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Mittwoch, 23. Juli 2014

Sr.Heidrun Bauer SDS - Lichtblicke

                                                         Sr.Heidrun Bauer SDS Salvatorianerin

in einem graphisch sehr schön gestalteten "Meditiations"Buch,in dem ich immer wieder blättere und lese finde ich die Widmung: " Wien, 30. Nov.2006 Fest des Apostels Andreas ....oft habe ich sie im Gottesdienst der St.Josef Krankenhauskapelle wahrgenommen..öfters wäre ich gerne mit ihnen ins Gespräch gekommen..heute ist es möglich geworden und ich bin von Herzen dankbar, dass wir uns auch über das "Jenseitige" im Diesseits unterhalten..vielmehr tiefer eintauchen können ins LEBEN, wie es ist! Im Glauben verbunden Sr.Heidrun Bauer"
Eine junge Salvatorianerschwester - "jung" mag sie nicht - ich erinnere mich gut an unser Gespräch.
ja, das JENSEITIGE im DIESSEITIGEM - im JETZT: ALLES
WAHRNEHMEN im AUGENBLICK
Es ist das,  was Sr.Heidrun mit ihren Bildern, Collagen, Gedichten macht und vermittelt.
Jetzt ist sie selber dran!

                                                                            Trinität

Unter der Anfrage von Ilse:
wie befreiend und heilend ist Kunst -   ist das auch der "göttliche" Aspekt von Kunst?
                            wohinein verliert man sich - und worin "findet" man sich?
hier (m)ein blog-Beitrag - mein erster!

 „Die Kunst ist eine Tochter der Freiheit.“ (Friedrich Schiller), mit diesem Satz stimme ich überein. Auch im neuen Testament, im Johannesevangelium, Kapitel 8, Vers 36 steht geschrieben: „Wenn euch also der Sohn befreit, dann seid ihr wirklich frei.“ Gemeint ist beim Wort Sohn in diesem Fall Jesus von Nazareth, der MenschenSOHN, der GottesSOHN, der Heiland der Welt, der Salvator, dem ich als Ordensfrau, als Salvatorianerin, mein Leben geweiht habe.
Freiheit verstanden als ein gebunden SEIN, als ein verbindliches JA zu einem DU, dem göttlichen DU, wo, wenn ich mich voll und ganz binde, mir auch SEINE verbindliche Treue zugesagt ist - auf ewig, über den Tod hinaus. Darin wurzelt mein Begriff von Freiheit:  Im mich Zentrieren, mich Verankern im Mittelpunkt, um mich dann „in diesem gebunden SEIN“ hinaus zu lehnen, hinein zu wagen in ungeahnte Weiten, Tiefen und Höhen.
Meine ART Kunst zu leben, hat sich in den letzten Jahren von einem mich existenziell Ausdrücken, zu einem meinem Glauben Ausdruck verleihen bis hin zur Gestaltung von Räumen gewandelt.  In meinen Anfängen in Gurk in Kärnten war mir jener Freiraum geschenkt, wo ich mit den mir von Gott und den Salvatorianern (was die Räume betrifft!) gegebenen Möglichkeiten experimentieren konnte.

                                                                   in Gurk
                                                                 Malraum Atelier

Nachdem unsere Gemeinschaft in Gurk im Jahre 2008 aufgelöst wurde und ich mit meinem - nunmehr dritten  - Atelier  nach Schwarzau/Stfld. übersiedelte, standen vermehrt Raumgestaltungen am Programm:  Gebetsräume in Budapest und Wien, Räume im St. Josef Krankenhaus in Wien - Verabschiedungsräume, Patientenzimmer, Verwaltungsräume -, Kreuzwegstationen in Deutschland etc.
                                                                    Gebetsraum Budapest
                                  Bilder am Gang Gynäkologiestation Krankenhaus St.Josef,Wien
                                                            Gebetsraum Schloßberggasse
                                                               Stiegenhaus Kombi
                                                               Ausstellung Herberstein

Ergänzend dazu blieb ich dem treu was mich immer wieder erneut bewegt, Glaubens- und Lebenserfahrungen, die ja nicht voneinander zu trennen sind, ins Bild und ins Wort zu bringen. Bei meinen Ausstellungen in Österreich lese ich auch immer wieder aus meinen Büchern mit den Titeln: LichtBlicke, Seelenspuren, Glaubensspuren.
                                                            Lesung Buchhandlung Herder
Dabei spielt die Mystik eine bedeutende Rolle.
In diesem Zusammenhang zitiere ich gerne Karl Rahner (1904 - 1984). Sicher keine einfache Kost, dafür umso gehaltvoller und sie regt zum Nachdenken an:
…der Christ der Zukunft wird ein Mystiker sein oder nicht mehr sein .                                              Der Fromme von morgen wird ein .Mystiker` sein, einer, der etwas .erfahren` hat, oder er wird nicht mehr sein, weil die Frömmigkeit von morgen nicht mehr durch die im voraus zu einer personalen Erfahrung und Entscheidung einstimmige, selbstverständliche öffentliche Überzeugung und religiöse Sitte aller mitgetragen wird, (…)Die Mystagogie muß von der angenommenen Erfahrung der Verwiesenheit des Menschen auf Gott hin das richtige .Gottesbild` vermitteln, die Erfahrung, daß des Menschen Grund der Abgrund ist: daß Gott wesentlich der Unbegreifliche ist; daß seine Unbegreiflichkeit wächst und nicht abnimmt, je richtiger Gott verstanden wird, je näher uns seine ihn selbst mitteilende Liebe kommt.

