Sr.Heidrun Bauer SDS Salvatorianerin
in einem graphisch sehr schön gestalteten "Meditiations"Buch,in dem ich immer wieder blättere und lese finde ich die Widmung: " Wien, 30. Nov.2006 Fest des Apostels Andreas ....oft habe ich sie im Gottesdienst der St.Josef Krankenhauskapelle wahrgenommen..öfters wäre ich gerne mit ihnen ins Gespräch gekommen..heute ist es möglich geworden und ich bin von Herzen dankbar, dass wir uns auch über das "Jenseitige" im Diesseits unterhalten..vielmehr tiefer eintauchen können ins LEBEN, wie es ist! Im Glauben verbunden Sr.Heidrun Bauer"
Eine junge Salvatorianerschwester - "jung" mag sie nicht - ich erinnere mich gut an unser Gespräch.
ja, das JENSEITIGE im DIESSEITIGEM - im JETZT: ALLES
WAHRNEHMEN im AUGENBLICK
Es ist das, was Sr.Heidrun mit ihren Bildern, Collagen, Gedichten macht und vermittelt.
Jetzt ist sie selber dran!
Trinität
Unter der Anfrage von Ilse:
wie befreiend und heilend ist Kunst - ist das auch der "göttliche" Aspekt von Kunst?
wohinein verliert man sich - und worin "findet" man sich?
hier (m)ein blog-Beitrag - mein erster!
„Die Kunst ist eine Tochter der Freiheit.“ (Friedrich Schiller), mit diesem Satz stimme ich überein. Auch im neuen Testament, im Johannesevangelium, Kapitel 8, Vers 36 steht geschrieben: „Wenn euch also der Sohn befreit, dann seid ihr wirklich frei.“ Gemeint ist beim Wort Sohn in diesem Fall Jesus von Nazareth, der MenschenSOHN, der GottesSOHN, der Heiland der Welt, der Salvator, dem ich als Ordensfrau, als Salvatorianerin, mein Leben geweiht habe.
Freiheit verstanden als ein gebunden SEIN, als ein verbindliches JA zu einem DU, dem göttlichen DU, wo, wenn ich mich voll und ganz binde, mir auch SEINE verbindliche Treue zugesagt ist - auf ewig, über den Tod hinaus. Darin wurzelt mein Begriff von Freiheit: Im mich Zentrieren, mich Verankern im Mittelpunkt, um mich dann „in diesem gebunden SEIN“ hinaus zu lehnen, hinein zu wagen in ungeahnte Weiten, Tiefen und Höhen.
Meine ART Kunst zu leben, hat sich in den letzten Jahren von einem mich existenziell Ausdrücken, zu einem meinem Glauben Ausdruck verleihen bis hin zur Gestaltung von Räumen gewandelt. In meinen Anfängen in Gurk in Kärnten war mir jener Freiraum geschenkt, wo ich mit den mir von Gott und den Salvatorianern (was die Räume betrifft!) gegebenen Möglichkeiten experimentieren konnte.
in Gurk
Malraum Atelier
Nachdem unsere Gemeinschaft in Gurk im Jahre 2008 aufgelöst wurde und ich mit meinem - nunmehr dritten - Atelier nach Schwarzau/Stfld. übersiedelte, standen vermehrt Raumgestaltungen am Programm: Gebetsräume in Budapest und Wien, Räume im St. Josef Krankenhaus in Wien - Verabschiedungsräume, Patientenzimmer, Verwaltungsräume -, Kreuzwegstationen in Deutschland etc.
Gebetsraum Budapest
Bilder am Gang Gynäkologiestation Krankenhaus St.Josef,Wien
Gebetsraum Schloßberggasse
Stiegenhaus Kombi
Ausstellung Herberstein
Ergänzend dazu blieb ich dem treu was mich immer wieder erneut bewegt, Glaubens- und Lebenserfahrungen, die ja nicht voneinander zu trennen sind, ins Bild und ins Wort zu bringen. Bei meinen Ausstellungen in Österreich lese ich auch immer wieder aus meinen Büchern mit den Titeln: LichtBlicke, Seelenspuren, Glaubensspuren.
Lesung Buchhandlung Herder
Dabei spielt die Mystik eine bedeutende Rolle.
In diesem Zusammenhang zitiere ich gerne Karl Rahner (1904 - 1984). Sicher keine einfache Kost, dafür umso gehaltvoller und sie regt zum Nachdenken an:
…der Christ der Zukunft wird ein Mystiker sein oder nicht mehr sein . Der Fromme von morgen wird ein .Mystiker` sein, einer, der etwas .erfahren` hat, oder er wird nicht mehr sein, weil die Frömmigkeit von morgen nicht mehr durch die im voraus zu einer personalen Erfahrung und Entscheidung einstimmige, selbstverständliche öffentliche Überzeugung und religiöse Sitte aller mitgetragen wird, (…)Die Mystagogie muß von der angenommenen Erfahrung der Verwiesenheit des Menschen auf Gott hin das richtige .Gottesbild` vermitteln, die Erfahrung, daß des Menschen Grund der Abgrund ist: daß Gott wesentlich der Unbegreifliche ist; daß seine Unbegreiflichkeit wächst und nicht abnimmt, je richtiger Gott verstanden wird, je näher uns seine ihn selbst mitteilende Liebe kommt.
