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Freitag, 31. Januar 2020

Fürbitten 1.2. ANGST? Ich muss mich nicht schämen



1.2.2020 Warum habt ihr solche Angst   Mk 4.35

Gefahr - Krise - Chance 
Warum habt ihr solche Angst – fragt Jesus heute im Evangelium. „Habt ihr denn keinen Glauben?“ Jesus macht sich nicht lustig über die Männer im Boot, die sich vor Sturm und hohen Wellen zu Tode ängstigen. Die Gefahr, in der sie sich befinden, ist real
– Jesus versteht was Angst ist. Auch er wird Angst gekannt haben. Angst auch vor der letzten Konsequenz in seinem Leben. Angst haben ist etwas zutiefst Menschliches – und wir dürfen durchaus unsere eigenen Ängste eingestehen und bitten

nimm uns die Angst, zu kurz zu kommen

im Vergleich zu Tüchtigeren die Dummen zu sein

mit schwierigen Situationen nicht fertig zu werden

nimm uns die Angst es nicht allen recht machen zu können

einen Verlust nicht zu verkraften

eine Kränkung nicht auszuhalten

nimm uns die Angst vor Krankheit und Einschränkungen

nicht mehr wichtig und gefragt zu sein

dass immer wieder manches auch schief geht

nimm uns die Angst vor all dem, was morgen sein wird
lass uns im Vertrauen auf dich HEUTE und JETZT leben


Gott, die Welt um uns wird immer komplizierter, auch unser Vertrauen in Regierungen und Politiker schwindet. So legen wir all unsere Ängste und Sorgen in deine Hand. Lass uns das Richtige erkennen und gib uns die Fähigkeit, das Richtige und not-wendige dann auch tun. Darum bitten wir im Namen Jesu.amen

Fürbitten 31.1. Don Bosco - der Heilige der Straßenkinder



31.1.2019 Hl. Don Bosco – der Heilige der Straßenkinder

Heute ist der Gedenktag des italienischen Priesters Johannes Don Bosco, den man als den Heiligen der Straßenkinder in aller Welt bezeichnen könnte. 
Don Bosco, er lebte von 1815 bis 1888, hat im Turin des 19. Jahrhunderts, am Beginn der Industriellen Revolution, zahllose Kinder und Jugendliche von der Straße geholt. Er war einer der ersten in Italien, der Lehrverträge eingeführt hat, um die Kinder zu schützen. Don Bosco hat Jugendzentren eröffnet, in denen die Jugendlichen lernen und spielen konnten und wo ihnen eine Ausbildung organisiert wurde. Seine Pädagogik, seine Jugendarbeit und Sozialprogramme finden sich heute in 130 Ländern. Ein weltweites Don Bosco Netzwerk, Patres, Schwestern, Laien, fördert weltweit Kinder und Jugendliche in Risikosituationen - vom Sudan bis Peru, von Bangladesch bis Palästina. Don Bosco tat, was notwendig und not-wendend war. Und er war ein „fröhlicher“ Heiliger. Bitten wir heute mit seinen Worten

"Für die Jugend gehe ich bis an die Grenzen der Verwegenheit" sagte Don Bosco.
Bitten wir, dass es uns hier in Österreich gelingt, all den jungen Menschen sinnvoll und nachhaltig zu helfen, die als Flüchtlinge oder auch auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen zu uns gekommen sind.

"Kinder sind wie Edelsteine, die auf der Straße liegen. Sie müssen nur aufgehoben werden, und schon leuchten sie"
Auch zur Zeit Don Boscos gab es aggressive, verwahrloste, kriminelle Jugendliche – lass uns mit seiner Klugheit und Liebe Rezepte auch für die heutigen Jugendlichen finden, die oft hilflos ihre innere Zerrissenheit in Gewalt ausleben

"Von der Erziehung der Jugend hängt die Zukunft der Gesellschaft ab".
Bitten wir um gerechte Lebenschancen für die Kinder in aller Welt und für die Jungen hier
um gute Ausbildung und sichere Arbeitsplätze


"Was nützt es, die Übel dieser Welt zu beweinen? Viel besser ist es, mit allen Mitteln daran zu arbeiten, sie zu beseitigen".
Lass uns nicht nur Kinderarbeit und Kinderausbeutung beweinen, lass uns selbst dazu beitragen, dass wir nicht Billigwaren kaufen, sondern ganz bewusst auf fair produzierte und gehandelte Produkte setzen

"Gott hat uns für die anderen in die Welt gesetzt", sagt Don Bosco.
Bitten wir darum, dass wir uns mitverantwortlich fühlen für die Zukunft der Kinder und Jugendlichen und dass wir wenigstens finanziell Hilfsprojekte unterstützen

Das Beste was wir auf der Welt tun können, ist: Gutes tun, fröhlich sein
und die Spatzen pfeifen lassen.“ 
Bitten wir, dass wir unsere Welt nicht krankjammern, sondern dass wir im Vertrauen auf Dich tun, was wir tun können und dass wir es aus Liebe tun

Denn:"Lieben heißt, das Glück des anderen zu suchen" sagt Don Bosco. So hilf uns, dass wir auch heute sehen, wo wir gebraucht werden und wie wir in unserem kleinen Umfeld gut und hilfreich sein können.

Nicht zuletzt bitten wir um das tiefe Vertrauen, das Don Bosco bei all seinen Unternehmungen hatte:  "Tut, was möglich ist, den Rest tut Gott dazu." Dass wir in diesem Vertrauen leben und arbeiten dürfen

Du guter Gott, so lass uns, wie es Don Bosco sagt, mit den Füßen auf der Erde wandern aber mit dem Herzen im Himmel wohnen. Darum bitten wir im Namen Jesu.amen

Mittwoch, 29. Januar 2020

Fürbitten 30.1. Maßlos - warum eigentlich nicht???



