Seiten

Donnerstag, 24. Juli 2014

IN FREIHEIT, IN FREIHEIT - die vom Tod bedrohte sudanesische Christin

                                                                

Endlich frei: 
Mariam Ishag mit ihren Kindern, eines auf dem Arm des stellvertretenden italienischen Außenminister Lapo Pistelli, bei der Ankunft  in Rom
Foto Reuters/  Remo Casilli

 Es gibt noch GUTE MELDUNGEN, was für eine Sensation
An die drei MILLIONEN Menschen hatten sich in verschiedenen Petitionen für diese Frau eingesetzt: für die 27jährige Mariam Yahya Ibrahim, die im Sudan verhaftet und zum Tode verurteilt worden ist: ihr einziges Verbrechen, Christin zu sein. Sie ist auch mit einem Christen verheiratet - weil das im Sudan nicht anerkannt wird, war ihr zweites Verbrechen "Ehebruch" mit der androhung von zusätzlich 100 Peitschenhieben für dieses "Vergehen" . Als Mariam ins Gefängnis kam, war sie hochschwanger, hatte bereits einen einjährigen Sohn, im Gefängnis hat sie - ohne medizinische Hilfe und in Fußfesseln - eine kleine Tochter geboren.
Ende Juni sah es nach happy end aus. Nach hochrangigen internationalen Protesten wurde Mariam freigelassen - aber wenige Stunden später, samt Familie, auf dem Flughafen an der Ausreise gehindert. Man befürchtete das Schlimmste, bis die Familie wenig später in der US Botschaft in Khartoum Unterschlupf fand.
Nun - für die Öffentlichkeit völlig überraschend - wurde die Reise von Mariams Familie vom italienischen Außenministerium zusammen mit den Behörden im Sudan organisiert.
An Bord des Flugzeuges war auch der stellvertretende italienische Außenminister Lapo Pistelli, der Ishak zuvor in der sudanesischen Hauptstadt Khartum besucht hatte. „Heute ist ein Tag des Feierns“, sagte der italienische Ministerpräsident Matteo Renzi, der die Familie am Flughafen empfing. Ishak soll einige Tage in Italien bleiben, bevor sie weiter in die USA fliegt.

                                                           Foto AFP
Schon wenig später nach ihrer Ankunft am vormittag waren Mariam und ihre Familie Gäste von Papst Franziskus im Gästehaus Santa Marta. 
Eine halbe Stunde lang unterhielt sich der Papst mit der Christin und ihrer Familie. Der vatikanische Pressesprecher Federico Lombardi berichtete, dass das Treffen „sehr herzlich“ gewesen sei. Der Papst habe sich bei der Frau für ihre Glaubenstreue und ihre Ausdauer bedankt. Mit dem Treffen habe der Papst ein „Zeichen der Nähe zu allen Christen geben wollen, die wegen ihres Glaubens weltweit verfolgt werden“, sagte Lombardi.

Mariam Ishak und ihre Familie sollen einige Tage in Italien bleiben, bevor sie weiter in die USA fliegen. Die 27 jährige Ärztin ist seit 2011 mit Daniel Wani, einen Christen aus dem Südsudan verheiratet. Er besitzt als Biochemiker seit ein paar Jahren die US-Staatsbürgerschaft besitzt. 

Mariam war am 15. Mai wegen Abfalls vom islamischen Glauben vom Hadsch-Jusif-Gericht in der sudanesischen Hauptstadt Khartum wegen Gotteslästerung und Glaubensabtrünnigkeit (Apostasie) zum Tod durch Erhängen verurteilt worden. Warum "Abfall vom Glauben?"
Mariams Vater ist Muslim, verließ aber die Familie, als sie noch ein Kind von sechs Jahren war. Ihre Mutter ist eine äthiopische Christin. Laut dem geltenden Recht gelten Kinder eines muslimischen Vaters aber automatisch als Muslime, ein Übertritt zu einer anderen Religion ist nicht möglich. Mariam fühlte sich aber immer als Christin. Da sie auch noch einen Christen geheiratet hatte, verschlimmerte das die Situation. Nun galt sie auch als "Ehebrecherin" - verurteilt zu 100 Peitschenhieben, zu vollstrecken vor dem Todesurteil. 

                                                               noch in Khartoum