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Donnerstag, 11. September 2014

"Xundheit - humorvoll betrachtet" - Irmgard liest


                                                  Lesung im Krebsrehab-Zentrum Sonnberghof 
                                                                                       Dezember 2013

Schon vor ihrer Erkrankung hat Irmgard immer wieder in verschiedenem Rahmen
kleine Lesungen gehalten: aus ihren eigenen Texten, den "Herr Max" Geschichten -
aber auch Anderes, meist Humorvolles in Mundart.
Zungengrundkrebs - das ist eine Diagnose, die letztlich auch zu einer ganz großen Einschränkung beim Sprechen führen könnte - wird nur der geringste Nerv verletzt, können Gesichtslähmung, Sprachbehinderung und Anderes die Folge sein. Vor jeder Operation hat Irmgard unterschreiben müssen über alle "Nebenwirkungen" aufgeklärt worden zu sein. Bei jedem Erwachen also auch die Angst: "wie schaue ich aus, kann ich noch sprechen?"
Irmgard hat sehr gern im Chor gesungen, das geht heute nicht mehr - aber ihre LESUNGEN, die kann
sie wieder mit Charme und Humor an Mann und Frau bringen: Morgen zb. DORT:

Freitag, 12.9./15h, Häuser zum Leben: Haus Döbling, Grinzinger Allee 26,

Die Texte, die Irmgard liest, werden musikalisch umrahmt -  
gute Unterhaltung und viele Lacher können garantiert werden

Hier zwei kurze Text - Kostproben





Das Herz
Das Herz is dei Motor, es halt di in Trab,
rennt mit dir a Leben lang berauf und bergab.
Ganz unscheinbar liegts in dein Inneren drin,
und erscht, wannds es gspürst, hat dei Lebn an Sinn.
Vor Leid kanns zerreißen, vor Freud kanns zerspringen,
dei Herz zu verbergn wird niemals gelingen.
Es wird di verratn, wanns pumpert und klopft,
vor Mitleid zerfliaßn kanns so, daß es tropft.
Du kannst es wem ausschüttn, ohne zu fragen,
und andrerseits kannst a an Menschn drin tragn.
Du hängst es wo dran, manchmal ohne zu denkn,
du kannst es verschließn, verliern und verschenken.
Es kann dir sehr weh tuan und hupfn vor Glück –
Dei Herz bleibt halt immer dei wertvollstes Stück.
Nurs Wienerherz, früher amal woars aus Gold,
is leider vom Kursverfall längst überollt.
Dann gibt’s no des Mutterherz – a so a Kapitl,
s kann tretn und kränkt werdn und do gibt’s ka Mittel,
was dieses Herz hindert fürd Kinder zu betn
(des muaß a Geburtsfehler sein, mecht i wettn).
De Härtegrade vom Herz san verschieden,
staahoart kanns sei und botzwaach,
und is dir vom Schicksal des Ende beschieden
bleibts langsam steh – oder gach.
Drum: hast ois a Junger vü zecht und gelumpt,
sei dankbar, wanns Herz a im Alter no pumpt.
Es bleibt dei Begleiter auf all deinen Wegen,
nur derfst net vergessen, den Motor zu pflegen.


 Helena Gwozdz Holzmann

Da is amal ana zum Dokta kummen

und hat eam sei Leid klagt. Soviel kalte Füß hab i halt allweil, und i kann machen, was i will,
sie wern net warm. Net amal im Bett krieg i warme Füß, und wann i mi no so zudeck. Sagt der Dokter, ja mein lieber Freund, das habe ich auch sehr oft. Da hilft nur die animalische Wärme. Ich mache die Sache dann halt immer so: ich lege mich ganz nah zu meiner Frau ins Bett, und dann dauert es gar nicht lange, und meine Füße sind wunderbar warm.
Sagt der Patient: wenns glauben, Herr Dokta, dass des bei mir a hilft, dann probier’ i ‚s halt.
Wann hätt’ denn die Frau Dokta amal Zeit für mi?!      Franz Resl

 und von Irmgard selbst: Herr Max und der Sport

Sport
Herr Max, der hält nicht viel von Sport,
doch jüngst, da hat im Nachbarort
ein Fitness-Center aufgemacht.
Und Max hat plötzlich umgedacht.
Denn Jahre und die Muskeln gehn,
es bleibt nur noch der Bauch bestehn.
Er hat um teures Geld gekauft,
was man an Kleidung dazu braucht.
Geht mit viel Schwung und mit Elan
die erste Fitness-Stunde an.
Da ein Gerät, die Hanteln dort,
gesund, ja so gesund ist Sport.
Am ersten Tag ist Max noch froh,
man sagt ihm, das gehöre so,
dass ihn der ganze Körper schmerzt.
Und so geht gleich drauf er beherzt
die nächsten Tage wieder hin
Doch plagt der ganze Körper ihn.
Drei Wochen lang schafft er es grad,
danach jedoch ist er malad,
muss alle Knochen, Muskeln schmieren
und kriecht nur mehr auf allen Vieren.
Das Schlimmste doch ist seine Seele,
sie zürnt es ihm, dass er sich quäle.
Beim Seelendoktor hat er nun
ein Abonnement und auch – zu dumm –
dreimal die Woche ist Termin
beim Orthopäden. Immerhin
hat Max erkannt, man(n) muss was tun
und kann nicht nur zu Hause ruhn.
Von beiden kriegt er nun viel Gutes
und ist danach recht frohen Mutes
zum zweiten Anlauf Richtung Sport,
vielleicht an einem andern Ort?!
Doch eh er‘s wiederum kann wagen,
ihn finanzielle Sorgen plagen.
Hat er doch fast sein ganzes Geld
per Bank den Ärzten überstellt.
Irmgard Czerny 
Illustration Charlotte Graninger 





 LESUNG IRMGARD CZERNY
Freitag, 12.9./ Häuser zum Leben: Haus Döbling, Grinzinger Allee 26,
15.00