30.1.2020  Mk. 4.21 mit dem Maß, mit dem ihr messt  Lk 8.16

Manchmal fragt man sich: ist Jesus eigentlich ein Zyniker? „Wer hat, dem wird gegeben und wer nicht hat, dem wird auch das noch weggenommen, was er hat“ sagt Jesus heute im Evangelium, wie es Markus erzählt. Ja, genau so schaut die Welt aus. Die Reichen werden reicher, die Armen werden ärmer. Ist es das was Jesus meint: die Tüchtigen bekommen halt immer mehr, und der Rest soll schauen wo er bleibt?????
Vielleicht gehen wir lieber zwei Sätze zurück, da heißt es: „Mit dem Maß, mit dem ihr messt, wird euch zugeteilt werden“. Wenn es um Vergebung geht, um Zuwendung, um Teilen geht: ja, vielleicht stimmt dann der Satz: wer viel davon hat und gibt, der wird noch mehr von dieser inneren Kraft bekommen

Bitten wir um Maßlosigkeit –
dass wir vergeben können, auch dort wo es unerträglich ist

bitten wir um Maßlosigkeit - 
dass wir auf Andere zugehen, offen und vorurteilslos, auch wenn vieles dagegen spricht

bitten wir um Maßlosigkeit -
dass wir teilen und geben, ohne abzuwägen, ob der Andere damit auch etwas Vernünftiges tut

bitten wir um Maßlosigkeit
in unserer Geduld, dass wir immer wieder neu anfangen und Anderen eine neue Chance geben

bitten wir um Maßlosigkeit
in unserer Neugierde, dass wir uns selbst keine ängstlichen Tabus auferlegen und dass wir keine Angst vor dem Risiko haben

bitten wir um Maßlosigkeit
in unserer Freude und Dankbarkeit, dass wir nicht aufrechnen, was uns verdrießt, sondern dass wir das Gute genießen und uns getrauen, immer mehr davon zu erwarten

und bitten wir u Maßlosigkeit
in der Liebe, dass wir es aushalten die Dummen zu sein, weil wir nichts erwarten, aber
geben wollen, was wir geben können

So bitten wir dich guter Gott um die Gnade der Maßlosigkeit.
Wo wir selbst unser Leben hingeben, in aller Alltäglichkeit – da schenke  Du Leben in Fülle. Darauf vertrauen wir im Namen Jesu und danken dir. Amen

Dienstag, 28. Januar 2020

Fürbitten 29.1. ALLES KANN NICHT GELINGEN



29.1.2020  Das Gleichnis vom Sämann Mk.4.1-20

Im Evangelium hören wir heute eine Geschichte, die viel mit unserem praktischen Leben zu tun hat. Jesus erzählt das Gleichnis vom Säman. Es ist die Zeit der Aussaat, ein Bauer sät guten Samen auf seinen Acker - aber wie das so ist, nicht jedes Samenkorn fällt auf guten Boden. Nicht jedes Samenkorn geht schließlich auf und bringt Frucht. Eine Erfahrung, die wir selbst nur zu gut kennen. Man strengt sich an, man will das Beste, und dann gelingt doch alles nicht so perfekt, wie man es gerne hätte. So vieles, in das man mit großem Aufwand investiert hat, scheint nutzlos. „Alles für die Katz“ mag man sich manchmal denken. Was also tun? Alles hinschmeißen? Die Sache aufgeben? Nein, sagt uns das Gleichnis: Es braucht Geduld. Geduld – Geduld auch mit uns selbst, und dem, was wir auch immer wieder falsch machen, trotz bester Absicht ….so bitten wir

dass wir uns Tag für Tag bemühen, GUTES auszusäen
dass wir auch das annehmen können, was unsere Pläne und Vorstellungen durchkreuzt

dass wir gelassener mit Erfolg oder Misserfolg umgehen
dass wir auch nachsichtig mit uns selbst sind, wenn wir nicht das Perfekte schaffen

dass wir uns und anderen Zeit geben, um Dinge wachsen zu lassen
dass wir tun, was wir tun können, aber letztlich in einem großen Vertrauen leben

dass wir erkennen, dass Gott nicht das Perfekte und Makellose braucht,
um durch uns zu wirken
dass wir uns selbst und auch anderen Fehler und Schwächen und Miss-Erfolge zugestehen dürfen

Bitten wir für die vielen Menschen, die sich ehrenamtlich in verschiedensten Projekten engagieren, vor allem auch in der Kirche, dass sie sich durch Rückschläge oder zu wenig Dankbarkeit nicht entmutigen lassen

Du guter Gott, so bitten wir um deinen Segen, für all das, was wir auch heute in Angriff nehmen wollen oder was uns als Aufgabe zufällt. Gib uns Geduld und Vertrauen beim Warten und gib uns die Gelassenheit, auch Unerfülltes anzunehmen
So  bitten wir im Namen Jesu . Amen

Montag, 27. Januar 2020

Fürbitten 28.1. "BADE! SCHLAFE! BETE!"



