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Sonntag, 28. September 2014

Fürbitten 29.9. nein, Engel sind keine "Engelchen"



29.9. 2010  Fest der Erzengel Michael Gabriel Raffael
Heute ist das Fest der drei Erzengel. Ja,Engel sind in. Man sieht sie wieder überall. Auf Einkaufssackerln, Geschenkpapier, Schmuckdosen. Putzige kleine Wesen im Babymodus mit Flügelchen - auch esoterisch lassen sie sich gut verkaufen als "gute Geister".

Aber die Engel der Bibel sind nicht „herzig“. Sie treten machtvoll auf und machen den Menschen oft Angst. Sie sind Boten Gottes, Angelos,sie werden direkt "vom Thron" Gottes geschickt , sie bringen eine Nachricht – und in ihren Namen spiegelt sich etwas von dem, der sie schickt.


Michael: das heißt „Wer ist wie Gott“ .Michael ist stark, mächtig, er hilft Menschen aus ausweglosen Situationen: Nach jüdischer Interpretation hat er das rote Meer geteilt. Er ist der Engel des Herrn am Dornbusch, er hält den Habakuk an den Haaren über die Löwengrube. Den Christen gilt er als der Engel der Gemeinde Gottes, und er führt die Verstorbenen ins Paradies. Er ist der Patron des Gottesvolkes, Michael auch der Patron ganz Europas. Immer wieder wird er als "Drachentöter" dargestellt, es besiegt das Böse


Gabriel ist „Gottes Kraft“ Er bringt dem Mädchen Maria die große Botschaft von der Menschwerdung Gottes, er öffnet gewissermaßen den Horizont und gibt den Blick frei auf Gottes Welt. Was alles ist möglich – wenn Gott durch uns in diese Welt kommen will 


Und als Dritter Raffael. Ein einziges Mal kommt er in der Hl. Schrift vor: "Gott heilt", das ist sein Name. Leise und unerkannt heilt er die blinden Augen des Tobit, heilt er die
Beziehungsunfähigkeit der Sara, führt er den jungen Tobias. Raffael repräsentiert den heilenden, den mitgehenden Gott.  Gott der Wegbegleiter, Gott der Umsichtige, Gott der Schützende.

Bitten wir heute mit dem Blick auf Michael, den angelus magnus, den größten der Engel

Michael – das ist in der Bibel der Engel der Befreiung, der Engel, der den Drachen besiegt: bitten wir, dass in dieser großen Herausforderung an unsere freie Gesellschafft - in diesem Kampf gegen grausame fundamentalistische Strömungen - dass Würde und Menschenrechte, Freiheit und Frieden bewahrt und wieder errungen werden können.

Michael – das ist in der Bibel der Engel der Gerechtigkeit. Bitten wir um Gerechtigkeit und den sozialen Frieden auch hier in Österreich: um einen fairen Ausgleich zwischen den Tüchtigen und denen, die unsere Hilfe und Solidarität brauchen

Michael – das ist in der Bibel der Engel auf Seiten der Armen: bitten wir  für alle Migranten hier im Land, für die Flüchtlinge und Asylsuchenden: bitten wir um eine mit-menschliche Gesinnung in unserem Land, um offene Arme, für die, die uns JETZT brauchen. 

Michael – das ist in der Bibel der Engel der den Lebensbaum bewacht: bitten wir um Lebendigkeit und Engagement in unserem Zusammeleben, in unseren Familien und Gemeinschaften, in unserer Kirche – bitten wir um ein gutes Wachsen unseres eigenen Lebensbaumes

Michael – es ist der Engel,den alle 3 großen monotheistischen Religionen verehren.
Bitten wir um Gemeinsamkeit auf unserem Weg zu Gott, bitten wir dass Christen, Juden und Moslems in dieser Stadt - und in der Welt - Heimat haben können. Dass wir Christen uns nicht anstecken lassen von Ausländerfeindlichkeit und Panikmache

Michael – er ist auch der Engel mit der Waage: er wird als guter Begleiter ins Jenseits gesehen, als einer, der das Gewicht der Seelen wiegt. Bitten wir um den Mut, uns von vielen Abhängigkeiten frei zu machen, bitten wir, dass wir selbst Menschen werden, die für andere "wie Engel" sein können

Und Michael ist der Engel mit der Posaune: der auferweckt zum Jüngsten Tag. So bitten wir um ein gutes Leben und um ein gutes Sterben und um eine gute Auferstehung für uns ALLE,


durch Jesus Christus deinen Sohn, der mit dir lebt und liebt heute und in Ewigkeit. amen  