Ja ich darf sagen, dass ich eine bin, die in dem oben genannten Sinne „etwas erfahren hat“. Und da ist es gut „Mittel“, wie das Malen und Schreiben zur Hand zur haben, wodurch ich diesen Erfahrungen Ausdruck verleihe. Nicht nur mir tut es gut zu sehen und zu lesen, was mich innerlich bewegt, erfüllt, prägt. Auch viele Frauen und Männer machen sich  heute (wieder) auf die Suche nach zeitgemäßer Glaubens-Sprache. Genau diese Menschen sprechen meine Bilder, Faltkarten und Bücher an.


Ich meine, Gott hat jedem Menschen Talente und Fähigkeiten anvertraut, damit sie oder er diese entfaltet und so Gottes unendliche Vielfalt und Größe sichtbar wird. Mich selbst erfahre ich als eine Frau, die auf einmalige und einzigartige Weise von Gott beschenkt - begnadet - ist, um so ein Geschenk für die anderen zu sein. Dafür bin ich dankbar und das ist etwas Wunderbares und Schönes.

Auch in meiner Arbeit als Geistliche Begleiterin darf ich da sein für Menschen, die in großer Eigenständigkeit ihrem Glauben (wieder) auf die Spur kommen wollen, „ihrem Gott“ auf Augenhöhe begegnen wollen bzw. ihr Leben neu ordnen wollen. Dabei erfahren sie, dass es das wirklich gibt: Leben in Fülle!  (vgl. Johannesevangelium, Kapitel 10, Vers 10)
                                                          Gebetsraum Atelier Ostern

Gedanken vom Maler Vincent van Gogh (1853 - 1890)
„Er - Christus - hat unbeirrt als Künstler gelebt, ein größerer Künstler als irgendeiner: den Marmor, den Ton und die Palette verachtend, denn er arbeitete in lebendigem Fleisch. Dieser unglaubliche Künstler, der für das grobe Instrument unseres modernen, nervösen und zerrütteten Gehirns unbegreiflich ist, schuf weder Statuen noch Bilder noch Bücher, er schuf wirklich lebende Menschen, Unsterbliche … Seine gesprochenen Worte, die er nicht einmal für nötig hielt aufzuschreiben, sind der höchste Gipfel, den je die Kunst erreicht hat; in solcher reinen Höhe bekommt sie Schöpferkraft, erhabenste Schöpferkraft.“


Lyrik von Schwester Heidrun Bauer SDS:

Einfachheit

im
stillen
Da-Sein

Raum
öffnen
für
Menschen

die göttliche Gegenwart
im
Blick



die neue Zeit


hat
schon
begonnen

mit DIR

dem
FriedensLicht
in
MenschenNacht

bist
AuferstehungsLeib
inmitten
fassbarer Welt



Entscheidung


ab heute
wartet
manch
alte Antwort
vergeblich
auf
meine Frage



Schöpfer - Geschöpf

SEIN
und
ABGLANZ

geben
und
empfangen

nur
wenig
geringer …

… geschaffen
nach
Deinem
Bild




das
wahre
SEHEN
beginnt
jenseits

mitten
im
LEBEN



… und wer noch gerne mehr sehen und lesen möchte, genau hier, gibt es mehr davon:
http://www.salvatorianerinnen.at/neu/index.php?option=com_content&task=blogcategory&id=69&Itemid=118

Dienstag, 22. Juli 2014

Fürbitten 23.7. hl.Brigitta von Schweden, Mitpatronin Europas

     
                                                        Die heilige Birgitta, Holzschnitt 1496
                              
 23.7.2014 Brigitta von Schweden
Birgitta von Schweden ist eine der ganz starken Frauen in der Kirchengeschichte.
Ehefrau und Mutter – Klostergründerin und Mystikerin, sie führte politische Verhandlungen, wollte die Kirchenreform vorantreiben. Frauen wie sie machen deutlich, welche Stärke und welche Begabungen Frauen in die Gesellschaft und in die Kirche einbringen können.