28.1.2020 Thomas von Aquin   Bade schlafe bete

Heute ist der Gedenktag von Thomas von Aquin. Er war Dominikaner Mönch und ist bis heute einer der einflussreichsten Philosophen und Theologen der Geschichte. Eine Biografie wie seine können wir uns heute kaum vorstellen: Mit 13 Jahren schon studierte Thomas in Neapel Grammatik, Logik und Naturwissenschaften und lernte dort den noch jungen Dominikanerorden kennen. Gegen den Willen der Eltern trat er 1244 dort ein, worauf die Mutter so wütend war, dass sie Thomas durch seine Brüder gefangen nehmen ließ. Ein Jahr lang hielten sie ihn daheim auf ihrem Schloss fest, ehe Thomas die Flucht aus seiner Familie gelang. Da war er ca. 15 Jahre alt und eine große Karriere als Theologe und Philosoph begann. Schon 1323 wurde Thomas heiliggesprochen. Heute kennen wir ihn nicht nur als Kirchenlehrer, sondern auch als Patron der katholischen Wissenschaft und der katholischen Schulen und Hochschulen, als Patron der Theologen, Philosophen, und der Studenten.

bitten WIR heute also ganz besonders
um gute Theologen und Theologinnen in der Kirche
um Frauen und Männer die sich mit Herz, aber auch kritisch, mit den Texten
der Bibel auseinandersetzen,
bitten wir für alle, die Kindern und Jugendlichen „Glauben“ vermitteln wollen
Bitten wir für alle Eltern und Großeltern, die ihren Kindern
etwas von der Sehnsucht nach Gott mitgeben wollen

„Für Wunder muss man beten, für Veränderungen aber arbeiten.“
hat Thomas von Aquin gesagt
bitten wir, dass Beides in der Kirche gelingt
damit wir alle gemeinsam mit Papst Franziskus die Kirche wieder weit und offen machen
damit sie auch durch unser Mittun als ein Ort erfahren wird, wo Menschen angenommen werden, so, wie sie sind

„Unter allen Leidenschaften der Seele bringt die Trauer am meisten Schaden für den Leib“. Auch das hat Thomas gesagt
so bitten wir um Freude und Dankbarkeit für jeden Tag und dass uns auch das nicht entmutigt, was wir als belastend und negativ empfinden  

Auch drei ganz nüchterne Ratschläge, ja fast Befehle, hat Thomas: „Bade! Schlafe! Bete! damit es der Seele gut geht“
Du guter Gott, so lass, dass auch wir ohne schlechtes Gewissen das suchen, was jeder und jedem gut tut, dass wir uns selbst ganz bewusst Gutes tun, dass wir lernen, uns zu entspannen und Sorgen loszulassen

und zu guter Letzt bitten wir für jeden unserer Tage: dass wir immer wieder die Kraft und den Mut für notwendige und anstehende Veränderungen in unserem Leben haben, dass wir ohne Angst und mit Vertrauen in die Zukunft. Denn auch das sagt Thomas
„Habe das Schicksal lieb, denn es ist der Gang Gottes durch deine Seele.“


Am Ende seines Lebens, nach einem Gottesdienst, bei dem er eine tiefe persönliche Gotteserfahrung machte, sagte Thomas: Eigentlich ist alles Stroh was ich bisher geschrieben habe. So bitten auch wir um das, worauf es letztlich ankommt: nicht philosophisches und theologisches Wissen, sondern eine solche innige persönliche Begegnung mit dem Gott unsres Lebens. Letztlich zählen nur Sehnsucht und Liebe. Wir bitten im Namen Jesu.Amen

Sonntag, 26. Januar 2020

Fürbitten 27.1. eh immer dasselbe??



27.1.2020  eine neue Woche

 „Gott, Du lädst uns ein zu einem neuen Anfang“ heißt es heute im Tagesgebet zu Beginn des Gottesdienstes. Eine neue Woche beginnt. Selbst das Neue Jahr ist noch jung, auch wenn so vieles schon wieder Routine ist. Routine gibt Sicherheit - Routine kann aber auch lähmen und behindern. Bitten wir

Dass uns der Alltag keine Last ist,
bitten wir für alle, die heute mit schwerem Herzen aufgestanden sind

dass uns Herausforderungen befriedigen und nicht Angst machen
bitten für alle, die unsicher sind, vor dem, was auf sie zukommt

dass uns Neues spannend ist und wir daran wachsen
Bitten wir für alle die Angst haben, den Anforderungen nicht gewachsen zu sein

Dass Kleine und Große sich nicht stressen lassen, sondern ihrem eigenen Rhythmus vertrauen
Bitten wir für alle, denen das Leben zu schnell abläuft

Dass wir heute auf Unterstützung und Verständnis anderer zählen können
Bitten wir, dass wir selbst solche sind, die helfen und motivieren

Bitten wir besonders für die, die in diesen Tagen krank sind, die sich nach einem Neu Anfang
sehnen, dass sie wieder mit Mut und Zuversicht in die Zukunft sehen

bitten wir für alle die kleinen Menschenkinder, die heute geboren werden
und bitten wir für alle, die am heutigen Tag sterben werden

So bitten wir, guter Gott, begleite du unsere Tage, – lass uns Sicherheit und Liebe erfahren. 
Wir brauchen sie wie ein Stück Brot. Amen