Ja ich darf sagen, dass ich eine bin, die in dem oben genannten Sinne „etwas erfahren hat“. Und da ist es gut „Mittel“, wie das Malen und Schreiben zur Hand zur haben, wodurch ich diesen Erfahrungen Ausdruck verleihe. Nicht nur mir tut es gut zu sehen und zu lesen, was mich innerlich bewegt, erfüllt, prägt. Auch viele Frauen und Männer machen sich heute (wieder) auf die Suche nach zeitgemäßer Glaubens-Sprache. Genau diese Menschen sprechen meine Bilder, Faltkarten und Bücher an.
Ich meine, Gott hat jedem Menschen Talente und Fähigkeiten anvertraut, damit sie oder er diese entfaltet und so Gottes unendliche Vielfalt und Größe sichtbar wird. Mich selbst erfahre ich als eine Frau, die auf einmalige und einzigartige Weise von Gott beschenkt - begnadet - ist, um so ein Geschenk für die anderen zu sein. Dafür bin ich dankbar und das ist etwas Wunderbares und Schönes.
Auch in meiner Arbeit als Geistliche Begleiterin darf ich da sein für Menschen, die in großer Eigenständigkeit ihrem Glauben (wieder) auf die Spur kommen wollen, „ihrem Gott“ auf Augenhöhe begegnen wollen bzw. ihr Leben neu ordnen wollen. Dabei erfahren sie, dass es das wirklich gibt: Leben in Fülle! (vgl. Johannesevangelium, Kapitel 10, Vers 10)
Gebetsraum Atelier Ostern
Gedanken vom Maler Vincent van Gogh (1853 - 1890)
„Er - Christus - hat unbeirrt als Künstler gelebt, ein größerer Künstler als irgendeiner: den Marmor, den Ton und die Palette verachtend, denn er arbeitete in lebendigem Fleisch. Dieser unglaubliche Künstler, der für das grobe Instrument unseres modernen, nervösen und zerrütteten Gehirns unbegreiflich ist, schuf weder Statuen noch Bilder noch Bücher, er schuf wirklich lebende Menschen, Unsterbliche … Seine gesprochenen Worte, die er nicht einmal für nötig hielt aufzuschreiben, sind der höchste Gipfel, den je die Kunst erreicht hat; in solcher reinen Höhe bekommt sie Schöpferkraft, erhabenste Schöpferkraft.“
Lyrik von Schwester Heidrun Bauer SDS:
Einfachheit
im
stillen
Da-Sein
Raum
öffnen
für
Menschen
die göttliche Gegenwart
im
Blick
die neue Zeit
hat
schon
begonnen
mit DIR
dem
FriedensLicht
in
MenschenNacht
bist
AuferstehungsLeib
inmitten
fassbarer Welt
Entscheidung
ab heute
wartet
manch
alte Antwort
vergeblich
auf
meine Frage
Schöpfer - Geschöpf
SEIN
und
ABGLANZ
geben
und
empfangen
nur
wenig
geringer …
… geschaffen
nach
Deinem
Bild
das
wahre
SEHEN
beginnt
jenseits
mitten
im
LEBEN
… und wer noch gerne mehr sehen und lesen möchte, genau hier, gibt es mehr davon:
http://www.salvatorianerinnen.at/neu/index.php?option=com_content&task=blogcategory&id=69&Itemid=118
Mittwoch, 23. Juli 2014
Dienstag, 22. Juli 2014
Fürbitten 23.7. hl.Brigitta von Schweden, Mitpatronin Europas
Die
heilige Birgitta, Holzschnitt 1496
23.7.2014 Brigitta von Schweden
Birgitta von
Schweden ist eine der ganz starken Frauen in der Kirchengeschichte.
Ehefrau und
Mutter – Klostergründerin und Mystikerin, sie führte politische
Verhandlungen, wollte die Kirchenreform vorantreiben. Frauen wie sie
machen deutlich, welche Stärke und welche Begabungen Frauen in die
Gesellschaft und in die Kirche einbringen können.
Birgitta
von Schweden ist auch Mitpatronin Europas. Bitten wir angesichts der
immer bedrohlicheren Lage in der Ukraine um eine Chance für ein Ende
der Kämpfe
Du
guter Gott: erhöre uns
bitten
wir für die Angehörigen der Opfer des unfaßbaren
Flugzeugabschusses in der Ukraine. Bitten wir auch für die Opfer der schrecklichen Flüchtlingstragödie in Lampedusa. So viele 'Kinder sind da wie dort unter den Toten
wir
bitten für alle, die von der Wirtschaftskrise in Europa betroffen
sind, besonders für die Jugendlichen ohne Arbeit
bitten wir um gute Reformen in unserer
Kirche, dass Papst Franziskus in seiner Arbeit
nicht behindert wird
bitten wir für
die jungen Männer, die eben erst zu Priestern geweiht worden sind
Auch für alle „schon“ Priester und Ordensleute: dass die Freude
ihrer Berufung sie auch in den Krisen und Tiefen ihres Lebens trägt.
Bitten wir auch dass die Berufung und
das Charisma der Frauen in der Kirche nicht ängstlich
behindert wird
dass nicht allein schon das Wort
„Reform“ in der Kirche auf so viel Angst und Abwehr stößt
bitten
wir nicht zuletzt um ein bißchen mehr Mystik in unserer Theologie
und für uns selbst:
um
ein eigenes „Gott erfahren“, denn nur das trägt ein ganzes Leben
So bitten wir auf die Fürsprache der
heiligen Brigitta von Schweden: heile nicht nur das, was in uns
selbst noch Heilung braucht – heile auch unsere Gesellschaft von allem,
was sie hart und unsolidarisch macht. Darum bitten wir durch Jesus
unseren Herren und Bruder. amen
Montag, 21. Juli 2014
Elisabeth - ganz AUG, ganz OHR
Elisabeth Arzberger
Wenn "Perfektion" sich einen Vor-Namen wünschen tät, ich würde "Elisabeth" vorschlagen.