Birgitta von Schweden ist auch Mitpatronin Europas. Bitten wir angesichts der immer bedrohlicheren Lage in der Ukraine um eine Chance für ein Ende der Kämpfe
Du guter Gott: erhöre uns

bitten wir für die Angehörigen der Opfer des unfaßbaren Flugzeugabschusses in der Ukraine. Bitten wir auch für die Opfer der schrecklichen Flüchtlingstragödie in Lampedusa. So viele 'Kinder sind da wie dort unter den Toten

wir bitten für alle, die von der Wirtschaftskrise in Europa betroffen sind, besonders für die Jugendlichen ohne Arbeit

bitten wir um gute Reformen in unserer Kirche, dass Papst Franziskus in seiner Arbeit
nicht behindert wird

bitten wir für die jungen Männer, die eben erst zu Priestern geweiht worden sind Auch für alle „schon“ Priester und Ordensleute: dass die Freude ihrer Berufung sie auch in den Krisen und Tiefen ihres Lebens trägt.

Bitten wir auch dass die Berufung und das Charisma der Frauen in der Kirche nicht ängstlich
behindert wird
dass nicht allein schon das Wort „Reform“ in der Kirche auf so viel Angst und Abwehr stößt

bitten wir nicht zuletzt um ein bißchen mehr Mystik in unserer Theologie und für uns selbst:
um ein eigenes „Gott erfahren“, denn nur das trägt ein ganzes Leben


So bitten wir auf die Fürsprache der heiligen Brigitta von Schweden: heile nicht nur das, was in uns selbst noch Heilung braucht – heile auch unsere Gesellschaft von allem, was sie hart und unsolidarisch macht. Darum bitten wir durch Jesus unseren Herren und Bruder. amen
                                           

Montag, 21. Juli 2014

Elisabeth - ganz AUG, ganz OHR


                                                                 Elisabeth Arzberger
                                              

Wenn "Perfektion" sich einen Vor-Namen wünschen tät, ich würde "Elisabeth" vorschlagen.
Elisabeth ist eine alte ORF-Journalistinnen Liebe von mir. Das heißt, so wirklich eng waren wir gar nicht befreundet. Und doch - sobald ich ihr in einem der Studiogänge begegnete - hat sie "Freude" in mir ausgelöst. Sie galt als "Aufnahmeperfektionistin" für ihre Sendungen, Tontechniker sprachen nur mit größter Hochachtung von ihr. Aber sie wandelte nicht gemessenen Schrittes durch die Gänge, voll von eigener Wichtigkeit, sie war lustig, lebendig, quirlig, immer an den Anderen interessiert.
Irgendwann ging sie dann plötzlich nach Deutschland, wir verloren uns aus den Augen -
aber WO findet man einander wieder: in den Weiten und Tiefen des Internets, im facebook...

hier lerne ich nun eine Elisabeth kennen die nicht mehr GANZ OHR ist, wie im Radio,
sondern GANZ AUG - ...
wenn ich ihre Bilder sehe, SEHE ich anders -
und immer wieder löst es bei mir den selben Reflex aus: Freude.
Freude an den DINGEN - in die ich durch Elisabeth ein bißchen tiefer blicke
Über sich selbst schreibt sie: 
"37 jahre lang hab ich - zuerst im ORF in Wien, dann beim SWR in Stuttgart - den wunderbarsten beruf der welt gehabt: ich hab radio gemacht! als journalistin, autorin, regisseurin, redakteurin, produzentin. und das allerschönste: ich konnte mit ideen spielen so viel ich wollte... 
etwas, was ich immer noch mache. und so schön meine arbeit war - ich vermisse sie nicht, sondern freu mich, dass ich jetzt andere spielwiesen für ideen hab..."
.
Ja, und ich hab sie gebeten, über diese,ihre Freude zu schreiben, denn das strahlt sie aus

 
über die freude soll ich Dir schreiben…

heute zum beispiel…
noch beim aufwachen bin ich voll der klänge des gestrigen konzerts -
vokalmusik der renaissance… die freude über die musik begleitet mich in den
tag.
das ist eine freude, die mit dem beruf zusammenhängt, den ich beinahe 40
jahre lang ausgeübt hab & in dem die ohren mein wichtigstes ”werkzeug”
waren. aber auch die professionalität und - ja! - auch perfektionismus…
jetzt bin ich amateurin - und das heisst für mich und im vollen wortsinn: ich
kann mir den luxus erlauben, nur das zu tun, was ich liebe. die reine freude!
auch deshalb, weil sich die professionalität und der perfektionismus ja nicht
verflüchtigt haben, sondern mir auch in der photographie grosse freude
bereiten. beim schauen, beim sehen, beim entdecken.
und es spielt keine rolle, dass es xillionen von pflanzenbildern gibt - die
faszination des gartens halte ich immer wieder fest und freue mich drüber.
zu jeder jahreszeit…



die freude an museumsbesuchen verbinde ich seit einiger zeit damit, die

museumsgebäude näher kennenzulernen. kunst zu photographieren
interessiert mich nicht, denn die schau ich mir lieber ”in echt” an, aber ich
finde es ungeheuer spannend, was es in und an den bauten selbst zu
entdecken gibt… spiegelungen und reflexe zum beispiel, wie neulich, als ich im
Hamburger Bahnhof in Berlin war…



oder wunderbare details, die mich in der Pinakothek der Moderne in München
fasziniert haben…