Samstag, 25. Januar 2020

Fürbitten Sonntag 26.1. Einfach einander GUT - TUN



26.1.2020  Mt.4.12  Er  heilte im Volk alle Krankheiten

Wie schon am Sonntag zuvor, so berichtet auch heute das Evangelium vom Anfang des öffentlichen Lebens Jesu. Von Johannes hat er die Taufe im Jordan empfangen – dieser selbst ist von Herodes ins Gefängnis geworfen worden – nun ist es Jesus, der herumzieht und vom Reich Gottes spricht.  Wie Johannes fordert Jesus die Menschen zur Umkehr auf, er lehrt in den Synagogen und – das berührt wohl besonders – Jesus beginnt, Menschen zu heilen. Von überall her bringt man ihm Kranke berichtet heute das Evangelium. Was für ein Trost muss von Jesus ausgegangen sein. Aber auch wir können einander guttun. Bitten wir heute       

dass wir spüren, wenn Menschen Berührung und Nähe suchen  X höre uns

dass wir sehen und nicht wegschauen, wenn Hilfe gebraucht wird

dass wir an der Seite von Menschen ausharren, auch wenn sie mühsam sind

dass wir in Geduld zuhören, wenn Menschen sich aussprechen wollen

dass wir uns Zeit nehmen, um bei Kranken und Alten zu sitzen

dass wir nach Worte suchen, auch dann, wenn es schwer ist zu trösten

dass wir uns nicht zurückziehen, wenn wir selbst ratlos und verunsichert sind

dass wir uns selbst öffnen und um Hilfe bitten, wenn wir Trost brauchen


Du guter Gott, hilf, dass auch wir einander heilend begegnen. Dass Menschen auch in unserer Nähe etwas von Deiner Zuwendung und Liebe erfahren können. Darum bitten wir durch Jesus, der uns diese Güte zu allen Menschen vorgelebt hat. Amen

Freitag, 24. Januar 2020

Fürbitten 25.1. Runter vom hohen Ross - das tut gut



25.1.2020 Fest der Bekehrung Apostel Paulus  - Vom Saulus zum Paulus   
Keine Angst vor Gesichtsverlust

Bei fast jedem kommt irgendwann einmal im Leben die Zeit, wo man herunter muss vom „hohen Ross“. Freiwillig oder unfreiwillig. Irgendwann passiert es:  man hat sich vergaloppiert, die falsche Richtung eingeschlagen, man hat sich verrannt, jetzt ist es höchste Zeit umzukehren. Oft macht man diese Erfahrung nach einer Krankheit, nach einem Unfall, nach einem einschneidenden Erlebnis. Das ist auch die Geschichte des Paulus von Tarsus, der ein tief gläubiger und frommer Jude war, und doch plötzlich einen ganz anderen Weg einschlagen musste. Unter dem Namen Saul verfolgt er fanatisch die Jesus Anhänger, als Paulus wird er schließlich für Jesus sein Leben geben. Die Apostelgeschichte erzählt heute von dem Bekehrungserlebnis des Paulus. Ja, direkt vom hohen Ross holt ihn die Stimme Jesu herunter. Paulus verliert für kurze Zeit sein Augenlicht, bis er fähig ist, seine Wahrheit zu erkennen. Ist das nicht auch unser Weg? Auf der Suche nach Gott nicht dort stehen bleiben, wo wir glauben, dass es richtig ist – sondern uns dorthin führen lassen, wo Gott uns haben will. Absteigen vom „hohen Ross“ und uns führen lassen. So bitten wir

Dass du uns immer wieder herunter holst vom hohen Ross unserer Selbstgewissheit und unserer Selbstzufriedenheit

dass wir keine Angst vor "Gesichtsverlust" haben,
wenn wir eine Meinung ändern und eine andere Richtung einschlagen

dass wir bereit sind umzudenken und uns zu ändern
dass wir um-kehren können, um das Ziel zu finden, das DU uns vorgibst

Dass wir die Botschaften wahrnehmen, die du uns in anderen Menschen und neuen Herausforderungen mit auf den Weg gibst, gerade auch heute wieder

dass wir uns getrauen, hinzuhorchen auf unsere Gefühle, auf unsere Sehnsucht, auf die Stimme mit der DU in uns - zu uns - sprichst

dass wir einander helfen wollen auf den vielfältigen Wegen Gott zu begegnen. und dass wir voll Respekt sind für die Lebensentscheidung anderer

Dass wir immer mehr an Selbsterkenntnis gewinnen, dass wir nüchtern sehen, wie wir sind -  
Dass wir uns aber in unseren Schwächen auch mit mitfühlenden und liebevollen Augen sehen

Du guter Gott: Auch uns begegnest du wie Paulus: unvermutet und mitten in unseren Plänen und Aufgaben: immer wieder willst du uns auf einen neuen Weg führen. Gib uns die Gnade, den richtigen Moment zu erkennen und das Richtige zu tun. Darum bitten wir im Namen Jesu, Amen

Donnerstag, 23. Januar 2020

Fürbitten 24.1. selig die biegsamen Herzen - Franz von Sales



24.1.2020 Franz von Sales   selig die biegsamen Herzen

Heute ist der Gedenktag des heiligen Franz von Sales. Er war ein großer Prediger und Lehrer und vor allem ein leidenschaftlicher Seelsorger. Eines seiner Bücher: Anleitung zum frommen Leben, - es erklärt, wie Menschen in Beruf und Alltag ihr Christsein verwirklichen können, - wurde zum Bestseller. Es zählt bis heute zu den Top Ten der christlichen Weltliteratur. Geboren wurde Franz von Sales 1567, 100 Jahre später wurde er heiliggesprochen und 1877 zum Kirchenlehrer ernannt. Franz von Sales gilt unter anderem als Patron der Schriftsteller und Journalisten. Bitten wir heute mit Worten und Gedanken, die von ihm selbst sind

Selig die biegsamen Herzen, denn sie werden nie brechen. sagte Franz von Sales
So bitten wir, dass wir großherzig sind, dass wir verzeihen können, dass wir Kränkungen wirklich vergessen, dass wir aber auch uns selbst gegenüber nachsichtig und liebevoll sind

Unsere Vollkommenheit besteht zum großen Teil darin, dass wir einander in unseren Unvollkommenheiten ertragen, sagt Franz von Sales
bitten wir, dass wir einander annehmen, wie wir sind, dass wir niemand nach unserer Facon zurechtbiegen wollen, dass wir immer zuallererst das Beste voneinander denken wollen