Elisabeth ist eine alte ORF-Journalistinnen Liebe von mir. Das heißt, so wirklich eng waren wir gar nicht befreundet. Und doch - sobald ich ihr in einem der Studiogänge begegnete - hat sie "Freude" in mir ausgelöst. Sie galt als "Aufnahmeperfektionistin" für ihre Sendungen, Tontechniker sprachen nur mit größter Hochachtung von ihr. Aber sie wandelte nicht gemessenen Schrittes durch die Gänge, voll von eigener Wichtigkeit, sie war lustig, lebendig, quirlig, immer an den Anderen interessiert.
Irgendwann ging sie dann plötzlich nach Deutschland, wir verloren uns aus den Augen -
aber WO findet man einander wieder: in den Weiten und Tiefen des Internets, im facebook...
hier lerne ich nun eine Elisabeth kennen die nicht mehr GANZ OHR ist, wie im Radio,
sondern GANZ AUG - ...
wenn ich ihre Bilder sehe, SEHE ich anders -
und immer wieder löst es bei mir den selben Reflex aus: Freude.
Freude an den DINGEN - in die ich durch Elisabeth ein bißchen tiefer blicke
Über sich selbst schreibt sie:
"37 jahre lang hab ich - zuerst im ORF in Wien, dann beim SWR in
Stuttgart - den wunderbarsten beruf der welt gehabt: ich hab radio
gemacht! als journalistin, autorin, regisseurin, redakteurin,
produzentin. und das allerschönste: ich konnte mit ideen spielen so viel
ich wollte...
etwas, was ich immer noch mache. und so schön
meine arbeit war - ich vermisse sie nicht, sondern freu mich, dass ich
jetzt andere spielwiesen für ideen hab..."
.Ja, und ich hab sie gebeten, über diese,ihre Freude zu schreiben, denn das strahlt sie aus
über
die freude soll ich Dir schreiben…
heute
zum beispiel…
noch
beim aufwachen bin ich voll der klänge des gestrigen konzerts -
vokalmusik
der renaissance… die freude über die musik begleitet mich in den
tag.
das
ist eine freude, die mit dem beruf zusammenhängt, den ich beinahe 40
jahre
lang ausgeübt hab & in dem die ohren mein wichtigstes ”werkzeug”
waren.
aber auch die professionalität und - ja! - auch perfektionismus…
jetzt
bin ich amateurin - und das heisst für mich und im vollen wortsinn:
ich
kann
mir den luxus erlauben, nur das zu tun, was ich liebe. die reine
freude!
auch
deshalb, weil sich die professionalität und der perfektionismus ja
nicht
verflüchtigt
haben, sondern mir auch in der photographie grosse freude
bereiten.
beim schauen, beim sehen, beim entdecken.
und
es spielt keine rolle, dass es xillionen von pflanzenbildern gibt -
die
faszination
des gartens halte ich immer wieder fest und freue mich drüber.
zu
jeder jahreszeit…
die
freude an museumsbesuchen verbinde ich seit einiger zeit damit, die
museumsgebäude
näher kennenzulernen. kunst zu photographieren
interessiert
mich nicht, denn die schau ich mir lieber ”in echt” an, aber ich
finde
es ungeheuer spannend, was es in und an den bauten selbst zu
entdecken
gibt… spiegelungen und reflexe zum beispiel, wie neulich, als ich
im
Hamburger
Bahnhof in Berlin war…
oder
wunderbare details, die mich in der Pinakothek der Moderne in München
fasziniert
haben…
es
ist aber auch die freude an ganz banalen dingen, deren schönheit ich
entdecke…
”lange leitung” heisst zum beispiel eine serie, zu der seit
jahren
immer
wieder neue bilder dazukommen…
die
freude auch am spielen - kaputte gläser zum beispiel werden erst
entsorgt,
nachdem
ich sie vor meine kamera geholt hab…
und
auch an rostigen dingen hab ich meine freude…
und,
und, und…
und
ich freu mich drüber, dass Du mich zum nachdenken über die freude
animiert
hast, liebe Ilse…
elisabeth arzberger
und
noch etwas : nach
dem Beitrag frage ich meine bloggerInnen: gibt es Gedanken, ein
Gebet, ein Mantra, ein Gedicht, - das für dich/für sie hilfreich ist, das
man immer wieder hervorholt .....
Elisabeth schrieb:
"the
more articulate you are
the more dangerous words become" (May
Sarton)
Fürbitten 22.7. Maria Magdalena
Die heilige Maria
Magdalena
in einem Fresko der Kirche St.Jakob in St.Ulrich Gröden Brixner Schule 15.