es ist aber auch die freude an ganz banalen dingen, deren schönheit ich

entdecke… ”lange leitung” heisst zum beispiel eine serie, zu der seit jahren
immer wieder neue bilder dazukommen…



die freude auch am spielen - kaputte gläser zum beispiel werden erst entsorgt,
nachdem ich sie vor meine kamera geholt hab…



und auch an rostigen dingen hab ich meine freude…



und, und, und…
und ich freu mich drüber, dass Du mich zum nachdenken über die freude
animiert hast, liebe Ilse…





elisabeth arzberger


und noch etwas : nach dem Beitrag frage ich meine bloggerInnen: gibt es Gedanken, ein Gebet, ein Mantra, ein Gedicht, - das für dich/für sie  hilfreich ist, das man immer wieder hervorholt ..... 
Elisabeth schrieb:
 
"the more articulate you are 
the more dangerous words become" (May Sarton)




Fürbitten 22.7. Maria Magdalena

Die heilige Maria Magdalena
 in einem Fresko der Kirche St.Jakob in St.Ulrich Gröden Brixner Schule 15. Jahrhundert
22.7.2014 Maria Magdalena,
Wer immer Maria Magdalena war, sie war offensichtlich für Jesus ein ganz besonderer Mensch. Sie wird an erster Stelle der Frauen genannt, die Jesus geheilt hat und die ihn dann begleiteten und unterstützen. Dass Magdalena die große Sünderin war, als die sie in der Kunst so gerne dargestellt wird, ist nicht bewiesen. Sicher ist: Maria Magdalena stand beim Kreuz Jesu, sie war dabei, als man Jesus begraben hat und Maria Magdalena war die Erste, der sich Jesus nach seiner Auferstehung zuwendet. Sie ist es, die die Osterbotschaft zu den Jüngern bringt. Sie - „nur“ eine Frau. Denn bei den Juden galt die Aussagen einer Frau als nicht „zeugnisfähig“ - war nichts wert. Jesus hat das Anders gesehen. Bitten wir heute für die Frauen in unserer Gesellschaft und in der Kirche

für die vielen Frauen, die gerade in diesen Tagen überall auf der Welt um ihre Kinder weinen,
Kinder, die Opfer von sinnlosen Kiegen und Grausamkeiten geworden sind
Kinder, aber auch vielleicht selbst Täter 

für alle Frauen, die Opfer von Menschenhandel und Mißhandlung geworden sind
auch hier bei uns in Österreich

für alle Frauen auf denen heute so viel Verantwortung lastet
in der Familie, im Beruf, oft auch im Alleinleben

für alle Frauen, die oft mehr und schwerer arbeiten als Männer -
und doch weniger bezahlt bekommen

für die alten Frauen die ihre Einsamkeit oft besonders spüren
und sich nach einem langen Leben abgeschoben fühlen

bitten wir aber auch für die Frauen in unseren Pfarren
die ehrenamtlich und ganz im Stillen
- so oft auch unbedankt, - durch ihre Arbeit die Kirche mittragen

für alle Frauen, die in der Seelsorge,in den Schulen, in den Klöstern,in der Theologie
Hoffnung für eine weibliche Zukunft der Kirche sind

bitten wir auch für alle Frauen, die eine Berufung zum priesterlichen Dienst in sich spüren:
dass die Kirche mit den Augen Jesu sehen lernt 

So bitten wir dich guter Gott, behüte und segne die Zärtlichkeit und die Sehnsucht der Frauen - 
dass Männer und Frauen gemeinsam ein Schimmer und Abbild Deiner Liebe sein können - zum Heil unserer Welt. Amen

alle Christen aus Mossul vertrieben

                                                        picture-alliance/AP Photo

Eine Tragödie, eine Katastrophe im Schatten all der anderen Katastrophen

Mossul, die zweitgrößte Stadt des Irak, ist "christen-frei".
Tausende Menschen sind nach einem Ultimatum der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ (IS) – vorher (ISIS) - fluchtartig aus der Millionenstadt geflohen.
Die Islamisten hatten die Christen vor die Wahl gestellt, entweder zum Islam überzutreten oder Schutzzölle zu zahlen. Sollten sie beides ablehnen, bleibe ihnen „nur das Schwert“. hieß es in einem Flugblatt. Schon Tage zuvor beschlagnahmten IS-Anhänger die Häuser geflohener Christen und Schiiten. Der Patriarch Sako und Augenzeugen berichteten, Rebellenkämpfer hätten die Häuser von Christen mit einem N für Nassarah markiert, der im Koran verwendete Begriff für Christen. Der Sitz der syrisch-katholischen Kirche in Mossul sei niedergebrannt, Kirchen zerstört worden.