Zuviel und zu wenig Nachsicht, ist gefehlt sagte Franz von Sales,
aber wenn ich fehle, dann lieber durch zu große Milde, als zu große Strenge
bitten wir für alle Lehrer und Erzieher, die es nicht immer leicht haben
für unsere Kinder und Jugendlichen, dass sie einen guten Weg gehen
bitten wir vor allem für diejenigen Jugendlichen, die auf einen aggressiven Weg verführt werden

eine freie, liebenswürdige und fröhliche Frömmigkeit, keine verdrossene, ängstliche und absonderliche - das hat sich Franz von Sales – wörtlich - gewünscht
bitten wir, dass unser Glauben - können uns zu angstfreien Menschen macht
gütig und großzügig und respektvoll anderen gegenüber

Die großen Gelegenheiten, Gott zu dienen, sind selten, die Kleinen kommen immerfort.
sagte Franz. Bitten wir, dass wir uns zu nichts zu gut sind
dass wir jede Arbeit gern machen
dass wir dankbar sind für alles, was uns zufällt

und noch etwas sollten wir uns ins Stammbuch für jeden Tag schreiben
Ein Heiliger, der traurig ist, ist in Wahrheit ein trauriger Heiliger.
So bitten wir, dass wir Lebensfreude ausstrahlen, dass wir anderen das Leben leichter machen, dass wir helfen und andere motivieren, wo immer es geht

Und ganz wichtig
Hab Geduld in allen Dingen, vor allem aber mit dir selbst.
Ja um Gelassenheit bitten wir, um Humor um Güte – in allen kritischen und angespannten Situationen, die vielleicht auch dieser Tag mit sich bringen kann.

So bitten wir dich guter Gott – auch mit Worten von Franz von Sales – „dass wir dich unseren Herrn loben, mit genau dem Angesicht das du uns gabst“– dass wir uns in der Freude an dir nicht verbiegen müssen und anders sein müssen, als wir sind. Denn Du liebst uns von Ewigkeit zu Ewigkeit. amen

Mittwoch, 22. Januar 2020

Fürbitten 23.1. alle Mystik führt in die Liebe



23.1.2020  Heinrich Seuse Mystiker sein

In der Liturgie feiert man heute den Gedenktag von Heinrich Seuse, einem deutschen Mystiker des 13.Jahrhunderts. Seuse war Dominikanermönch und Schüler des berühmten Meister Eckkehart. Mystiker und Mystikerinnen sind in der katholischen Kirche immer einen gefährlichen Weg gegangen. Im Mittelalter vom Scheiterhaufen bedroht oder in unseren Zeiten vom Kirchen-Ausschluss. Der berühmte Konzilstheologe Karl Rahner sagte: 
„Der Christ von morgen wird Mystiker sein, oder er wird nicht mehr sein“. Mystiker seien Menschen, sagt Rahner, die selbst etwas von Gott erfahren haben, die den Mut haben, ihren eigenen Weg zu Gott zu finden und zu gehen. Von Rahner gibt es auch die Aussage: Theologie sei wie eine Straßenlaterne. Sie könne den Weg zeigen – aber nur Betrunkene würden sich ein Leben lang daran anhalten. Mystiker finden zu einer tiefen Freude in Gott, den sie ja in sich selbst erfahren. Heinrich Seuse formulierte: „Gott will uns nicht der Lust berauben, er will uns Lust geben in Unendlichkeit“. So bitten wir heute

Dass wir alle Freude in Dir finden, Gott                                                                                                    dass uns auch Lust und Sehnsucht keine Angst machen                                                                    Dass wir aber auch alles Schmerzhafte in Dir erkennen und annehmen können

Dass wir das Eins-sein mit Dir erfahren                                                                                              und dass wir das Eins-sein mit allem annehmen, auch mit dem, was anders ist als wir

Dass wir ohne Ängste unsere Freiheit in Dir leben                                                                            Dass wir aber auch alle Geschöpfe und auch die Menschen, die wir lieben, in deine Freiheit entlassen

Dass uns alle spirituellen Wege immer zurück in unseren Alltag führen und wir dich dort erfahren, wo immer wir gerade sind und was immer wir gerade tun

Der Philosoph Ludwig Wittgenstein formuliert es wie ein Mystiker wenn er sagt: „Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen.“ Lass uns dich dennoch jeden Tag loben und preisen und lieben, so gut wir es vermögen, in der Liebe, die du uns gibst.  Amen

Knuck 28 Sie werden es nicht glauben!!!

Ja, sie werden es nicht glauben!!!!!
Soooooo große Augen mache ich jeden Tag!!!
Soooooo toll ist alles, was ich erlebe!
Sie meinen, was kann so ein kleines Zwetschkerl
schon erleben????
Ah, sie haben keine Ahnung!
Ich bin doch den ganzen Tag unterwegs - während
Papa und Mama nur in der Kanzlei sitzen.
Na gut, Kanzlei ist auch spannend:
aber sooooo viel wie ich erlebe!!
Nein, so viel erleben die nicht. Auch mein großer Bruder
in seinem Kindergarten erlebt ja nur halb so viel!!!
Sie sagen: ich soll sie nicht auf die Folter spannen.
Na gut: also:  (hoffentlich fällt mir auch alles ein)
Ich bin z.B. Stammgast im Naturhistorischen Museum