Jahrhundert
22.7.2014 Maria Magdalena,
Wer immer Maria
Magdalena war, sie war offensichtlich für Jesus ein ganz besonderer
Mensch. Sie wird an erster Stelle der Frauen genannt, die Jesus
geheilt hat und die ihn dann begleiteten und unterstützen. Dass
Magdalena die große Sünderin war, als die sie in der Kunst so gerne
dargestellt wird, ist nicht bewiesen. Sicher ist: Maria Magdalena
stand beim Kreuz Jesu, sie war dabei, als man Jesus begraben hat und
Maria Magdalena war die Erste, der sich Jesus nach seiner
Auferstehung zuwendet. Sie ist es, die die Osterbotschaft zu den
Jüngern bringt. Sie - „nur“ eine Frau. Denn bei den Juden galt
die Aussagen einer Frau als nicht „zeugnisfähig“ - war nichts
wert. Jesus hat das Anders gesehen. Bitten wir heute für die Frauen
in unserer Gesellschaft und in der Kirche
für die vielen
Frauen, die gerade in diesen Tagen überall auf der Welt um ihre
Kinder weinen,
Kinder, die Opfer
von sinnlosen Kiegen und Grausamkeiten geworden sind
Kinder, aber auch vielleicht selbst Täter
Kinder, aber auch vielleicht selbst Täter
für alle Frauen,
die Opfer von Menschenhandel und Mißhandlung geworden sind
auch hier bei uns
in Österreich
für alle Frauen auf denen heute so
viel Verantwortung lastet
in der Familie, im
Beruf, oft auch im Alleinleben
für alle Frauen, die oft mehr und
schwerer arbeiten als Männer -
und doch weniger bezahlt bekommen
für die alten
Frauen die ihre Einsamkeit oft besonders spüren
und sich nach
einem langen Leben abgeschoben fühlen
bitten
wir aber auch für die Frauen in unseren Pfarren
die ehrenamtlich und ganz im Stillen
- so oft auch unbedankt, - durch ihre
Arbeit die Kirche mittragen
für alle Frauen, die in der
Seelsorge,in den Schulen, in den Klöstern,in der Theologie
Hoffnung für eine weibliche Zukunft
der Kirche sind
bitten wir auch für alle Frauen, die
eine Berufung zum priesterlichen Dienst in sich spüren:
dass die Kirche mit den Augen Jesu
sehen lernt
So bitten wir dich guter Gott, behüte und segne die Zärtlichkeit und die Sehnsucht der Frauen -
dass Männer und Frauen gemeinsam ein Schimmer und Abbild Deiner Liebe sein können - zum Heil unserer Welt. Amen
alle Christen aus Mossul vertrieben
picture-alliance/AP Photo
Eine Tragödie, eine Katastrophe im Schatten all der anderen Katastrophen
Tausende Menschen sind nach einem Ultimatum der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ (IS) – vorher (ISIS) - fluchtartig aus der Millionenstadt geflohen.
Die Islamisten hatten die Christen vor die Wahl gestellt, entweder zum Islam überzutreten oder Schutzzölle zu zahlen. Sollten sie beides ablehnen, bleibe ihnen „nur das Schwert“. hieß es in einem Flugblatt. Schon Tage zuvor beschlagnahmten IS-Anhänger die Häuser geflohener Christen und Schiiten. Der Patriarch Sako und Augenzeugen berichteten, Rebellenkämpfer hätten die Häuser von Christen mit einem N für Nassarah markiert, der im Koran verwendete Begriff für Christen. Der Sitz der syrisch-katholischen Kirche in Mossul sei niedergebrannt, Kirchen zerstört worden.
Die Christengemeinde der Millionenstadt
ist eine der ältesten des gesamten Landes gewesen. Mossul hatte
einst eine der größten christlichen Gemeinden im Irak. Vor der
Militärintervention der USA 2003 lebten dort bis zu 200.000
Christen.
"Erstmals in der Geschichte des Iraks gibt es keine Christen
mehr in Mossul." sagte der christliche Patriarch Louis Sako.
Augenzeugen berichteten, die Christen seien über die Lautsprecher
der Moscheen aufgefordert worden, die Stadt zu verlassen. Bei dem
Versuch soll den Flüchtlingen an den Kontrollposten all ihr Geld und
Schmuck abgenommen worden sein, berichten Einwohner.Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch warnte, der Islamische Staat scheine entschlossen, "alle Spuren von Minderheitsgruppen in den Gebieten unter seiner Kontrolle im Irak zu tilgen". Andere Minderheiten wie die Jesiden, Turkomanen und die schiitische Schabak-Gemeinde hätten sogar noch mehr gelitten.
Stringer/dpa
Die Gesellschaft für bedrohte Völker in Göttingen erklärt in einer Stellungnahme, in Mossul würden Verbrechen im Namen des Islam begangen. Aber sowohl die islamischen Politiker im Land als auch Saudi-Arabien, Katar und vor allem der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan schwiegen dazu. „Es ist ein Desaster und kommt einer ethnischen Säuberung gleich“, wird der christliche Parlamentsabgeordnete Jonadam Kanna in Bagdad zitiert. Diue Gesellschaft für bedrohte Völker befürchtet, dass sich der IS-Terror noch ausweiten könnte: „Die Islamisten verfügen jetzt über genügend Mittel – Öl, Waffen und Geld, um ihren Kampf weiterzuführen.“ Nächstes Ziel könnte die noch starke christliche Minderheit im Libanon
..in wachsenden Ringen
"Ich
lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn."
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn."
Rainer Maria Rilke
Sonntag, 20. Juli 2014
Fürbitten 21.7. "..ein Zeichen gib uns" Mt.12.38
21.7.2014 Mo
16.Jk Mi 6.1 Mt 12.38
Im Evangelium
forden heute die Schriftgelehrten und Pharisäer Jesus ziemlich rüde
auf: „Wir wollen ein Zeichen sehen“. Seien wir ehrlich: empfinden wir selbst manchmal
nicht ähnlich?