Die Christengemeinde der Millionenstadt ist eine der ältesten des gesamten Landes gewesen. Mossul hatte einst eine der größten christlichen Gemeinden im Irak. Vor der Militärintervention der USA 2003 lebten dort bis zu 200.000 Christen.
"Erstmals in der Geschichte des Iraks gibt es keine Christen mehr in Mossul." sagte der christliche Patriarch Louis Sako. Augenzeugen berichteten, die Christen seien über die Lautsprecher der Moscheen aufgefordert worden, die Stadt zu verlassen. Bei dem Versuch soll den Flüchtlingen an den Kontrollposten all ihr Geld und Schmuck abgenommen worden sein, berichten Einwohner.
Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch warnte, der Islamische Staat scheine entschlossen, "alle Spuren von Minderheitsgruppen in den Gebieten unter seiner Kontrolle im Irak zu tilgen". Andere Minderheiten wie die Jesiden, Turkomanen und die schiitische Schabak-Gemeinde hätten sogar noch mehr gelitten. 
                                                               Stringer/dpa

Die Gesellschaft für bedrohte Völker in Göttingen erklärt in einer Stellungnahme, in Mossul würden Verbrechen im Namen des Islam begangen. Aber sowohl die islamischen Politiker im Land als auch Saudi-Arabien, Katar und vor allem der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan schwiegen dazu. „Es ist ein Desaster und kommt einer ethnischen Säuberung gleich“, wird der christliche Parlamentsabgeordnete Jonadam Kanna in Bagdad zitiert. Diue Gesellschaft für bedrohte Völker  befürchtet, dass sich der IS-Terror noch ausweiten könnte: „Die Islamisten verfügen jetzt über genügend Mittel – Öl, Waffen und Geld, um ihren Kampf weiterzuführen.“ Nächstes Ziel könnte die noch starke christliche Minderheit im Libanon



                      

..in wachsenden Ringen


"Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn." 

Rainer Maria Rilke

Sonntag, 20. Juli 2014

Fürbitten 21.7. "..ein Zeichen gib uns" Mt.12.38

21.7.2014 Mo 16.Jk Mi 6.1 Mt 12.38
Im Evangelium forden heute die Schriftgelehrten und Pharisäer Jesus ziemlich rüde auf: „Wir wollen ein Zeichen sehen“. Seien wir ehrlich: empfinden wir selbst manchmal nicht ähnlich? 
"Mach doch ein durchschlagendes Wunder in dieser Welt, Mach Frieden, stell die Kämpfe ein, mach die Menschen lebendig, die als Tote in ihrem Flugzeug vom Himmel gefallen sind...wenn du Gott bist, dann...“ ja, wie oft flehen auch wir innerlich „um ein Zeichen“. so bitten wir heute

dass wir vertrauen können - auch wenn wir glauben „Gott schweigt“

dass wir vertrauen können –-auch wenn wir uns „von Gott verlassen“ fühlen

dass wir vertrauen können - auch wenn wir Gottes Nähe nicht mehr spüren

dass wir vertrauen können - auch wenn der Kinderglaube enttäuscht wird

dass wir vertrauen können - auch wenn Gott nicht gleich die Antwort auf alle Fragen ist

dass wir vertrauen können - auch wenn alles ganz anders kommt


Du guter Gott, so sehr bitten wir um Frieden, so sehr bitten wir um Heil für alle Menschen, so sehr wünschen wir uns selbst ein bißchen Glückseligkeit und Frieden. Und doch gibt es Krieg, gibt es Tod, gibt es so viel Leid und oft im eigenen Leben Enttäuschung und Mühseligkeit. Hilf uns, dass wir unser Leben ganz auf Jesus zu setzen. Dass wir an die Auferstehung aus allem Tod glauben.  Amen

Samstag, 19. Juli 2014

Geduld, Geduld, Geduld - Kommentar zu Mt.13.24

20.7.2014 16 SJk Mt.13.24 Unkraut, Senfkorn, Sauerteig

Geduld, Geduld, Geduld – das ist für mich das Grundthema in allen drei Gleichnissen.

Der Weizen und dazwischen das Unkraut: no problem, einfach mal schauen, was bis zur „Ernte“
seinen guten Bestand hat. Macht euch keine Sorgen ob auch alles, was ihr tut, wirklich den höchsten Kriterien genügt – wie schön kann auch das Unkraut blühen. Wie oft pflücke ich mir so einen Blumenstrauß von der Wiese, manchmal sogar noch von einem Acker.
Vieles wird man gar nicht verbrennen müssen. Gott hat seinen eigenen Blick .. - Geduld

das Senfkorn, dieses Gefühl „ich hab nicht viel einzubringen ins Leben“, was hab ich schon geleistet,ich bin ein no-name: was kann ich Gott vorzeigen, was biete ich der Gesellschaft, so eine kleine Nummer bin ich …. keine Sorge, das Aller-Allerkleinste: einfach WACHSEN LASSEN … das Senfkorn selbst weiß gar nichts von seiner Größe, es lässt es geschehen...Geduld

der Sauerteig, wenn mir das Leben „nicht schmeckt“. Was bringt es schon an Aufregung, alles wie eingeschlafen, ich ersticke in der Routine, wie oft will man ausbrechen, einfach so...weil es so sinnlos scheint … aber Geduld: spür es auf,dieses ganz kleine Bröckerl an Sauerteig - an Freude. Freude die da ist – Freude, Dankbarkeit...sie können deinem ganzen Leben wieder Geschmack geben..
Geduld

