihren eigenen Schatten“  Erwin Ringel


"Den Reichtum eines Menschen misst man an den Dingen, die er entbehren kann,

ohne seine gute Laune zu verlieren" H D Thoreau

 

"Ich bin durch Rückschläge nicht entmutigt, weil jeder als falsch verworfene Versuch

ein weiterer Schritt vorwärts ist" Thomas Alva Edison

 

„Suche nicht, was dir fehlt, sondern finde, was du hast!“

aus dem Gästebuch eines Klosters

 

"Wir brauchen dringend einige Verrückte.

Guckt euch an, wo uns die Normalen hingebracht haben"  George Bernhard Shaw

 

„Keinen verderben lassen
auch nicht sich selbst
Jeden mit Glück zu erfüllen
auch sich, das ist gut." Bert Brecht  


"Habe Geduld gegen alles Ungelöste in deinem Herzen ...Forsche jetzt nicht nach Antworten, die dir nicht gegeben werden können, weil du sie nicht leben kannst …Lebe jetzt die Fragen -
vielleicht lebst du dann allmählich ohne es zu merken in die Antwort hinein" Rilke

 

"Das Vergleichen ist das Ende des Glücks

und der Anfang der Unzufriedenheit." Sören Kierkegaard

 

"Wir nehmen den Schmerz zu schnell weg.
Wir geben zu schnelle Antworten, wir suchen zu schnelle Lösungen...
Wir dürfen den Schmerz nicht beseitigen,
bevor wir gelernt haben, was er uns zu sagen hat." Richard Rohr  US Franziskaner

 

"Etwas festhalten wollen und dabei es überfüllen:
das lohnt der Mühe nicht.
Etwas handhaben wollen und dabei es immer scharf halten:
das lässt sich nicht lange bewahren.
Ist das Werk vollbracht, dann sich zurückziehen: das ist des Himmels SINN." Laotse

 

"Bewahrt möchte ich sein vor dem naiven Glauben, es müsse im Leben alles glatt gehen. Die nüchterne Erkenntnis möchte ich haben, dass Schwierigkeiten, Niederlagen, Misserfolge, Rückschläge eine selbstverständliche Zugabe zum Leben sind, durch die wir wachsen und reifen."                                  Antoine de Saint-Exupéry

 

"Dauernd stolpert man, stolpert und fällt, und man kann sich nur selbst aufheben und versuchen, wieder weiterzugehen. Jedenfalls habe ich das mein ganzes Leben tun müssen." Wittgenstein

 

"Ich wünsch mich dahin zurück,
wo's nach vorn geht" Die Musikgruppe Ja Panik

 

 „Liebe ist wie der Mond: 

Wenn sie nicht zunimmt,

nimmt sie ab“ Konfuzius