Samstag, 27. September 2014

Herbergssuche - es tut sich was in der Kirche

Gott sei Dank,
wir warten nicht bis Weihnachten um uns die traurige Geschichte von der
"Herbergssuche" rund um den kleinen Jesus und seine Mama und seinen Papa zu erzählen.
Ich freue mich, dass nun auch die Erzdiözese Wien eine Initiative setzt, um in ihren Pfarren Quartiere für Flüchtlinge zu suchen. Anfang September hat in tirol Bischof Scheuer zusammen mit dem dortigen Caritas Präsidenten einen solchen Brief an alle Tiroler Pfarren und Ordensgemeinschaften geschrieben -  nun haben auch Kardinal Schönborn und Caritas-Direktor Michael Landau an alle 492 niederösterreichischen Pfarren der Erzdiözese Wien appelliert, Wohnraum für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen. 

„Die ersten Meldungen von Pfarren kommen bereits herein" 
 sagt Michael Prüler, der Sprecher der Erzdiözese Wien.

Die Vorschläge würden nun von der Caritas auf ihre Umsetzbarkeit hin überprüft. „Wir haben aber auch schon vorher Angebote für Wohnungen erhalten, die bereits adaptiert worden sind und demnächst von Flüchtlingen bezogen werden können - unter anderem im Pfarrhof von Traiskirchen selbst, in den bald eine syrische Familie einziehen wird.“ 


Gesucht würden einzelne Wohnungen (für Flüchtlingsfamilien aus dem Nordirak und andere anerkannte Flüchtlinge) als auch größere Wohneinheiten (insbesondere für Asylwerber im Rahmen der Grundversorgung.


Das größte praktische Problem beim Anbieten von Wohnraum sei die Frage, ob Flüchtlinge dort auch professionell betreut werden können. „Natürlich kann man 30 Flüchtlinge notdürftig in einem Pfarrsaal unterbringen“, so Prüller. „Aber wo gehen sie aufs Klo? Wo kochen sie? Wer hilft ihnen, sich nach traumatischen Kriegserfahrungen in einer völlig fremden Umgebung zurechtzufinden?“


Anfang September habe sich Kardinal Schönborn auch an alle anderen Bischöfe in Österreich mit der Bitte gewandt, die Pfarren und kirchlichen Einrichtungen zu mobilisieren. Die Superiorenkonferenz, die Dachorganisation der männlichen Ordensgemeinschaften, habe zur selben Zeit einen ähnlichen Aufruf an alle Ordensgemeinschaften Österreichs geschickt. Auch hier seien schon zuvor entsprechende Initiativen eingeleitet worden, etwa im Mödlinger Kloster St. Gabriel, das in einem Trakt unbegleitete jugendliche Asylwerber unterbringen möchte.

Er hoffe, so Michael Prüller, dass die Pfarren der Erzdiözese Wien insgesamt eine spürbare Hilfe für die Flüchtlinge auf die Beine bringen, „Wir sehen große Hilfsbereitschaft"


Der Landtagsklub der ÖVP Niederösterreich hatte gestern kirchliche Würdenträger in einem offenen Brief zur Aufnahme von Flüchtlingen in ihren Einrichtungen aufgefordert. 
Für "nicht angebracht" hält der niederösterreichische Superintendent Paul Weiland solche Mahnungen an die Kirchen, mehr für Flüchtlinge zu tun. "Für mich ist das ein Versuch, Verantwortung abzuschieben", stellt Weiland wörtlich fest. Die Aufnahme und Versorgung von Flüchtlingen sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die im politischen Verantwortungsbereich liege"

Ich gebe dem evangelischen Superintendenten an sich völlig recht. "Flüchtlingsversorgung" ist primär Aufgabe des Staates. Diakonie und Caritas leisten seit Jahren großartige Arbeit. 
Aber worum es jetzt geht - so sehe ich es - ist ein gesellschaftliches Zeichen der Solidarität
zu setzen. Die einzelnen kleinen Pfarren sollten Mitmenschlichkeit vorleben und den "Einheimischen" die Angst vor dem Fremden nehmen.

Morgen begeht die Kirche in Österreich den Sonntag der Völker - früher Ausländersonntag.
Er soll ein Zeichen sein für unsere offenen Arme und dass wir denen entgegenwirken, die Angst schüren und hetzen. 
Von einem "Weltasylheim" in Wien haben die Freiheitlichen bereits gefeixt -
ja, schön wärs, wenn man uns das nachsagen könnte! 
PS ein großes Danke dem Bürgermeister, dass er SO gehandelt hat.

info religion orf.at