Seiten

Freitag, 11. April 2014

Anzeige gegen Mölzer :23.000 Unterschriften

"SOS Mitmensch berichtet, dass sich insgesamt knapp 23.000 Menschen der Verhetzungsanzeige des Autors Michael Köhlmeier gegen Andreas Mölzer angeschlossen haben. Köhlmeier überreichte die Anzeige heute der Staatsanwaltschaft.
„Wer Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe herabwürdigt oder verächtlich macht, vertritt keine Meinung, sondern begeht einen Akt der verbalen Gewalt. Gegen diese Form der Gewalt nicht nur diskursiv, sondern auch mit rechtsstaatlichen Mitteln vorzugehen, ist richtig und wichtig“, würdigt SOS Mitmensch-Sprecher Alexander Pollak die Initiative Köhlmeiers.
Der Sprecher der Menschenrechtsorganisation betont, dass der Anzeige auch Stellungnahmen von Betroffenen beigelegt wurden. „Ich, als Schwarzer Österreicher, möchte klar festhalten, dass das N-Wort zu der beleidigendsten Art und Weise gehört, wie Menschen Schwarzer Hautfarbe im deutschsprachigen Raum bezeichnet und fertig gemacht werden können“, schreibt der österreichische Journalist Simon Inou. Dass Mölzer darüber hinaus das N-Wort mit „totalem Chaos“ in Verbindung gebracht hat, zeige, dass sich hier „die Sprache und die Gedankenwelt derjenigen wiederholt, die im Lauf der Geschichte Millionen von Schwarzen auf brutale Art kolonisiert, versklavt und erniedrigt haben“, so Inou. Auch Alexis Neuberg, Obmann der „Afrika Vernetzungsplattform“, sieht durch die Aussagen Mölzers „rassistische Klischees bedient“. Diese sind als „tiefgehende Beleidigung“ zu verstehen und stellen einen „eindeutigen Angriff auf die Würde schwarzer Menschen“ dar, so Neuberg.
Mit der Initiative Köhlmeiers und der Beteiligung einer überwältigenden Anzahl von Menschen daran, wurde ein unübersehbares Stoppschild gegen Rassismus gesetzt. Die Überprüfung der strafrechtlichen Relevanz der Äußerungen Mölzers liegt nun in den Händen der Staatsanwaltschaft."