Was man da alles sieht!
Ja, so große kugelrunde Augen bekommt man da.
EIJA  EIJA  EIJA rufe ich dann laut
ich liebe EIJA - ich koche auch daheim in meiner Küche
immer EIJA , EIJA
- aber so große EIJA, nein soooo Große habe
ich dort nicht. Und
BEBI  BEBI  BEBI rufe ich dann auch voller
Begeisterung.
So ein lieber Vogel!!!! Mit dem möchte ich gleich spielen!
Auch auf der Straße rufe ich immer BEBI BEBI
wenn ein Bub oder ein Mäderl an mir vorbeilaufen.
Leider sind manche dann ganz beleidigt. Da habe ich
gehört, wie ein Bub zu seiner Mama sagt: "was sagt denn der!!
Ich bin doch kein Baby"
Aber BEBI ist für mich doch alles, was so herumwuselt
und mit dem ich mitspielen will.
Ja, ich liebe BEBIS.
Am indoor Spielplatz, auch dort bin ich Stammgast
habe ich ein Lieblings BEBI -
und natürlich meinen Stammsitz im
Bälle-Bad!!!!
Oh, sie fragen jetzt,
wie ich überhaupt ins Naturhistorische Museum komme?
Na mit der Straßenbahn natürlich. Mit dem Ringwagen.
Das sind doch nur ein paar Stationen....
Ach so, sie meine, mit WEM ich da unterwegs bin ?
Na, mit meiner Daniela natürlich!!!
Meine super super super tolle liebe Babysitterin.
Arthur hat "seine" Chiara - ich habe "meine" Daniela.
Wir beide, Daniela und ich, haben natürlich auch eine Jahreskarte für

das Haus des Meeres.
Da kann ich auch schauen, schauen, schauen !!!!
und
bald werde ich auch so gut schwimmen
wie der Herr
hier hinter dem Glas.
Dann werde ich mit den vielen bunten Fischen mit schwimmen.
Ganz aufgeregt bin ich immer wieder von meinen Ausflügen. Im ZOOM Kindermuseum zum Beispiel kann ich direkt in der Ozean Erlebniswelt sein! Da gibt es so viel zum Sehen und zum Spielen: da muss man öfters hingehen...was ich natürlich mit Daniela auch tue.
Und das Tollste: wir sind dort ja nicht allein, sondern rundherum
sind viele BEBIS - BEBIS:
lauter Kindergartenkinder, da fühle ich mich am aller wohlsten.
Mit Kindergarten kenne ich mich aus wie ein Profi. Jeden Tag begleite ich meinen Bruder dorthin und während meine Mama mit anderen Mamas und Papas tratscht (sie sagt natürlich nicht "tratschen" - sie sagt, das sind
wichtige Sache, die sie sich erzählen müssen) ja, also während die Mama beschäftigt ist, da bin ich schon längst UNTERWEGS. Einmal da - in der Igelgruppe -
einmal dort, in der Maulwurfgruppe. Und unlängst, das
war besonders lustig, da hat mich dann die Mama nicht gefunden!! Und auch die Tanten haben nicht gewusst,
wo ich bin - ja, das war wirklich lustig!!!! Erst ein
Kinder hat mich entdeckt, hoch oben auf dem
Spielturm ....
klettern ist für mich ja ein Kinderspiel.
Ich klettere, wo immer es etwas zum klettern gibt.
Neiiiiiiiin,Damian ruft die Mama dann,
Neiiiiiin Damian!!!!
Ich höre, wie Mama und Papa sagen, dass
sie vor mir nun die Fenster wirklich doppelt und
dreifach absichern müssen.
Ich klettere auf den Badezimmer Hocker und
drehe mir über dem Wasschbecken den Wasser-
hohn auf: "Neiiiiin,Damian!" schreit die Mama
Ich klettere auf die Leiter, wenn der Christbaum
abbgeräumt werden soll
"Neiiiiiin Damian" schreit die Mama"
Ich klettere in den learning tower, damit ich zur
Abwasch komme und dort meine Küchenarbeit
erledigen kann
Neiiiiiin, Damian! schreit die Mama
Wissen sie , langsam glaube ich ja schon, dass ich
einen neuen Namen habe
NEIN 
ein lustiger Name 
NEINDAMIAN


oh, grad ruft die Mama wieder : 
NEIIIIINDAMIAN 
Dabei bin ich doch gerade erst beim morgendlichen Trampolin hupfen .....
Na, gut,  jetzt muss ich mich aber schnell anziehen - denn
Sie wissen ja:
ein neuer Tag liegt vor mir - 
ein neuer Tag für sooooo große kugelrunde staunende Augen


Ah, und noch etwas - fast hätte ich es vergessen.
Heute bin ich


SECHZEHN  
WUNDERBARE 
MONATE






Dienstag, 21. Januar 2020

Fürbitten 22.1. ein Arzt für die Armen


22.1.2020    Sel Ladislaus Batthyany-Strattmann  Augenarzt

In der Liturgie ist heute der Gedenktag eines Mannes, der vielen unbekannt sein wird. Es ist der Augenarzt Ladislaus Batthyany-Strattmann  1870 in Ungarn geboren, ein Vater von 13 Kindern, der in glücklicher Ehe lebte. 1902 errichtete er ein Spital in Kittsee, wo er vor allem mittellose Menschen unentgeltlich behandelte und operierte, aber wo er auch viele Arme finanziell unterstützt hat. Nach dem 1.Weltkrieg führte Batthyany seine Arbeit in Ungarn fort, dort gründete er in Körmend ein Spital, wo er ebenfalls unentgeltlich Arme behandelte. Nach schwerem Leiden starb er am 22. Jänner 1931 in Wien. Begraben ist er in Güssing . Viele seiner Patienten haben ihn schon zu Lebzeiten wie einen Heiligen verehrt. Am 23. März 2003 wurde Ladislaus Batthyány-Strattmann durch Papst Johannes Paul II. in Rom seliggesprochen. Bitten wir heute darum:

dass sich immer wieder viele Menschen finden, die selbstlos und uneigennützig für andere da sind – dass diese Menschen auch Dank und Anerkennung erfahren

bitten wir für all die, die in pflegenden Berufen oft an die Grenzen ihrer Kraft gehen – bitten wir, dass es der Politik gelingt, Maßnahmen gegen den Pflegenotstand zu finden und dass vor allem die Menschen in diesen körperlich und seelisch aufreibenden Berufen angemessen bezahlt werden