"Mach doch ein durchschlagendes Wunder in dieser Welt, Mach Frieden, stell die Kämpfe ein, mach die Menschen lebendig,
die als Tote in ihrem Flugzeug vom Himmel gefallen sind...wenn du
Gott bist, dann...“ ja, wie oft flehen
auch wir innerlich „um ein Zeichen“. so bitten wir heute
dass wir
vertrauen können - auch wenn wir glauben „Gott schweigt“
dass wir
vertrauen können –-auch wenn wir uns „von Gott verlassen“
fühlen
dass wir
vertrauen können - auch wenn wir Gottes Nähe nicht mehr spüren
dass wir
vertrauen können - auch wenn der Kinderglaube enttäuscht wird
dass wir
vertrauen können - auch wenn Gott nicht gleich die Antwort auf alle
Fragen ist
dass wir
vertrauen können - auch wenn alles ganz anders kommt
Du guter Gott, so
sehr bitten wir um Frieden, so sehr bitten wir um Heil für alle
Menschen, so sehr wünschen wir uns selbst ein bißchen
Glückseligkeit und Frieden. Und doch gibt es Krieg, gibt es Tod,
gibt es so viel Leid und oft im eigenen Leben Enttäuschung und
Mühseligkeit. Hilf uns, dass wir unser Leben ganz auf
Jesus zu setzen. Dass wir an die Auferstehung aus allem Tod glauben. Amen
Samstag, 19. Juli 2014
Geduld, Geduld, Geduld - Kommentar zu Mt.13.24
20.7.2014 16 SJk Mt.13.24 Unkraut,
Senfkorn, Sauerteig
Geduld, Geduld, Geduld – das ist für
mich das Grundthema in allen drei Gleichnissen.
Der Weizen und dazwischen das Unkraut:
no problem, einfach mal schauen, was bis zur „Ernte“
seinen guten Bestand hat. Macht euch
keine Sorgen ob auch alles, was ihr tut, wirklich den höchsten
Kriterien genügt – wie schön kann auch das Unkraut blühen. Wie
oft pflücke ich mir so einen Blumenstrauß von der Wiese, manchmal
sogar noch von einem Acker.
Vieles wird man gar nicht verbrennen
müssen. Gott hat seinen eigenen Blick .. - Geduld
das Senfkorn, dieses Gefühl „ich hab
nicht viel einzubringen ins Leben“, was hab ich schon geleistet,ich
bin ein no-name: was kann ich Gott vorzeigen, was biete ich der
Gesellschaft, so eine kleine Nummer bin ich …. keine Sorge, das
Aller-Allerkleinste: einfach WACHSEN LASSEN … das Senfkorn selbst
weiß gar nichts von seiner Größe, es lässt es geschehen...Geduld
der Sauerteig, wenn mir das Leben
„nicht schmeckt“. Was bringt es schon an Aufregung, alles wie
eingeschlafen, ich ersticke in der Routine, wie oft will man
ausbrechen, einfach so...weil es so sinnlos scheint … aber Geduld:
spür es auf,dieses ganz kleine Bröckerl an Sauerteig - an Freude.
Freude die da ist – Freude, Dankbarkeit...sie können deinem ganzen
Leben wieder Geschmack geben..
Geduld
Rainer Maria Rilke drückt es so
wunderbar aus, in seinem Brief 1903 an einen jungen Schriftsteller:
„haben sie
Geduld
gegen
alles Ungelöste in Ihrem Herzen, versuchen sie, die Fragen selbst
liebzuhaben ...Forschen Sie jetzt nicht nach den Antworten, die Ihnen
nicht gegeben werden können, weil Sie sie nicht leben könnten. Und
es handelt sich darum, alles zu leben. Leben
Sie jetzt die Fragen. Vielleicht leben Sie dann allmählich, ohne es
zu merken, eines fernen Tages in die Antwort hinein.“
Kommentar für
Fürbitten 20.7. voll Vertrauen leben ....Mt.13.24
20.7.2014 16 S.Jk Mt.13.24 Unkraut
Senfkorn, Sauerteig
Die Gleichnisse vom
Himmelreich: Ich erinnere mich an Zeiten, als vor allem diese
Evangeliumsstelle vom Unkraut unter dem Weizen verwendet worden ist,
um Angst zu machen. Am Ende wird Gott mit uns abrechnen,
derweil schaut er halt einmal ein bissl zu, wie sich so alles
entwickelt.Wir müssen täglich unser Letztes geben, an unserm Heil
arbeiten mit Hangen und Bangen.
Es ist
sicher ganz Anders. Wir können ganz vertrauensvoll leben. Das
Himmelreich ES IST SCHON DA, das Reich Gottes ist schon mitten IN
uns, auch wenn wir es nicht immer erkennen. In allem was wir tun , in
allem was gelingt oder auch nicht gelingt: es ist Reich Gottes. Es
ist Gottes Gegenwart mitten unter uns. Es ist tröstlich, was Jesus
sagt: wir müssen uns nicht so viel Sorgen um Richtig oder falsch
machen: Diese Entscheidung nimmt uns Gott ab. Tun wir einfach
unser Bestes. So bitten wir heute
um Geduld,
wenn wir uns abstrampeln und doch oft
nicht das Richtige dabei herauskommt
Du Gott mit uns A wir bitten dich
erhöre uns
um einen langen Atem,
wenn wir vieles planen, und oft nicht
genug Unterstützung und Zuspruch bekommen
Du Gott mit uns A wir bitten dich
erhöre uns
um Gelassenheit
wenn es im Zusammenleben in der
Gemeinschaft, in der Partnerschaft oder am Arbeitsplatz immer wieder
Probleme gibt
Du Gott mit uns A wir bitten dich
erhöre uns
um einen klaren Kopf,
dass wir uns nicht verrückt machen
lassen von schlechten Nachrichten, von Terrorgefahr, von
Wirtschaftskrise.