Rainer Maria Rilke drückt es so wunderbar aus, in seinem Brief 1903 an einen jungen Schriftsteller: „haben sie Geduld gegen alles Ungelöste in Ihrem Herzen, versuchen sie, die Fragen selbst liebzuhaben ...Forschen Sie jetzt nicht nach den Antworten, die Ihnen nicht gegeben werden können, weil Sie sie nicht leben könnten. Und es handelt sich darum, alles zu leben. Leben Sie jetzt die Fragen. Vielleicht leben Sie dann allmählich, ohne es zu merken, eines fernen Tages in die Antwort hinein.“ 

Kommentar für  


Fürbitten 20.7. voll Vertrauen leben ....Mt.13.24

20.7.2014 16 S.Jk Mt.13.24 Unkraut Senfkorn, Sauerteig
Die Gleichnisse vom Himmelreich: Ich erinnere mich an Zeiten, als vor allem diese Evangeliumsstelle vom Unkraut unter dem Weizen verwendet worden ist, um Angst zu machen. Am Ende wird Gott mit uns abrechnen, derweil schaut er halt einmal ein bissl zu, wie sich so alles entwickelt.Wir müssen täglich unser Letztes geben, an unserm Heil arbeiten mit Hangen und Bangen.
Es ist sicher ganz Anders. Wir können ganz vertrauensvoll leben. Das Himmelreich ES IST SCHON DA, das Reich Gottes ist schon mitten IN uns, auch wenn wir es nicht immer erkennen. In allem was wir tun , in allem was gelingt oder auch nicht gelingt: es ist Reich Gottes. Es ist Gottes Gegenwart mitten unter uns. Es ist tröstlich, was Jesus sagt: wir müssen uns nicht so viel Sorgen um Richtig oder falsch machen: Diese Entscheidung nimmt uns Gott ab. Tun wir einfach unser Bestes. So bitten wir heute

um Geduld,
wenn wir uns abstrampeln und doch oft nicht das Richtige dabei herauskommt
Du Gott mit uns A wir bitten dich erhöre uns

um einen langen Atem,
wenn wir vieles planen, und oft nicht genug Unterstützung und Zuspruch bekommen
Du Gott mit uns A wir bitten dich erhöre uns

um Gelassenheit
wenn es im Zusammenleben in der Gemeinschaft, in der Partnerschaft oder am Arbeitsplatz immer wieder Probleme gibt
Du Gott mit uns A wir bitten dich erhöre uns

um einen klaren Kopf,
dass wir uns nicht verrückt machen lassen von schlechten Nachrichten, von Terrorgefahr, von Wirtschaftskrise.
Du Gott mit uns A wir bitten dich erhöre uns

um innere Ruhe,
wenn sich die Gedanken im Kreis drehen, wenn uns Entscheidungen schwer fallen, wenn wir unsicher sind
Du Gott mit uns A wir bitten dich erhöre uns

um Vertrauen
so vieles gibt es, worauf wir gar keinen Einfluß haben, wo wir uns hilflos fühlen: die schrecklichen Kriege, die Not der Menschen, das sinnlose Leid: auch das halten wir dir hin
Du Gott mit uns A wir bitten dich erhöre uns

um ganz liebevolle Augen bitten wir,
weil wir selbst und auch die anderen nie so sind, wie wir es gerne hätten,
aber weil wir alle von Gott geliebt und gewollt sind
Du Gott mit uns A wir bitten dich erhöre uns


So legen wir alles in deine gute Hand, Gott. Das Wollen und das Vollbringen, das Scheitern und das Gelingen, das Sichere und das Unsichere. In der Liebe Jesu sind wir alle geborgen. Amen




Freitag, 18. Juli 2014

Fürbitten 19.7. Warum ......?

19.7.2014
Eine Woche geht zu Ende. Wir sind dankbar für alles, was gelungen ist, es tut uns leid, wo wir
die Dinge nicht so vorangebracht haben, wie wir wollten. Aber wir sind dankbar und zufrieden,wir können beruhigt alles in Gottes Hand legen - und doch gibt es so viel Leid, das uns stumm macht und in dem wir keinen Sinn erkennen. Bitten wir heute

für die fast 300 toten Menschen, Kinder, Studenten, Wissenschaftler, Urlauber, Männer, Frauen,Mütter und Väter in der vermutlich abgeschossenen malysischen Boing 777
GOTT ERBARME DICH

für die vielen sinnlos gestorbenen jungen Menschen im Bürgerkrieg in der Ukraine
GOTT ERBARME DICH

für das gegenseitige Morden zwischen Israelis und Palästinensern, das sie Krieg nennen
GOTT ERBARME DICH

für die Menschen in Syrien – verzweifelt in einem Bürgerkrieg, der ihre Gegenwart und ihre Zukunft zerstört
GOTT ERBARME DICH

für die Menschen im Irak und in Afghanistan, für die Menschen in so vielen Teilen Afrikas -
aufgerieben in ethnischen Konflikten
GOTT ERBARME DICH

für den nicht abebbenden Strom der afrikanischen Flüchtlinger in Lampedusa, auch sie heimatlos und ohne Zukunfstperspektive
GOTT ERBARME DICH

für die Asyanten und Flüchtlinge in unseren Ländern, für die Armen und die,die es sich nicht im Leben richten können
GOTT ERBARME DICH