Bitten wir für die politisch Verantwortlichen in unserem Land, dass sie dazu beitragen, das soziale Netz und das solidarische Miteinander eher fester zu knüpfen als zu lockern

bitten wir für die Hilfsorganisationen in unserem Land, dass sie sich nicht entmutigen lassen, auf die Not von Menschen in unserem Land hinzuweisen – und bitten wir für die internationalen Hilfsorganisationen, die gerade bei der See-Rettung von Flüchtlingen immer wieder in scharfe Kritik geraten

Und bitten wir für uns selbst – Dass wir nicht übersehen, wo Andere vielleicht gerade heute uns Hilfe brauchen und dass wir großzügig sind, nicht nur mit Spenden,  sondern auch mit Zeit und Zuwendung, die wir geben wollen  

So bitten wir im Namen Jesu Amen

Montag, 20. Januar 2020

Fürbitten 21.1 Mehr Mut zur Freiheit



21.1.2020 Mk.2.23 der Sabbat ist für den Menschen da, wir sind zur Freiheit Berufene

Die Geschichten im Markus Evangelium sind spannend und haben mit dem Alltagsleben der Menschen zu tun. So geht es immer wieder um ein Problem: auf der einen Seite gibt es ein Gesetz, im konkreten Fall ein religiöses Gesetz, das klar vorschreibt, was zu tun ist – auf der anderen Seite handeln Jesus und seine Leute anders. So reißen die Jünger Jesu an einem Sabbat in einem Kornfeld Ähren ab, das empört die Pharisäer. Hier wird gegen strenge Vorschriften verstoßen. Jesus sieht die Sachlage anders. Die Gesetze, auch der Sabbat mit seinen Vorschriften, sie sind für die Menschen da und nicht umgekehrt. (Offensichtlich hatten die Ähren-Ausreißer Hunger, so durften sie so handeln) Prinzipiell aber heißt es: Wir sind zur Freiheit Berufene – Wo müssen wir selbst einen Sprung nach vorne wagen? Bitten wir

Dass wir uns nicht hinter Regeln und Vorschriften verschanzen, sondern immer ehrlich hinterfragen: „Was ist wirklich das Motiv meines Handelns?“

dass wir auch nicht zu ängstlich und zu bequem sind, uns von alten Mustern zu verabschieden

dass wir in unserem Glauben nicht stecken bleiben in Äußerlichkeiten, in leeren Formeln und Riten, dass wir nichts „Frommes“ tun, nur weil es „Pflicht“ ist,

Dass wir, wie Jesus, immer danach suchen, was den Menschen guttut, und auch uns selbst

Bitten wir für die Journalisten und Meinungsmacher: dass nicht die billigen Aufmacher zählen, sondern dass Meinungsfreiheit heißt, mit Respekt und Verantwortungsbewusstsein zu arbeiten

Bitten wir, dass auch unsere kirchlichen Vorschriften das Gesetz nicht über den Menschen stellen. Dass Menschen vielmehr Mut und Trost für ihr selbst gewähltes Leben bekommen,

Und bitten wir – gerade jetzt in der Gebetswoche für die Einheit der Christen -  auch für die christlichen Kirchen: dass sie unkomplizierter und weniger ängstlich miteinander einen gemeinsamen Weg gehen, der sie frei macht für die Gemeinschaft in Christus 


So bitten wir guter Gott. dass wir uns nicht mit Verboten und Ängsten herumplagen. Lass uns in der Freiheit der Kinder Gottes leben, denn zur Freiheit sind wir berufen, wir sind Hausgenossen Gottes“, sagt Paulus. Sei DU keine Verbotstafel in unserem Leben bist, sondern ein Hinweisschild für Freude und Freiheit und Zuversicht. Darum bitten wir im Namen Jesu. amen

Sonntag, 19. Januar 2020

Fürbitten 20.1. NEUES ist möglich



20.1.2020 Mk.2.18  Neuer Wein gehört in neue Schläuche  
"Neuer Wein gehört in neue Schläuche", sagt Jesus heute im Evangelium. Es ist seine Antwort auf die Frage der Leute: „warum machst du so vieles anders als die Anderen?“ Nichts muss bleiben, wie es ist. Immer kann manches NEU werden, können auch wir selbst NEU denken. Anders sein, anderes tun als bisher: das ist möglich! Jeder neue Tag, jede neue Woche ist eine neue Chance.  Haben wir doch den Mut und schauen wir hin auf so manches Alte, das dankbar für Erneuerung wäre. – bitten wir

Dass wir es schaffen, uns von alten Gewohnheiten zu trennen,
wenn wir merken, dass sie uns nicht mehr guttun

Dass wir bewusst anfangen, etwas Neues zu lernen
Auch wenn wir glauben, das lohnt sich vielleicht im fortgeschrittenen Alter gar nicht mehr

Dass wir Eigenheiten an uns selbst ablegen
wenn wir merken, dass sie für unsere Mitmenschen anstrengend sind