Du Gott mit uns A wir bitten dich
erhöre uns
um innere Ruhe,
wenn sich die Gedanken im Kreis drehen,
wenn uns Entscheidungen schwer fallen, wenn wir unsicher sind
Du Gott mit uns A wir bitten dich
erhöre uns
um Vertrauen
so vieles gibt es, worauf wir gar
keinen Einfluß haben, wo wir uns hilflos fühlen: die schrecklichen
Kriege, die Not der Menschen, das sinnlose Leid: auch das halten wir
dir hin
Du Gott mit uns A wir bitten dich
erhöre uns
um ganz liebevolle Augen bitten wir,
weil wir selbst und auch die anderen
nie so sind, wie wir es gerne hätten,
aber weil wir alle von Gott geliebt und
gewollt sind
Du Gott mit uns A wir bitten dich
erhöre uns
So legen wir alles in deine gute Hand,
Gott. Das Wollen und das Vollbringen, das Scheitern und das Gelingen,
das Sichere und das Unsichere. In der Liebe Jesu sind wir alle
geborgen. Amen
Freitag, 18. Juli 2014
Fürbitten 19.7. Warum ......?
19.7.2014
Eine Woche geht zu Ende. Wir sind
dankbar für alles, was gelungen ist, es tut uns leid, wo wir
die Dinge nicht so vorangebracht
haben, wie wir wollten. Aber wir sind dankbar und zufrieden,wir
können beruhigt alles in Gottes Hand legen - und doch gibt es so
viel Leid, das uns stumm macht und in dem wir keinen Sinn erkennen.
Bitten wir heute
für die fast 300 toten Menschen,
Kinder, Studenten, Wissenschaftler, Urlauber, Männer, Frauen,Mütter
und Väter in der vermutlich abgeschossenen malysischen Boing 777
GOTT ERBARME DICH
für die vielen sinnlos gestorbenen
jungen Menschen im Bürgerkrieg in der Ukraine
GOTT ERBARME DICH
für das gegenseitige Morden zwischen
Israelis und Palästinensern, das sie Krieg nennen
GOTT ERBARME DICH
für die Menschen in Syrien –
verzweifelt in einem Bürgerkrieg, der ihre Gegenwart und ihre
Zukunft zerstört
GOTT ERBARME DICH
für die Menschen im Irak und in
Afghanistan, für die Menschen in so vielen Teilen Afrikas -
aufgerieben in ethnischen Konflikten
GOTT ERBARME DICH
für den nicht abebbenden Strom der
afrikanischen Flüchtlinger in Lampedusa, auch sie heimatlos und ohne
Zukunfstperspektive
GOTT ERBARME DICH
für die Asyanten und Flüchtlinge in
unseren Ländern, für die Armen und die,die es sich nicht im Leben
richten können
GOTT ERBARME DICH
Erbarme dich,erbarme dich Gott –
in Namen Jesu bitten wir für alle die leiden und verzweifelt sind –
nimm dich ihrer an,erbarme dich …. Amen
die Welt in einem Sandkorn
"Die
Welt in einem Sandkorn erblicken
und den Himmel in einer wilden Blume.
Die Unendlichkeit in deiner Handfläche halten
und die Ewigkeit in einer Stunde."
und den Himmel in einer wilden Blume.
Die Unendlichkeit in deiner Handfläche halten
und die Ewigkeit in einer Stunde."
William Blake
Donnerstag, 17. Juli 2014
Fürbitten 18.7. "Vorschrift ist Vorschrift" Mt.12.1
18.7.2014 Mt.12.1 Barmherzigkeit will ich - nicht Vorschriften (Opfer)
Wieder einmal geht es um die „Heiligen
Vorschriften“ Vor mehr als 2.000 Jahren war das offensichtlich
nicht anders als heute. Wenn nur die Vorschriften eingehalten
sind.....Die Pharisäer jammern Jesus an – und auch heute ist in
unserer Kirche oft nicht viel anders. „Da gibt’s Vorschriften,
und an die müssen wir uns halten“. Aber es sind Menschen, die
diese Vorschriften gemacht haben, (man könnte sie also auch ändern)und
es sind Menschen, denen die Vorschriften dienen sollen (und nicht
umgekehrt)…. Auch heute könnte Jesus genau das sagen,was er damals
sagte: ich will nicht eure Vorschriften, ich will Liebe und
Barmherzigkeit. So bitten wir heute
dass wir uns nicht hinter Vorschriften
verschanzen
wenn es um die wiederverheirateten
Gschiedenen geht
dass wir uns nicht hinter Vorschriften
verschanzen
wenn es um homosexuelle Liebe geht
dass wir uns nicht hinter Vorschriften
verschanzen
wenn wir mit neuen Formen der Familie
konfrontiert sind
dass wir uns nicht hinter Vorschriften
verschanzen
wenn es um den Zölibat der Priester
geht
dass wir uns nicht hinter Vorschriften
verschanzen
wenn es um die Frage der Weihe von
Frauen geht
dass wir uns nicht hinter Vorschriften
verschanzen
wenn unser Einsatz für Menschen
gefragt ist
dass wir uns nicht hinter Vorschriften
verschanzen
wenn Gott uns neu und lebendig haben
will
Du guter Gott: nicht das Einhalten von
Vorschriften willst du sondern unsere Liebe. Nicht Pflichterfüllung
sondern unsere Freude. Schenke uns in Jesus jeden Tag mehr Vertrauen
in unser Leben, so dass wir nicht an starren Formeln und Ritualen
festhalten müssen. Schenke uns die Freiheit der Kinder Gottes. Darum
bitten wir. Amen
Mittwoch, 16. Juli 2014
Fürbitten 17.7. selbstlos und gütig Mt.11.28
17.7.2014 Jes.26.7. Mt.11.28 ihr werdet
Ruhe finden
Einen Klagepsalm hören wir heute bei
Jesaia – und doch getragen von tiefem Vertrauen
„Wir verschafften dem Land
kein Heil – dein Tau aber ist Leben und Licht. Und im
Evangelium sagt Jesus: „ich weiß,wie erschöpft ihr oft seid –
tragt mich in eurem Leben (so will ich „nehmt mein Joch auf euch“
übersetzen) – nehmt mich in euer Leben, ich will euch aufatmen
lassen.