Erbarme dich,erbarme dich Gott – in Namen Jesu bitten wir für alle die leiden und verzweifelt sind – nimm dich ihrer an,erbarme dich …. Amen

die Welt in einem Sandkorn


"Die Welt in einem Sandkorn erblicken
und den Himmel in einer wilden Blume.
Die Unendlichkeit in deiner Handfläche halten
und die Ewigkeit in einer Stunde." 

William Blake

Donnerstag, 17. Juli 2014

Fürbitten 18.7. "Vorschrift ist Vorschrift" Mt.12.1


18.7.2014 Mt.12.1 Barmherzigkeit will ich - nicht Vorschriften (Opfer)
Wieder einmal geht es um die „Heiligen Vorschriften“ Vor mehr als 2.000 Jahren war das offensichtlich nicht anders als heute. Wenn nur die Vorschriften eingehalten sind.....Die Pharisäer jammern Jesus an – und auch heute ist in unserer Kirche oft nicht viel anders. „Da gibt’s Vorschriften, und an die müssen wir uns halten“. Aber es sind Menschen, die diese Vorschriften gemacht haben, (man könnte sie also auch ändern)und es sind Menschen, denen die Vorschriften dienen sollen (und nicht umgekehrt)…. Auch heute könnte Jesus genau das sagen,was er damals sagte: ich will nicht eure Vorschriften, ich will Liebe und Barmherzigkeit. So bitten wir heute

dass wir uns nicht hinter Vorschriften verschanzen
wenn es um die wiederverheirateten Gschiedenen geht

dass wir uns nicht hinter Vorschriften verschanzen
wenn es um homosexuelle Liebe geht

dass wir uns nicht hinter Vorschriften verschanzen
wenn wir mit neuen Formen der Familie konfrontiert sind

dass wir uns nicht hinter Vorschriften verschanzen
wenn es um den Zölibat der Priester geht

dass wir uns nicht hinter Vorschriften verschanzen
wenn es um die Frage der Weihe von Frauen geht

dass wir uns nicht hinter Vorschriften verschanzen
wenn unser Einsatz für Menschen gefragt ist

dass wir uns nicht hinter Vorschriften verschanzen
wenn Gott uns neu und lebendig haben will

Du guter Gott: nicht das Einhalten von Vorschriften willst du sondern unsere Liebe. Nicht Pflichterfüllung sondern unsere Freude. Schenke uns in Jesus jeden Tag mehr Vertrauen in unser Leben, so dass wir nicht an starren Formeln und Ritualen festhalten müssen. Schenke uns die Freiheit der Kinder Gottes. Darum bitten wir. Amen

wie das mit dem Himmel sein wird?

"Den Himmel gibt es nicht allein" 
Martin Buber

Mittwoch, 16. Juli 2014

Fürbitten 17.7. selbstlos und gütig Mt.11.28


17.7.2014 Jes.26.7. Mt.11.28 ihr werdet Ruhe finden
 Einen Klagepsalm hören wir heute bei Jesaia – und doch getragen von tiefem Vertrauen
„Wir verschafften dem Land kein Heil – dein Tau aber ist Leben und Licht. Und im Evangelium sagt Jesus: „ich weiß,wie erschöpft ihr oft seid – tragt mich in eurem Leben (so will ich „nehmt mein Joch auf euch“ übersetzen) – nehmt mich in euer Leben, ich will euch aufatmen lassen.
Aber eines sagt Jesus auch: ich bin gütig und selbstlos – lernt von mir  so bitten wir heute

lehre uns gütig sein -
dass wir lernen, unsere Unruhe auszuhalten
dass wir uns gerade in den Ferien gegen die Hektik wehren
die wir uns oft selbst und die uns andere überstülpen

lehre uns selbstlos werden
dass wir weniger gekränkt sind
wenn wir nicht die Zuneigung bekommen,
die wir so sehr bräuchten

lehre uns gütig sein
dass wir Anderen Kraft und Mut geben,
dasswir niemand überfordern
dass wir niemand mit Kritik niederdrücken

lass uns selbstlos werden
dass wir es aushalten,
wenn vieles auch heute nicht perfekt verläuft
dass wir uns an dem freuen, was uns glückt

lass uns gütig sein
dass wir dankbar in unseren Gemeinschaften und Familien sind
dass wir das Anderssein-der Anderen aushalten
dass wir Fehler ausbügeln

lass uns selbstlos werden
dass wir bereit sind, dort los zu lassen,
wo du anderes für uns vorhast
dass wir nicht unseren eigenen Plänen nachlaufen
sondern annehmen, was kommt