Dass wir auch anderen zutrauen, sich zu verändern
Dass wir anderen dabei helfen, neu durchzustarten

Dass wir unseren Politikern gute Lösungen zutrauen
Dass wir unserer Kirche Veränderung zutrauen
Dass wir uns getrauen, an den Frieden zu glauben

Dass wir gut auf uns selbst achten
Dass wir uns jeden Tag bewusst selbst etwas Gutes gönnen
So bitten wir dich guter Gott, gib uns immer wieder Kraft und Mut, Neues zu denken, Neues zu beginnen, dir immer wieder neu zu vertrauen. Krempel uns um, mach uns lebendig, auch wenn es manchmal weh tut. Im Vertrauen auf Jesus suchen wir unseren Weg und deinen Willen. Amen

Samstag, 18. Januar 2020

Fürbitten Sonntag 19.1. Berufen zu Freude und Dankbarkeit


19.1.2020  ER ist es Joh..1.29 

Nun ist auch liturgisch die Zeit von Weihnachten endgültig vorbei. Im Evangelium treffen wir auf den schon ungefähr 30 Jahre alten Jesus, der bei einem religiösen Ritual seine eigene Berufung erfährt. Jesus lässt sich wie viele andere Menschen auch am Fluss Jordan durch den Prediger Johannes taufen – dabei erhält dieser selbst die Gewissheit, dass dieser Jesus der Erwählte Gottes ist. Er habe, so sagt Johannes, den Geist Gottes über Jesus wie eine Taube vom Himmel herabschweben sehen. „Seht das Lamm Gottes“ sagt Johannes.  
Wir selbst sind durch diese Erzählung nicht nur Zuschauer dieses Geschehens, wir selbst sind Erwählte Gottes, auch wir sind „berufen als Heilige“, wie es Paulus im Brief an die Korinther schreibt: so bitten wir heute

lass uns gerade zu Beginn dieses neuen Jahres wieder erkennen, wozu du jeden Einzelnen, jede Einzelne von uns berufst, lass mich erkennen, was DU gerade von mir brauchst
X höre uns – X erhöre uns

lass uns immer besser spüren, was es in unserem kleinen Alltag heißt, dass es wirklich der „Geist Gottes“ ist, der auf uns ruht

gib uns in diesem Vertrauen einen langen Atem und Geduld für alles, was wir tun sollen, auch wenn uns manches immer wieder verworren vorkommt

gib uns genug Gelassenheit, damit wir auch Misserfolge und persönliche Kränkungen wegstecken können

hilf uns ernst zu machen, mit dem was wir „heilig“ nennen: lass uns Menschen sein, die
sich darum bemühen, anderen gut zu tun – und lass uns Menschen sein, die dankbar dafür sind,
dass sie selbst immer wieder so viel Gutes erfahren

und nicht zuletzt bitten wir um Freude, um Freude, an allem was wir tun, denn nichts ist schlimmer, als im eigenen Leben nur Pflicht erfüllen, nur brav durchhalten die Dinge „hinter sich bringen“ . Wir bitten um Freude an unserer Berufung, wohin immer sie uns führt.


Du guter Gott, wir alle sind auf besondere Weise von dir gerufen. Jeder, jede einzelne von uns hat ganz besondere Begabungen. Hilf uns, dass wir sie erkennen und dass wir unsere Talente füreinander einsetzen und nutzen. Darum bitten wir durch Christus unseren Bruder. Amen

Freitag, 17. Januar 2020

Fürbitten 18.1 VOR-URTEILE sind letztlich Urteile über uns selbst



18.1.2020 Mk.2.13 er isst mit den Sündern  

Von den Pharisäern seiner Zeit, wird Jesus kritisiert, weil er sich mit „Sündern“, wie sie es nennen, einlässt. Jesus verkehrt unter anderem mit Zollbeamten, die bei den Juden wegen ihrer Zusammenarbeit mit der römischen Besatzung scheel angesehen waren. Ja, Jesus lässt sich von Zöllnern zum Essen einladen, er fordert sogar einen von diesen Leuten auf, mit ihm zu gehen. Seinen Kritikern entgegnet Jesus kurz und bündig: „nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken“ Aber sind nicht auch wir selbst manchmal zu schnell mit unserem Urteil über die Anderen. Pflegen nicht auch wir nur all zu oft Vorurteile? Mit den Augen Jesu müssten wir anders sehen. Bitten wir heute:

Dass wir alle zusammen die Überheblichkeit der Frommen und Anständigen ablegen

Dass wir uns nicht denen anschließen, die schwierige und auch straffällige Menschen in Bausch und Bogen verurteilen und als Menschen abschreiben

Dass wir immer mehr erkennen, wie sehr wir selbst vom barmherzigen Blick Gottes auf uns selbst leben

Dass wir dankbar dafür sind, dass uns selbst so viel Fehlverhalten und böse Gedanken nachgesehen werden

Dass wir erkennen, dass „Gott lieben“ keine Beckmesserei ist, wo es darum geht,
stur Gesetze und Vorschriften einzuhalten,

dass wir erkennen, dass es als Maßstab der Barmherzigkeit Gottes nur die Liebe gibt – die Liebe, die wir einander schulden und nicht das Aufrechnen von Fehlern

Bitten wir nicht zuletzt, dass sich auch sogenannte kirchliche Würdenträger nicht anmaßen, Menschen als Sünder abzuschreiben.

so bitten wir guter Gott, verzeih uns alle Urteile, die wir so vorschnell fällen, verzeih uns alle Anmaßung, – lass uns vielmehr mit den Augen Jesu auf die Menschen zugehen und selbst Tag für Tag dankbar für dein Erbarmen mit uns sein. amen