Aber eines sagt Jesus auch: ich bin
gütig und selbstlos – lernt von mir so bitten wir heute
lehre uns gütig sein -
dass wir lernen, unsere Unruhe
auszuhalten
dass wir uns gerade in den Ferien gegen
die Hektik wehren
die wir uns oft selbst und die uns
andere überstülpen
lehre uns selbstlos werden
dass wir weniger gekränkt sind
wenn wir nicht die Zuneigung bekommen,
die wir so sehr bräuchten
lehre uns gütig sein
dass wir Anderen Kraft und Mut geben,
dasswir niemand überfordern
dass wir niemand mit Kritik
niederdrücken
lass uns selbstlos werden
dass wir es aushalten,
wenn vieles auch heute nicht perfekt
verläuft
dass wir uns an dem freuen, was uns
glückt
lass uns gütig sein
dass wir dankbar in unseren
Gemeinschaften und Familien sind
dass wir das Anderssein-der Anderen
aushalten
dass wir Fehler ausbügeln
lass uns selbstlos werden
dass wir bereit sind, dort los zu
lassen,
wo du anderes für uns vorhast
dass wir nicht unseren eigenen Plänen
nachlaufen
sondern annehmen, was kommt
Du guter Gott, trag du unser Leben mit
– dann werden wir mit Jesus Ruhe finden in unserem Herzen. Schenk
DU den Frieden für unsere Welt. Wir allein schaffen es nicht.Amen
Frauen als Kardinäle! - warum immer nur nach "Priesterinnen fragen"
Johanna Rahner
Es ist schon etwas Besonderes: die deutsche Theologin Johanna Rahner übernimmt den Lehrstuhl für Dogmatik, Dogmengeschichte und Ökumenische Theologie an der Eberhard Karls Universität in Tübingen, den bis 1996 Hans Küng innehatte. Die renommierte Theologin war bisher Professorin für Systematische Theologie an der Universität Kassel - und sie hat keinerlei Berührungsängste, was katholische Priesterinnen betrifft.
Vor einem Jahr vo der Zeitung "Die Zeit" danach gefragt, antwortete Rahner belustigt: Warum fragen sie "Frauen als Priester? - NEIN, ALS KARDINÄLE!" -
Und sie argumentiert: „Die Apostel mögen ja männliche gewesen sein“, das hindere die Kirche heute jedoch keineswegs, „Priesterinnen“ einzuführen. „Männliche Apostel sind also ein schwaches Argument gegen Frauenordination“, so die Theologin.
Prof. Johanna Rahner ist - der Name wird bei vielen Assoziationen wecken - mit dem Theologen Karl Rahner (1904-1984) verwandt, der den sogenannten Konzils-Geist und die Öffnung der Kirche in den 7oer Jahren maßgeblich geprägt hat. HEUTE sagte Johanna Rahner: auch ihr Vorgänger Hans Küng habe sich über die Grenzen der katholischen Kirche hinweggewagt, deshalb sei er auch außerhalb der Kirche als Gesprächspartner ernst genommen worden.
Karl Rahner Johanna Rahner
Hans Küng
Die Kirchenzeitung JA bringt in ihrer jüngsten Ausgabe eine Zusammenfassungeines Interviews, dass die deutsche Wochenzeitung "Die ZEIT" in ihrer jüngsten Ausgabe mit Johanna Rahner geführt hat:
„Wir sind alle auf der Suche“
Die Kirche sei mit der Welt unterwegs und teile daher immer auch ihre Vorläufigkeit. Die Attitüde „Wir haben die Wahrheit, die anderen suchen sie noch“ sei theologische Hybris.
Die Kirche soll von der Wahrheit sprechen, aber auch wissen, dass keiner sie besitze: „Wir alle sind auf der Suche.“ Es gebe in der Kirche verbindliche Lehrentscheidungen, „den Versuch der Beschreibung der Wahrheit für eine jeweilige geschichtliche Stunde.“ Doch gelte auch die Erkenntnis Karl Rahners: „ Jede Wahrheit kann eine Minute nach ihrer Verkündigung schon falsch sein.“
Alte Wahrheiten übersetzen
Alte Wahrheiten müssten übersetzt werden, etwa die Menschwerdung Gottes. Menschsein im Christentum heiße, dass Gott den Menschen frei macht, dass Gott „unsere Individualität anerkennt.“ Die menschliche Würde sei der Kern des Christentums.
In Sachen Würde der Frau und Emanzipation sollte die Kirche eine Vorreiterrolle spielen, begründet in der Schöpfungsgeschichte.