Du guter Gott, trag du unser Leben mit – dann werden wir mit Jesus Ruhe finden in unserem Herzen. Schenk DU den Frieden für unsere Welt. Wir allein schaffen es nicht.Amen






Frauen als Kardinäle! - warum immer nur nach "Priesterinnen fragen"

                                                             Johanna Rahner

Es ist schon etwas Besonderes: die deutsche Theologin Johanna Rahner übernimmt den Lehrstuhl für Dogmatik, Dogmengeschichte und Ökumenische Theologie an der Eberhard Karls Universität in Tübingen, den bis 1996 Hans Küng innehatte. Die renommierte Theologin war bisher Professorin für Systematische Theologie an der Universität Kassel - und sie hat keinerlei Berührungsängste, was katholische Priesterinnen betrifft.
Vor einem Jahr vo der Zeitung "Die Zeit" danach gefragt, antwortete Rahner belustigt: Warum fragen sie "Frauen als Priester? - NEIN, ALS KARDINÄLE!" -
Und sie argumentiert: „Die Apostel mögen ja männliche gewesen sein“, das hindere die Kirche heute jedoch keineswegs, „Priesterinnen“ einzuführen. „Männliche Apostel sind also ein schwaches Argument gegen Frauenordination“, so die Theologin.

Prof. Johanna Rahner ist - der Name wird bei vielen Assoziationen wecken - mit dem Theologen Karl Rahner (1904-1984) verwandt, der den sogenannten Konzils-Geist und die Öffnung der Kirche in den 7oer Jahren maßgeblich geprägt hat. HEUTE sagte Johanna Rahner: auch ihr Vorgänger Hans Küng habe sich über die Grenzen der katholischen Kirche hinweggewagt, deshalb sei er auch außerhalb der Kirche als Gesprächspartner ernst genommen worden.

                                                   Karl Rahner                     Johanna Rahner
                                                                     Hans Küng


Die Kirchenzeitung JA bringt in ihrer jüngsten Ausgabe eine Zusammenfassungeines Interviews, dass die deutsche Wochenzeitung "Die ZEIT" in ihrer jüngsten Ausgabe mit Johanna Rahner geführt hat:

„Wir sind alle auf der Suche“
Die Kirche sei mit der Welt unterwegs und teile daher immer auch ihre Vorläufigkeit. Die Attitüde „Wir haben die Wahrheit, die anderen suchen sie noch“ sei theologische Hybris.
Die Kirche soll von der Wahrheit sprechen, aber auch wissen, dass keiner sie besitze: „Wir alle sind auf der Suche.“ Es gebe in der Kirche verbindliche Lehrentscheidungen, „den Versuch der Beschreibung der Wahrheit für eine jeweilige geschichtliche Stunde.“ Doch gelte auch die Erkenntnis Karl Rahners: „ Jede Wahrheit kann eine Minute nach ihrer Verkündigung schon falsch sein.“
Alte Wahrheiten übersetzen
Alte Wahrheiten müssten übersetzt werden, etwa die Menschwerdung Gottes. Menschsein im Christentum heiße, dass Gott den Menschen frei macht, dass Gott „unsere Individualität anerkennt.“  Die menschliche Würde sei der Kern des Christentums.
In Sachen Würde der Frau und Emanzipation sollte die Kirche eine Vorreiterrolle spielen, begründet in der Schöpfungsgeschichte.
 
Für das Frauenpriestertum
Johanna Rahner spricht sich für das Frauenpriestertum aus und bemüht ihren Verwandten Karl Rahner. Dieser habe einmal formuliert, dass er kein theologisches Argument für die Verweigerung der Frauenordination kenne. Jedes Argument werde durch das Prinzip der Gleichberechtigung aus der Genesis wieder entkräftet.
Das Gegenargument, die Apostel wären Männer gewesen, hält die Theologin für schwach. Die schlichte Gleichsetzung sei ein historischer Unfug: „Weder ist historisch betrachtet Petrus der Papst, noch sind die Bischöfe einfach Nachfolger der Apostel.“

Tadel auch für Protestanten
Die deutschen Protestanten würden derzeit auch nicht den besten Eindruck machen, sagt Rahner: „Man scheint immer noch nicht sagen zu können, was protestantisch heute heißt, ohne sich am Katholizismus abzuarbeiten.“
Die Profilierungsnot reiche mit Blick auf das Reformationsjubiläum 2017 soweit, dass Martin Luther gar zum Erfinder der Demokratie, der Freiheit und der Toleranz stilisiert werde: „Diese konfessionelle Neurose ist lächerlich.“
Das Erbe der Reformation sei vielmehr ein gemeinsames: Die Erkenntnis, dass stets neu um den Glauben gerungen werden müsse.

Quelle 


PS wer Kirche liebevoll bis wohlwollend wahrnimmt und sie dennoch kritisch sieht, dem sei 
"JA-die neue Kirchenzeitung" wärmstens empfohlen! auch online