Es ist schon etwas Besonderes: die deutsche Theologin Johanna Rahner übernimmt den Lehrstuhl für Dogmatik, Dogmengeschichte und Ökumenische Theologie an der Eberhard Karls Universität in Tübingen, den bis 1996 Hans Küng innehatte. Die renommierte Theologin war bisher Professorin für Systematische Theologie an der Universität Kassel - und sie hat keinerlei Berührungsängste, was katholische Priesterinnen betrifft.
Vor einem Jahr vo der Zeitung "Die Zeit" danach gefragt, antwortete Rahner belustigt: Warum fragen sie "Frauen als Priester? - NEIN, ALS KARDINÄLE!" -
Und sie argumentiert: „Die Apostel mögen ja männliche gewesen sein“, das hindere die Kirche heute jedoch keineswegs, „Priesterinnen“ einzuführen. „Männliche Apostel sind also ein schwaches Argument gegen Frauenordination“, so die Theologin.
Prof. Johanna Rahner ist - der Name wird bei vielen Assoziationen wecken - mit dem Theologen Karl Rahner (1904-1984) verwandt, der den sogenannten Konzils-Geist und die Öffnung der Kirche in den 7oer Jahren maßgeblich geprägt hat. HEUTE sagte Johanna Rahner: auch ihr Vorgänger Hans Küng habe sich über die Grenzen der katholischen Kirche hinweggewagt, deshalb sei er auch außerhalb der Kirche als Gesprächspartner ernst genommen worden.
Karl Rahner Johanna Rahner
Hans Küng
Die Kirchenzeitung JA bringt in ihrer jüngsten Ausgabe eine Zusammenfassungeines Interviews, dass die deutsche Wochenzeitung "Die ZEIT" in ihrer jüngsten Ausgabe mit Johanna Rahner geführt hat:
„Wir sind alle auf der Suche“
Die Kirche sei mit der Welt unterwegs und teile daher immer auch ihre Vorläufigkeit. Die Attitüde „Wir haben die Wahrheit, die anderen suchen sie noch“ sei theologische Hybris.
Die Kirche soll von der Wahrheit sprechen, aber auch wissen, dass keiner sie besitze: „Wir alle sind auf der Suche.“ Es gebe in der Kirche verbindliche Lehrentscheidungen, „den Versuch der Beschreibung der Wahrheit für eine jeweilige geschichtliche Stunde.“ Doch gelte auch die Erkenntnis Karl Rahners: „ Jede Wahrheit kann eine Minute nach ihrer Verkündigung schon falsch sein.“
Alte Wahrheiten übersetzen
Alte Wahrheiten müssten übersetzt werden, etwa die Menschwerdung Gottes. Menschsein im Christentum heiße, dass Gott den Menschen frei macht, dass Gott „unsere Individualität anerkennt.“ Die menschliche Würde sei der Kern des Christentums.
In Sachen Würde der Frau und Emanzipation sollte die Kirche eine Vorreiterrolle spielen, begründet in der Schöpfungsgeschichte.
Für das Frauenpriestertum
Johanna Rahner spricht sich für das Frauenpriestertum aus und bemüht ihren Verwandten Karl Rahner. Dieser habe einmal formuliert, dass er kein theologisches Argument für die Verweigerung der Frauenordination kenne. Jedes Argument werde durch das Prinzip der Gleichberechtigung aus der Genesis wieder entkräftet.
Das Gegenargument, die Apostel wären Männer gewesen, hält die Theologin für schwach. Die schlichte Gleichsetzung sei ein historischer Unfug: „Weder ist historisch betrachtet Petrus der Papst, noch sind die Bischöfe einfach Nachfolger der Apostel.“
Tadel auch für Protestanten
Johanna Rahner spricht sich für das Frauenpriestertum aus und bemüht ihren Verwandten Karl Rahner. Dieser habe einmal formuliert, dass er kein theologisches Argument für die Verweigerung der Frauenordination kenne. Jedes Argument werde durch das Prinzip der Gleichberechtigung aus der Genesis wieder entkräftet.
Das Gegenargument, die Apostel wären Männer gewesen, hält die Theologin für schwach. Die schlichte Gleichsetzung sei ein historischer Unfug: „Weder ist historisch betrachtet Petrus der Papst, noch sind die Bischöfe einfach Nachfolger der Apostel.“
Tadel auch für Protestanten
Die deutschen Protestanten würden derzeit auch nicht
den besten Eindruck machen, sagt Rahner: „Man scheint immer noch
nicht sagen zu können, was protestantisch heute heißt, ohne sich am
Katholizismus abzuarbeiten.“
Die Profilierungsnot reiche mit Blick auf das Reformationsjubiläum 2017 soweit, dass Martin Luther gar zum Erfinder der Demokratie, der Freiheit und der Toleranz stilisiert werde: „Diese konfessionelle Neurose ist lächerlich.“
Das Erbe der Reformation sei vielmehr ein gemeinsames: Die Erkenntnis, dass stets neu um den Glauben gerungen werden müsse.
Die Profilierungsnot reiche mit Blick auf das Reformationsjubiläum 2017 soweit, dass Martin Luther gar zum Erfinder der Demokratie, der Freiheit und der Toleranz stilisiert werde: „Diese konfessionelle Neurose ist lächerlich.“
Das Erbe der Reformation sei vielmehr ein gemeinsames: Die Erkenntnis, dass stets neu um den Glauben gerungen werden müsse.
Quelle
PS wer Kirche liebevoll bis wohlwollend wahrnimmt und sie dennoch kritisch sieht, dem sei
"JA-die neue Kirchenzeitung" wärmstens empfohlen! auch online
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